Review: John Carney Collection (Blu-ray)

Once

Das Blu-ray-Cover der "John Carney Collection" (© StudioCanal)

Das Blu-ray-Cover der “John Carney Collection” (© StudioCanal)

Inhalt: Tagsüber arbeitet er (Glen Hansard) in der Staubsauger-Reparatur seines Vaters. Sobald er Feierband hat, steht alles im Zeichen der Musik. Auf der Straße spielt er neben Cover-Songs auch einige wunderbare Eigenkreationen. So fällt er auch einer jungen Frau (Markéta Irglová) auf, die sich sofort in seine Musik verliebt. Die Tschechin ist leidenschaftliche Pianistin, muss sich aber als alleinerziehende Mutter mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten und kann nur ab und zu in einem Music Store ihrer Leidenschaft nachgehen. Vereint durch ihr Hobby, verstehen sich die zwei verkannten Talente auf Anhieb und beschließen, gemeinsam Musik zu machen. Der Weg führt bis in ein Studio.

Kritik: In den 90er-Jahren waren John Carney und Glen Hansard gemeinsam Mitglieder der band „The Frames“ gewesen. Erst als Cillian Murphy die für ihn angedachte Hauptrolle ablehnte, holte Carney seinen Kumpel an Bord, was am Ende für beide den großen Durchbruch bedeutet hat. Mit merklich kleinen Mitteln entstand dieser Film, der sich rund um das Leben von so vielen unbekannten Independent-Musikern aufbaut. Natürlich sehen die Aufnahmen nicht immer zauberhaft aus, sind die Darsteller nicht immer grandios und geschieht eigentlich während des Films ziemlich wenig. Dennoch hat es seine Gründe, warum der Film 2007 den Zuschauerpreis auf dem Sundance Festival gewinnen konnte. Grund Nummer 1 ist natürlich die Musik. Toll geschrieben und vorgetragen von hochbegabten Musikern erzählt dieser Film während seiner Songs viel intensivere Geschichten, als es die reine Handlung tut. Herausragend ist die hoch emotionale Ballade „Falling Slowly“, die 2008 sogar mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Wichtige Bausteine sind natürlich auch Glen Hansard und seine Spielpartnerin Markéta Irglová, die zwar spürbar nicht die große schauspielerische Erfahrung haben, diese aber mit einer guten Chemie und vor allem ihren musikalischen Fähigkeiten mehr als ausgleichen.

„Once“ ist ein kleiner, aber beachtlicher Film, der vor allem mit seinen herausragenden Songs die Karriere für John Carney ebnete. Auch wenn der Produktion doch augenfällig einige Möglichkeiten gefehlt haben, ist diese Mischung aus Musikfilm und zarter Romanze nicht nur für Musical-Fans sicherlich einen Blick wert.

Once (© StudioCanal)

Once (© StudioCanal)

3,5 von 5 Punkten

Bild: „Once“ wurde auf Camcordern gedreht und das ist auch gut zu erkennen. Doch hier ist die Not eine Tugend und hilft, in die Welt der Straßenmusik einzutauchen. Auf seine eigene Art ist der Transfer sogar sehr schön, obwohl sich glatte digitale Bilder mit sehr verrauschten dunklen Sequenzen abwechseln. Schärfe und Detaildarstellung sind aber zumeist ziemlich brauchbar. Bei Close Ups werden sogar wirklich gute Werte erreicht. Die Farbpalette ist zwar nicht sonderlich lebendig, wirkt aber immer natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind gerade bei den dunkleren Sequenzen etwas schwachbrüstig. Dennoch hätte ein „hübscheres“ Bild dem Film wahrscheinlich seine Atmosphäre genommen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind erstaunlich gut. Gerade die musikalischen Beiträge kommen mit Kraft und genau der richtigen Balance. Auch die Hintergrundgeräusche auf den Straßen von Dublin wurden gut eingefangen. Dazu sind die Dialoge sauber priorisiert und immer verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar, ein Making of (13 Minuten), das Featurette „Die Hintergrundgeschichte“ (10 Minuten), ein Behind the Scenes-Beitrag (7 Minuten) und ein ausführliches Interview mit Hauptdarsteller (27 Minuten) in SD sowie einige Trailer bieten einen netten Mehrwert zum Film.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten

 

Can A Song Safe Your Life?

Can A Song Safe Your Life? (© StudioCanal)

Can A Song Safe Your Life? (© StudioCanal)

Inhalt: 4 von 5 Punkten

Bild: 3,5 von Punkten

Ton: 4 von 5 Punkten

Extras: 3 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten

Hier geht es zur Langrezension des Films

Sing Street

Inhalt: In der Mitte der 80er-Jahre sieht der Arbeitsmarkt in Irland mehr als ernüchternd aus. Massenhaft flüchten junge Arbeitslose nach England, um dort ihr Glück zu finden. Auch der Teenager Conor (Ferdia Walsh-Peelo) muss die Rezession im Land am eigenen Körper erfahren. Da sein Vater (Aidan Gillen, „Game of Thrones“) nicht mehr genug Geld für die Privatschule hat, wechselt er an eine verrufene öffentliche Schule. Von strengen Lehrern und gemeinen Mitschülern herumgeschubst, sieht Conor erst ein Licht am Ende des Tunnels, als er die hübsche, aber etwas ältere Raphina (Lucy Boynton) kennenlernt. Da sie von einer Modelkarriere träumt, bietet er ihr an, die Hauptrolle in dem nächsten Video seiner Band zu übernehmen. Es gibt da nur ein Problem: Er ist in keiner Band. Tatsächlich hat er mit dem begabten Songwriter Eamon (Mark McKenna) und einigen anderen schon bald eine schlagkräftige Truppe zusammen. Wieder Erwarten sind „Sing Street“, wie sich die Band selbst tauft, nicht einmal schlecht. Doch reicht es auch aus, um das Herz von Raphina zu gewinnen?

