Review: Extant Staffel 1 (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Extant Staffel 1" (© Paramount Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von „Extant Staffel 1“ (© Paramount Home Entertainment)

Inhalt: Nach über einem Jahr auf einer Einzelmission im Weltall kehrt Molly (Halle Berry, „The Call – Leg nicht auf!“) zu ihrem Mann John (Goran Visnjic, „K-11 – Der Knast“) und ihrem Sohn Ethan (Pierce Gagnon, „A World Beyond“) nach Hause zurück. Ethan ist ein humanoider Roboter, den John entwickelt hat, da Molly keine Kinder bekommen kann. Als ihre Ärztin (Cathryn Manheim, „Return To Sender“) ihr bei der Nachuntersuchung ihrer Mission unterbreitet, dass sie eine Schwangerschaft bei Molly festgestellt hat, ist die Verwunderung gleich doppelt groß.

Nur langsam beginnt sie, sich an einen Zwischenfall während ihrer Zeit im Weltall zu erinnern. Auch ohne Kenntnis davon, dass die Raumfahrerin ein Kind erwartet, haben ihr Chef Alan Sparks (Michael O’Neill, „Vegas“) und der asiatische Milliardär Yasumoto (Hiroyuki Sanada) ungewöhnlich großes Interesse an ihr. Kurze Zeit später taucht ein Kollege wieder auf, der von allen für tot gehalten wurde. Was ist tatsächlich mit Molly geschehen?

 

Kritik: In der Film- und Serienwelt war Mickey Fisher mit Ausnahme von zwei kleinen, selbst geschriebenen und produzierten Werken noch ein unbeschriebenes Blatt, als er das Konzept zu „Extant“ entworfen hat. Mit seinen Ideen konnte er dennoch keinen geringeren als Steven Spielberg überzeugen, der dich als aufführender Produzent an dem Projekt beteiligte. Im Jahr 2014 feierte die Mystery-Science Fiction-Serie dann auf CBS ihr Debüt. Trotz einiger interessanter Ansätze gelingt es in diesem ersten Jahr aber nur selten, über einfaches Mittelmaß hinauszukommen. Die reizvollen ethischen Ansätze rund um Leben, Tod und künstliche Intelligenz werden eher oberflächlich abgehandelt. Auch ansonsten erscheint die Welt von „Extant“ und ihre Figuren recht eindimensional und wenig kreativ. So bleibt es bei den netten visuellen Effekten, um für futuristische Reizpunkte zu sorgen. Aus diesem Grund wirken die ersten vier Episoden, die auf dem Papier der Charakterentwicklung dienen, recht belanglos, melodramatisch und müde.

Molly mit ihrer kleinen Familie (© Paramount Home Entertainment)

Molly mit ihrer kleinen Familie (© Paramount Home Entertainment)

Nach dieser Aufwärmphase steigert sich der Unterhaltungswert dann doch. Einige Einfälle im Zusammenhang mit der Verschwörung sorgen dann – obwohl weiterhin deutliche Durchhänger vorhanden sind – für einen einigermaßen klaren, roten Faden. Dabei gelingt es aber nicht, logische Lücken und äußerst unglaubwürdige Charakter-Entwicklungen aus dem Geschehen fernzuhalten. Dennoch ist bis zum versöhnlichen Finale, bei dem allerdings einige Teile der Story übergangen werden, ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Besonders die Aspekte rund um dhumanoiden Nachwuchs entwickeln sich zum deutlich besten Bestandteil der Serie.

