Review: Alien Covenant (Kino)

Das Hauptplakat von "Alien Covenant" (© 20th Century Fox)

Das Hauptplakat von “Alien Covenant” (© 20th Century Fox)

Inhalt: Das Kolonisationsraumschiff Covenant soll eigentlich noch sieben Jahre auf dem Weg sein, bis der Zielort für die gut 2000 Menschen an Bord erreicht ist. Doch dann kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem einige Personen ihr Leben verlieren und die verbliebene Crew aus ihrem Winterschlaf gerissen wird.Wenige Tage später empfängt die Covenant das Signal von einem Planeten, der ebenfalls für menschliches Leben geeignet erscheint und in unmittelbarer Nähe des aktuellen Standortes ist. So landet ein Kundschafter-Trupp um Captain Oram (Billy Crudup, „Jahrhundertfrauen“), seine erste Offizierin Daniels (Katherine Waterston, „Steve Jobs“) und den Android Walter (Michael Fassbender, „Liebe zwischen den Meeren“) auf dem Planet. Augenblicklich tut sich um sie eine saftig grüne Waldlandschaft auf, die sie erforschen wollen. Es dauert nicht lange, bis sich die ersten Crew-Mitglieder schlecht fühlen. Doch dann tauchen auch schon blutrünstige Aliens auf, die die Jagd auf die Neuankömmlinge eröffnen.

Kritik: Heutzutage gilt Ridley Scott als einer der größten Regisseure überhaupt. Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Ruf hatte sein weltweiter Durchbruch-Film „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ von 1979 gehabt. Bis heute gilt der Film als stilbildend und machte nebenbei Sigourney Weaver zum ersten weiblichen Star im Action-Genre. Nach drei Fortsetzungen mit Weaver, bei denen Scott nicht Regie führte, verabschiedete sich das Franchise in eine 15 Jahre lange Pause. 2012 überraschte Ridley Scott dann mit „Prometheus“, der sich als Vorgeschichte im „Alien“-Universum entpuppte. Obwohl visuell überwältigend, waren die Reaktionen auf das etwas kryptische Werk bei Kritik und Fans zwiegespalten. Nun bekam „Prometheus“ die mit Spannung erwartete Fortsetzung, bei der endlich die so innig geliebten Monster samt blutiger Geburtsvorrichtung zurückkehren sollten.

Walter und die Crew planen die Landung auf einem fremden Planeten (© 20th Century Fox)

Walter und die Crew planen die Landung auf einem fremden Planeten (© 20th Century Fox)

Nach einer großartigen Eröffnungsszene, in der Guy Pearce („The Rover“) und Michael Fassbender als Schöpfer und Entwicklung die Vergänglichkeit diskutieren, begibt sich der Film erst einmal in bekannte Fahrwasser und zeigt dem Publikum eine Weltraumkreuzfahrt, die bald gewaltig schief geht. Auch wenn sich die Geschichte danach etwas zurücklehnt und schon etwas zu viel Zeit nimmt, das Konstrukt aufzubauen, entwickelt sich die düstere Atmosphäre, die damals ein so gewichtiger Teil des Erfolges gewesen ist. Auch die von Scott versprochene Brutalität, die im Zusammenhang mit dem „Schlüpfen“ der Aliens angekündigt wurde, ist tatsächlich ausgesprochen rabiat. Zwischen starken Actionszenen, intensivem Monster-Horror (bei dem nicht zwingend nur auf die Aliens angesprochen wird) und verstörenden Sets genehmigt sich der Film immer wieder die eine oder andere mentale Auszeit. So vergnügt dieser neue Ableger des Universums den Zuschauer mit einer ausgedehnten Sequenz rund um eine Blockflöte (!) oder auch den Einsatz von Martial Arts. Mit ein wenig Pseudo-Philosophie untermalt entwickelt sich so doch der ein oder andere bizarre Moment.

Daniels macht sich Sorgen (© 20th Century Fox)

Daniels macht sich Sorgen (© 20th Century Fox)

Trotz solcher Aussetzer ist „Alien Covenant“ aber stark genug, um sich wieder wie ein wirklicher Film der Reihe anzufühlen. Ein guter Teil des Verdienstes gebührt hier sicherlich Michael Fassbender, der eine grandiose Show abliefert. Mal unterkühlt, mal vollkommen überdreht und dann auch schlicht und ergreifend beängstigend, ist er der einzige Darsteller, der es zumindest bezüglich der Präsenz mit den Titelhelden aufnehmen kann. Katherine Waterston gibt so eine Art geistige Nachfolgerin von Ripley und schafft es so, ihrer nur bedingt vielschichtigen Figur doch das gewisse Etwas zu geben. Billy Crudup darf als eher unsympathischer Kapitän der Covenant die Truppe ins Verderben führen. Brachialkomiker Danny McBride („Don Verdean“) überrascht mit einem durchaus brauchbaren und auch ernsthaften Auftritt als Pilot Tennessee. Tatsächlich ist auch James Franco mit einer Mini-Rolle im Film vertreten.

Sicherlich macht „Alien Covenant“ nicht alles richtig, was im Schlussakt mit einer all zu offensichtlichen Wendung auch noch einmal deutlich auffällt. Dennoch gelingt Ridley Scott ein stark bebilderter, meistens atmosphärischer SciFi-Horror, der angeführt von einem mal wieder tollen Michael Fassbender deutlich vor seinem Vorgänger landet.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: 20th Century Fox, Leinwandreporter TV, YouTube

Alien: Covenant

Originaltitel:Alien: Covenant
Regie:Ridley Scott
Darsteller:Katherine Waterston, Michael Fassbender, Billy Crudup
Genre:Horror, Science Fiction, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:20th Century Fox
Länge: 122 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 18.05.2017
Homepage:Alien Covenant

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.05.2017
Review: Alien – Covenant (Kino)

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