Review: Fifty Shades of Black (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Fifty Shades of Black" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von „Fifty Shades of Black“ (© Universum Film)

Inhalt: Hannah Steale (Kali Hawk) ist zurückhaltend und eher introvertiert. Deswegen ist sie äußerst nervös, als sie für ihre Mitbewohnerin Kateesha (Jenny Zigrino) den steinreichen und berühmt-berüchtigten Geschäftsmann Christian Black (Marlon Wayans) interviewen soll. Ziemlich überraschend, zeigt der geheimnisvolle Black Interesse an der stillen Studentin. Sie ist hin und weg und freut sich auf eine sinnliche Romanze. Doch dafür ist Christian so gar nicht der Typ. Er führt die sexuell unerfahrene Frau in die Welt des SM ein.

Kritik: Fast niemand dürfte bezweifeln, dass „Fifty Shades of Grey“ genug Angriffsfläche bietet, um darüber Witze zu machen. Wenn dem nicht so wäre, hätten es nicht schon Millionen von Menschen auf der ganzen Welt getan. Einen Spoof-Film darüber zu drehen, sollte eigentlich einfach sein, wenn sich die Macher mit ein wenig Originalität mit den albernen Elementen des Originals auseinandersetzen. Das scheint für Regisseur Michael Tiddes und Co-Autor und Hauptdarsteller Marlon Wayans, die bereits bei „Ghost Movie“ und „Ghost Movie 2“ gemeinsam gedreht haben, keine Option gewesen zu sein. In einem auf der Blu-ray enthaltenen Interview beschrieb Wayans den Ansatz an den Film folgendermaßen: „Wir haben uns überlegt, dass die Geschichte viel lustiger wäre, wenn die Figuren schwarz sind.“ Viel mehr gibt es über die folgende Fäkal-Parade nicht zu wissen. Politisch inkorrekt mit Klischees zu spielen benötigt ein Mindestmaß an Intelligenz.

Christian und Hannah werden zum "Traumpaar" (© Universum Film)

Christian und Hannah werden zum „Traumpaar“ (© Universum Film)

 

Hier hat der Humor zumeist folgendes Niveau: Auf die Frage, wie er zu seinem Reichtum gekommen ist, antwortet Christian Hannah im Interview „Drogendeals“. Die Macher vermuten anscheinend, dass sie auf diese Art Lacher erzeugen können. Weitere plumpe Anflüge von Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie, die Einbeziehung von Vergewaltigungsdrogen und Missbrauch (könnt ihr euch noch halten vor Lachen?) in den Plot und Scherze über Penislängen sind so fast der einzige Input, der hier gebracht wird. Ansonsten werden Szenen der Vorlage rezitiert und auf eine Art minimal abgewandelt, die wohl auch ein bekiffter 15-Jähriger aufs Papier gebracht hätte.

Es ist auch durchaus legitim, gute Filme wie „Whiplash“ und „Magic Mike“ zu parodieren, so lange die Witze über das Niveau von Körperflüssigkeiten und kleinen Penissen hinausgehen. Natürlich begnügt sich „Fifty Shades of Black“ damit, eben das zu machen, was der mit eingefrorenem Gesicht vor dem Fernseher verharrende Zuschauer erwarten würde. Der würdelose Cameo-Auftritt der unlängst verstorbenen Florence Henderson sorgt für einen zusätzlichen Beigeschmack. Wenn der Film dann einmal tatsächlich eine nette Zeile auf den Bildschirm bringt – was selten vorkommt – versauen sich die Macher die Situation schnellst möglich wieder, da sie diese kurzen Momente viel zu lang ausbreiten und warten, bis jeglicher Humor erstickt ist.

Marlon Wayans ist weder ein schlechter Schauspieler, noch ein schlechter Komiker, wie seine Arbeiten um die Jahrtausendwende in „Requiem for a dream“ oder natürlich auch „Scary Movie“ zeigen. Doch gerade letzterer Film macht offensichtlich, woran es seinem aktuellen Machwerk fehlt. Zu keiner Zeit besteht das Gefühl, dass es wirklich Interesse an dem Stoff gab, den es zu parodieren gilt. Hier reiht sich der Film sogar noch hinter den – wahrlich nicht gelungenen – bisherigen Kooperationen von Wayans und Tiddes ein.

So ist „Fifty Shades of Black“ nicht viel mehr als eine unglaublich faul geschriebene und inszenierte Aneinanderreihung von Geschmacklosigkeiten, die allenfalls als schneller Cash Grab der Macher funktioniert, dem Zuschauer aber nur 92 konsequent unwitzige bis beleidigende Minuten zumutet.

Hmm, welcher Film wird hier wohl veräppelt? (© Universum Film)

Hmm, welcher Film wird hier wohl veräppelt? (© Universum Film)

Der Film ist ab dem 06.01.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1 von 5 Punkten

 

Bild: Zumindest visuell dürfen die Zuschauer das Gefühl haben, einen Film zu sehen. Schärfe und Detaildarstellung sind durchgängig auf einem guten Level. Die Farben sind kräftig, satt und natürlich. Auch die Einstellung der Kontraste und der Schwarzwert sind absolut zufriedenstellend. Ab und zu rutscht ein digitales Rauschen ins Bild. Ansonsten kann die Optik durchweg gefallen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton sind durchweg verlustfrei. Natürlich ist hier keine wirklich subtile, wuchtige Sound-Präsentation zu erwarten gewesen. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen und beim Score werden die äußeren Boxen gut eingebunden. Gerade eine Stripclub-Szene gehört hier zu den Highlights. Ansonsten ist eher selten Aktivität auf den Rears zu hören. Insgesamt eine solide, aber nicht gerade erinnerungswürdige Abmischung.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Featurette (2 Minuten), ein Interview mit Marlon Wayans (4 Minuten), sowie einige Deleted Scenes (10 Minuten) und Trailer ergänzen die Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Fifty Shades of Black

Originaltitel:Fifty Shades of Black
Regie:Michael Tiddes
Darsteller:Marlon Wayans, Kali Hawk, Fred Willard
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Universum Film
Länge:92 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.01.2017
Review: Fifty Shades of Black (Blu-ray)

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