Review: New Blood – Tod in London (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "New Blood - Tod in London" (© Polyband)

Das Blu-ray-Cover von “New Blood -- Tod in London” (© Polyband)

Inhalt: Stefan (Mark Strepan, „Northmen – A Viking Saga“) ist ein ambitionierter Undercover-Ermittler beim Betrugsdezernat, der immer wieder mit seiner direkten Art aneckt. Rash (Ben Tavassoli) ist ein begabter Kommissar in Ausbildung, der aber derart stur und kompromisslos ist, dass sein übellauniger Vorgesetzter DS Sands (Mark Addy, „Große Erwartungen – Great Expectations“) schon seine vielleicht letzte Chance auf eine Karriere ist. Nachdem sich Stefan und Rash in privatem Rahmen kennengelernt haben und überhaupt nicht miteinander klar gekommen sind, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen, als sie zufällig gemeinsam an einem Fall arbeiten müssen. Während sie bald auf eine groß angelegte Verschwörung stoßen, die ihren Ursprung in der Pharma-Industrie hat, merken beide, dass sie doch nicht so verschieden sind. Sehr zum Missfallen ihrer Vorgesetzten schließen sich die jungen Ermittler fortan immer wieder zusammen, um schwere Fälle zu lösen.

Kritik: Seit Jahrzehnten steht die BBC für innovative und hochwertige Eigenproduktionen. Neben zahllosen Klassikern und ihren typischen Krimis und Kostümdramen schafften sie es auch immer wieder, wirklich eigenwillige Programme zu veröffentlichen. In diese Richtung geht auch diese siebenteilige Serie, die aus der Feder von Anthony Horowitz stammt. Während „Luther“ und Co regelmäßig düstere Töne anschlagen, ist „New Blood“ eher im leichtverdaulichen Bereich einzuordnen. Junge, frische Kommissare, die recht unbedarft ihr eigenes Ding drehen, bekommen es größtenteils mit Wirtschaftskriminellen zu tun, die dann aber auch weitere Grenzen überschreiten. Doch gerade hier ist es wichtig, den richtigen Erzählton zu treffen. So sind in einer Serie wie „Psych“, die schon eher ins Klamauk-Segment fällt, die ernsten Momente derart gut eingebaut, dass das Geschehen als ein großes Ganzes immer funktioniert.

Rash und Stefan rätseln, was zu tun ist (© Polyband)

Rash und Stefan rätseln, was zu tun ist (© Polyband)

Hier bekommt „New Blood“ schnell Probleme. Während die Fälle (insgesamt drei in den sieben Episoden) immer große Verschwörungen mit weitreichenden Folgen sein müssen, hat natürlich niemand außer den beiden Protagonisten, die am Anfang ihrer Karriere stehen, einen Hauch von Ahnung, was zu tun ist. Hektische, arg künstlerische Schnitte und Zwischensequenzen machen das Sehvergnügen an manchen Stellen eher grenzwertig. Wirklich störend wird es, wenn Bösewichter, die das Publikum vor wenigen Minuten kennengelernt hat, wieder auftauchen und das Geschehen kurz auf die vorangegangene Szene zurückspringt. Das Vertrauen in die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer scheint derart gering zu sein, dass solche Sequenzen für die Macher unumgänglich waren.

Wer schon genervt ist, von der Serie immer wieder an die Hand genommen zu werden, der wird erst recht schlucken, wenn die Buddy-Comedy der Protagonisten ins Rollen kommt. Die Hauptdarsteller Ben Tavassoli und Mark Strepan sind sicherlich nicht komplett untalentiert. Rash und Stefan auf irgendeine Art sympathisch zu machen, gelingt aber nicht. So darf das Publikum zwei selbstgefälligen, gewollt lustigen Hipster-Kommissaren dabei zu gucken, wie sie zwischen Wettrennen auf ihren Fahrrädern die Welt zu einem besseren Ort machen wollen. Weshalb die beiden Figuren scheinbar machen dürfen, was sie wollen und weshalb kein anderer Polizist in London dazu in der Lage ist, mit an diesen wirklich großen Fällen zu arbeiten, sind zwei von zahlreichen Fragen, die sich rund um die Handlung auftürmen. Der bekannteste Darsteller im Feld dürfte Mark Addy sein, dessen mies gelaunter DS Sands ein weit mehr menschlicher Charakter als Rash und Stefan ist.

Es ist eine große Kunst, gute Comedy mit ernsthafter Krimi-Unterhaltung zu verknüpfen. Das wird durch „New Blood – Tod in London“ noch einmal auf leidliche Art unter Beweis gestellt. Obwohl die Grundidee funktionieren kann, geht der Humor meistens in eine nervige Richtung und die Fälle wirken ziemlich chaotisch und unglaubwürdig. Es ist anerkennenswert, auf diese Art die etablierten Kräfte anzugreifen. Da das ganze Konzept am Ende des Tages aber doch sehr unausgereift gewirkt hat, sollten für eine angekündigte zweite Staffel dringend ein paar Änderungen erfolgen.

DS Sands verliert wegen der jüngeren Kollegen sein letztes bisschen Nerven (© Polyband)

DS Sands verliert wegen der jüngeren Kollegen sein letztes bisschen Nerven (© Polyband)

Die Serie ist ab dem 28.08.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Schärfe und Detaildarstellung sind meistens ordentlich, ohne dabei herausragend zu sein. Hierbei sind die hellen Aufnahmen deutlich besser als die weniger beleuchteten Sequenzen. Die Farben sind teilweise schon etwas zu satt und kräftig, sehen aber noch natürlich aus. Kontraste und Schwarzwert sind ebenfalls ziemlich knackig eingestellt. Dafür gibt es bei manchen (dunkleren) Aufnahmen ein teils recht starkes Rauschen, was aber nichts an einer zufriedenstellenden Gesamtpräsentation ändert.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Passend zu dem modernen, actionreichen Ansatz liegen die englische und die deutsche Tonspur in einer für die BBC nicht selbstverständlichen DTS-HD 5.1-Fassung vor. Neben den immer gut verständlichen Dialogen gibt es tatsächlich ein paar sehr ordentliche Effekte. Gerade bei Schüssen, Explosionen und Autoverfolgungen ist einiges auf den äußeren Boxen los. Hintergrundgeräusche und Score konzentrieren sich zwar mehr aufs Zentrum, sind aber auch recht dynamisch. Insgesamt wird für eine kleine Serie eine überdurchschnittliche Vertonung geboten.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein ziemlich ausführliches, aber arg euphorisches Making of (22 Minuten), ein paar entfernte Szenen und einige Trailer ergänzen die Box.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, YouTube

New Blood - Tod in London

Originaltitel:New Blood
Showrunner:Anthony Horowitz
Darsteller:Mark Strepan, Ben Tavassoli, Mark Addy
Genre:Serie, Krimi
Produktionsland/-jahr:UK, 2016
Verleih:Polyband
Länge:7 x 50 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Polyband

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.09.2017
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