Review: Jenny’s Wedding (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Jenny's Wedding" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von „Jenny’s Wedding“ (© Universum Film)

Inhalt: Jenny (Katherine Heigl) war immer der Stolz ihrer Eltern Eddie (Tom Wilkinson, „Felony – Ein Moment kann alles verändern“) und Rose (Linda Emond). Doch während ihre Schwester Anne (Grace Gummer, „Extant“) längst eine Familie gegründet hat, kommt Jenny auch mit Mitte 30 immer noch ohne Begleitung auf die Familienfeiern. Niemand hat eine Ahnung, dass sie längst in einer glücklichen Beziehung steckt: Kitty (Alexis Bledel, „Schmerzensgeld“) ist nämlich nicht die beste Freundin und Mitbewohnerin, die sie für Jennys Eltern spielt, sondern seit vielen Jahren ihre Lebensgefährtin. Da die beiden nun Hochzeitspläne haben, muss Jenny ihren Eltern endlich reinen Wein einschenken. Doch weder die altmodischen Eltern noch die biedere Nachbarschaft wollen das private Glück der beiden Frauen unterstützen. So muss sich Jenny gegen zahlreiche Vorurteile auflehnen, die sie zwischen urigen Konventionen und fehlgeleitetem Fremdscham zum Stadtgespräch machen.

 

Kritik: 24 Jahre nach ihrer ersten (und einzigen) Regie-Arbeit, sowie 13 Jahre nach ihrem letzten Drehbuch meldet sich die New Yorker Filmemacherin Mary Agnes Donoghue mit diesem Familien-Drama zurück. Vor allem in der ersten Hälfte gelingt ihr ein durchaus starkes Comeback. Jeder kennt die große Angst, die Erwartungen der eigenen Eltern nicht zu erfüllen und die Notlügen, die erfunden werden, um eben jenen Erwartungen gerecht zu werden. Jenny hat so seit vielen Jahren dafür gesorgt, dass die Eltern ein vollkommen falsches Bild von ihr bekommen. Wenn es einmal so weit ist, gestaltet es sich als immer schwieriger, alles aufrecht zu erhalten. So erfindet sie Geschichten um Affären und lässt Kuppel-Versuche der Familie über sich ergehen. Die Probleme Jennys werden überzeugend und glaubwürdig transportiert. Auch ihr Outing einschließlich aufrichtiger Reaktionen, ist stark und gelungen. In dieser Phase scheint „Jenny’s Wedding“ eine unaufdringliche Geschichte rund um eine gleichgeschlechtliche Romanze zu werden.

Jenny und Kitty sind seit langem ein Paar (© Universum Film)

Jenny und Kitty sind seit langem ein Paar (© Universum Film)

Den starken Eindruck der ersten Hälfte kann der Film aber nicht konsequent aufrecht erhalten. Gerade nach einer Streitigkeit Jennys mit ihren Eltern auf einer Beerdigung bemüht der Film etwas zu sehr die Klischee-Kiste. Die Nachbarn sind doch etwas schockierter, als es in der aufgeklärten heutigen Zeit glaubhaft ist. Jenny brütet etwas zu melancholisch über die Herausforderung mit den Eltern ins Reine zu kommen, während deren Wandel nur eine Frage der Zeit scheint. Wirklich stören tut bei diesem Prozess bis hin zum ziemlich glatten Finale aber nur der langweilig-kitschige Pop-Soundtrack, mit dem in den zweiten 45 Minuten fast jede Szene unterlegt ist.

Eine Konstante im Film bleibt dafür die gute Besetzung. Gerade Katherine Heigl war bislang doch eher für ihre Auftritte in seichten Rollen bekannt. Besonders in der stärkeren Frühphase des Filmes zeigt sie eine sehr kraftvolle und emotionale Performance, die das Zentrum des Geschehens wird. Tom Wilkinson hat schon öfter seine Qualitäten gezeigt. Auch hier gelingt es ihm als wortkarger Feuerwehrmann, der Schwierigkeiten hat, sich mit dem Lebensstil der Tochter zu arrangieren, einen überzeugenden Part zu spielen. Ähnliches gilt für Linda Emond, die als auf konventionelle Werte und anderer Leute Meinung fokussierte Mutter, mit ihrem Charakter wächst und einige der besten Szenen in der Spätphase des Filmes hat. Dazu kommt die gewohnt solide Grace Gummer, die aber ebenso wie Alexis Beldel nicht im Mittelpunkt der Erzählung steht.

„Jenny’s Wedding“ hatte das Potenzial, durchaus packendes Kino rund um das Thema Vorurteile zu werden. Nach einem starken Einstieg nimmt der Film ein paar dramaturgische Abkürzungen, die das Geschehen doch sehr vereinfachen. Dennoch hat der Film das Herz am richtigen Fleck und kann so auch in seinen schwächeren Phasen mit Sympathiewerten punkten.

Eddie tut sich schwer damit, die Beziehung seiner Tochter zu akzeptieren (© Universum Film)

Eddie tut sich schwer damit, die Beziehung seiner Tochter zu akzeptieren (© Universum Film)

Der Film ist ab dem 11.03.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Der Transfer ist sehr sauber und solide ausgefallen. Auch wenn der Film nie überragende Werte erreicht, sind die Aufnahmen zu jeder Zeit scharf und detailreich. Die Farben sind satt und wirken natürlich. Ein hoher Kontrastumfang und ein kräftiger Schwarzwert runden den ordentlichen Eindruck des ruhigen und rauscharmen Bildes ab.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind komplett zufriedenstellend. Die Dialoge kommen jederzeit gut verständlich aus dem Frontbereich. Von den Hintergrundgeräuschen wird vereinzelt etwas räumliche Aktivität. Der Score wird räumlich und ziemlich dynamisch wiedergegeben. Große Effekte gibt es bei dem Film natürlich nicht.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Bis auf ein paar Trailer gibt es kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, YouTube

Jenny's Wedding

Originaltitel:Jenny's Wedding
Regie:Mary Agnes Donoghue
Darsteller:Katherine Heigl, Alexis Bledel, Tom Wilkinson
Genre:Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universum Film
Länge:91 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.03.2016
Review: Jenny’s Wedding (Blu-ray)

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