Bei den ziemlich flach angelegten Figuren bleibt nicht viel Raum für große Schauspielleistungen. Oscar-Gewinnern Halle Berry konnte in den letzten Jahren nur noch selten ihre Klasse ausspielen. Auch in „Extant“ liefert sie eine solide, aber unspektakuläre Leistung. Goran Visnjic ist als Ehemann und genialer Wissenschaftler eine dauerhafter Garant dafür, seine Frau in Nöte zu bringen. Mit der interessanteste Figur wird auch die beste Performance von Kinderdarsteller Pierce Gagnon gespielt. Als Android, der das menschliche Leben zu verstehen versucht, hat er zahlreiche emotional spannende Szenen, die er mit Bravour bewältigt. Da ihre Figur kaum Charakterzüge bekommt, fällt es noch schwer, Grace Gummer ein ähnliches Talent wie Mutter Meryl Streep zu bescheinigen. Andere Darsteller wie Maury Sterling („Homeland“), Michael O’Neill und Hiroyuki Sanada können bestenfalls in die Kategorie passabel eingeordnet werden.

Was planen Sparks und Yasumoto? (© Paramount Home Entertainment)

Was planen Sparks und Yasumoto? (© Paramount Home Entertainment)

Nach der kompletten Staffel dürften viele Zuschauer das Gefühl haben, dass hier viele gute Ideen nicht ganz ausgeführt worden sind. Die erste Staffel von „Extant“ bleibt oft nur in der Startphase von dem, was möglich gewesen ist. Außerdem machen es mäßig ausgearbeitete Figuren und deutliche Plot-Löcher schwer, wirklich ins Geschehen einzutauchen. Es ist vor allem einer recht kontinuierlichen Steigerung zu verdanken, dass die Serie die Chance auf ein zweites Jahr bekommen hat. Es darf gehofft werden, dass Mickey Fisher und seine Kollegen aus den Fehlern dieses Jahres lernen und aus „Extant“ die durchaus vorstellbare, überdurchschnittliche Science Fiction-Serie machen.

Die Box ist ab dem 17.09.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Die Optik der Staffel ist ziemlich steril und etwas zu glatt, was auch für den reinen Ton von „Extant“ gilt. Dabei ist die Bildschärfe aber zumeist gut und gerade bei Close Ups gibt es eine ziemlich überzeugende Detail-Präsentation. Die Farben sind stellenweise schon etwas zu kräftig und werden ganz eindeutig durch die Beleuchtung der Sets bestimmt. So variiert die Optik von warm-fröhlich bis kühl und grau. Stellenweise überstrahlen die Farben etwas, was dann doch auffällig ist. In den dunkleren Szenen ist häufig ein leichtes Bildrauschen zu erkennen. Weitere Fehler sind nicht zu erkennen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Wie gewohnt, enthält auch diese Paramount-Blu-ray eine englische DTS-HD MA 5.1- und eine deutsche Dolby Digital 5.1-Tonspur. Die Dialoge, die hier im Vordergrund stehen, sind jederzeit gut zu verstehen und bieten einen natürlichen Klang. Hintergrundgeräusche und Musik werden sauber auf die Boxen verteilt. Zurückhaltende Effekte, wie das Surren der Maschinen oder das Heulen von Alarmanlagen bieten einen soliden Raumklang. Insgesamt eine unspektakuläre, aber verlustfreie Präsentation.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Es gibt einige Bonusmaterialien in der Box. Die Featurettes „Die Geschichte von Extant“ (15 Minuten), „Extant : Beim Dreh von Season 1“ (21 Minuten), „Extant : Die Besetzung“ (17 Minuten), „Die visuellen Effekte von Extant“ (9 Minuten), „Die Mythologie von Extant“ (6 Minuten), „Nachwuchs“ (6 Minuten) und „Die Zukunftswelt von Extant“ (17 Minuten), sowie ein paar entfernte Szenen (13 Minuten), Promos (7 Minuten), Outtakes (6 Minuten) bieten einen ordentlichen Mehrwert zur Serie.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: IGN, CBS, YouTube

Extant - Staffel 1

Originaltitel:Extant - Season 1
Showrunner:Mickey Fisher
Darsteller:Halle Berry, Goran Visnjic, Pierce Gagnon
Genre:SciFi-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Paramount Pictures
Länge:13 x 42 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 20.09.2015
Review: Extant – Season 1 (Blu-ray)

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