Sing Street (© StudioCanal)

Sing Street (© StudioCanal)

Kritik: Im vergangenen Jahr veröffentlichte John Carney dann seinen neuesten Film, für den es ihn in seine britische Heimat zurückzog. „Sing Street“ ist sicherlich zum Teil ein Porträt der schwierigen Zeiten in Irland, auf der anderen Seite zeigt es einen Teenager, der Carney laut eigener Aussage „gerne gewesen wäre“. Für den sehr zentralen musikalischen Teil hat er sich Unterstützung von bisherigen Weggefährten wie Adam Levine und Glen Hansard geholt, was sich auch (erneut) in der Qualität der Songs widerspiegelt. Während musikalisch in der bisherigen Schaffensperiode Konstanz auf Top-Niveau angesagt hat, konnte er sich dramaturgisch mit jedem Film weiterentwickeln. „Sing Street“ ist ausgesprochen rund, atmosphärisch, charmant und herzlich. Hier besteht erstmals nicht mehr das Gefühl, dass die Handlung nur der Kleber ist, um die (tollen) Lieder miteinander zu verknüpfen. Die beiden jungen Hauptdarsteller Ferdia Walsh-Peelo und Lucy Boynton entpuppen sich als echte Entdeckungen und tragen den Film mit lebendigen, glaubhaften und sehr sympathischen Darstellungen. Bekanntere Nebendarsteller wie Aidan Gillen, Jack Reynor („Free Fire“) und Maria Doyle Kennedy („Dexter“) lassen den unerfahrenen Protagonisten reichlich Raum zur Entfaltung.

„Sing Street“ schafft es, das erhoffte Feelgood-Movie zu sein, ohne dabei die ernsten Randbedingungen der Geschichte zu vernachlässigen. Originell und mit sehr viel Herz zieht der Film den Zuschauer auf seine Seite und lässt ihn bis zum bezaubernden Finale nicht mehr los.

4 von 5 Punkten

Bild: Um den Look der 80er-Jahre vernünftig zu treffen, wäre eine Hochglanz-Präsentation nur bedingt hilfreich gewesen. Die Aufnahmen sind gerne etwas unruhig und mit einem Rauschen versehen. Schärfe und Detaildarstellung sind auch eher im Mittelmaß einzuordnen. Die Farben sind zwar nicht immer ganz satt, wirken aber immer natürlich. Auch Kontraste und Schwarzwert lassen nur bedingt Grund zur Kritik zu.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind absolut verlustfrei. Die Musik kommt mit Power aus dem Center, spricht aber auch die äußeren Boxen gut mit an. Die Dialoge sind klar priorisiert und immer gut zu verstehen. Auch Hintergrundgeräusche wie das Rauschen des Meeres oder das Murmeln der Mitschüler auf dem Pausenhof wurden überzeugend und räumlich abgemischt.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Beitrag „Making Sing Street“ (5 Minuten), ein gemeinsames Interview mit John Carney und Adam Levine (3 Minuten), vier Mini-Featurettes (insgesamt 11 Minuten), die Musik-Videos zu „Drive It Like You Stole It“ (4 Minuten) und „Go Now“ (4 Minuten), ein Making of zu „Go Now“ (4 Minuten), ein weiteres Making of zum Film (4 Minuten) und eine Reihe an Trailern ergänzen die Blu-ray.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten

Der irische Regisseur John Carney ist für allem für seine Filme rund um das Leben von Musikern, ihren Songs und ihren Problemen bekannt. Wer nicht genug bekommen kann von den immer wieder beeindruckend starken musikalischen Beiträgen und der beschwingten, oft augenzwinkernden, aber immer glaubwürdigen Atmosphäre in den Filmen des Regisseurs, wird mit diesem Triple Feature sicherlich alles richtig machen (allerdings sind alle Blu-rays deckungsgleich zu den Einzel-Releases).

Die Box ist ab dem 23.03.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, Leinwandreporter TV, YouTube

John Carney Collection - Once / Can A Song Save Your Life? / Sing Street

Originaltitel:John Carney Collection - Once / Can A Song Save Your Life? / Sing Street
Regie:John Carney
Darsteller:Mark Ruffalo, Mos Def, Keira Knightley, Glen Hansard, Marketa Irglova
Genre:Komödie, Musik
Produktionsland/-jahr:UK, 2007-2016
Verleih:StudioCanal
Länge:291 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 25.03.2017
Review: John Carney Collection (Blu-ray)

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