Review: Doctor Who – Staffel 9 (DVD)

Das Cover der neunten Staffel von "Doctor Who" (© Polyband)

Das Cover der neunten Staffel von „Doctor Who“ (© Polyband)

Inhalt: Jemand hat den Himmel eingefroren und die Flugzeuge stehen in der Luft. Die Welt befindet sich im Ausnahmezustand, doch der Doktor (Peter Capaldi, „World War Z„) ist nirgendwo zu finden. Clara (Jenna Coleman) macht sich ohne Umwege auf die Suche nach dem Timelord. Dabei greift sie sogar auf die Hilfe der undurchsichtigen Missy (Michelle Gomez) zurück. Gemeinsam entdecken sie den Doktor im Jahr 1138, wo er äußerst ausgelassen feiert. Doch sie sind nicht die einzigen, die in dieser Zeit auftauchen. Ein Bote bittet darum, dass der Doktor seinen sterbenden Herrn besucht: Davros, den Schöpfer der Daleks. Kann es nach all den Jahren Frieden geben, oder ist dieses Angebot nur eine Falle?

 

Kritik: Nachdem Peter Capaldi in der vergangenen achten Staffel ein ausgesprochen starkes Debüt als Doctor Who feiern konnte, geht er nun in sein zweites Jahr. In den ersten beiden Folgen kommt es gleich zu einem ziemlich klassischen Szenario, da es erneut ein Zusammentreffen mit Nemesis Davros gibt. Die Episoden wirken ein wenig chaotisch, haben aber noch ein paar originelle neue Ideen für die bekannte Welt der Daleks. Geradliniger wird es in der darauf folgenden Geschichte in den Episoden „Spuk im See“ und „Vor der Flut“. Die Mischung aus Grusel, Abenteuer, Kreativität und Augenzwinkern unterhält bestens und liefert einen Peter Capaldi in Topform. In dem darauffolgenden Doppel gibt es den lang erwarteten – und komplett überzeugenden – ersten Auftritt von Maisie „Arya Stark“ Williams, die vor allem im zweiten Teil dem Doktor die Stirn bietet. Auch wenn nicht immer alles zusammenpasst, macht auch diese Geschichte zumeist Spaß.

Der Doktor und Clara bekommen prominente Unterstützung (© Polyband)

Der Doktor und Clara bekommen prominente Unterstützung (© Polyband)

Die Episoden 7 und 8 bieten ein Wiedersehen mit den Zygonen, bei denen einige nicht mehr so friedlich sein wollen und natürlich auch mit Friedenswächterin Osgood (Ingrid Oliver), die dem Doktor mal wieder zur Seite springen muss. Neben Unterhaltungswert bietet die Folge einige äußerst reale und aktuelle Elemente, die in einem starken Finale gipfeln. Darüber hinaus bekommt hier Jenna Coleman noch ein paar schauspielerische Freiheiten mehr, die sie gut zu nutzen weiß. „Morpheus Arme“ ist ziemlich experimentell: In „Found Footage“-Stil gedreht, mit einem äußerst fiesen Monster und einer sozial-kritisch bissigen Grundlage für die Story bleibt diese Folge sicherlich im Gedächtnis haften. Wie schon vor TV-Ausstrahlung bekannt wurde, sollte Staffel 9 das letzte Jahr für Jenna Coleman als Begleiterin Clara werden. Um ihre Geschichte zu einem angemessenen Ende zu bringen, liefen die Autoren noch einmal zur Hochform auf und sorgen für drei emotional aufwühlende, finale Folgen.

Der Doktor hat neue Gadgets (© Polyband)

Der Doktor hat neue Gadgets (© Polyband)

Eingeleitet wird diese letzte Geschichte mit der bittersüßen Episode „Das Schattenquartier“, die das Phänomen von Trap Streets (versteckten Straßen) auf ein neues Level hebt, für das Wiedersehen mit bekannten Charakteren sorgt und in seiner Konsequenz zu überraschen weiß. „Die Angst des Doktors“ ist eine der dunkelsten „Doctor Who“-Episoden der jüngeren Vergangenheit, in der Peter Capaldi in einer One Man Show sein ganzes schauspielerisches Potenzial abrufen darf. In einem bärenstarken Staffel-Ende werden einige Uhren wieder auf 0 gestellt und eine überzeugende Auflösung gefunden. Im Weihnachts-Special gibt es dann wieder eher das übliche „Doctor Who“-Programm: Schräg, einfallsreich und mit dem Comeback von Alex Kingston als River Song garniert, dürften wohl die meisten Fans bestens unterhalten werden.

Auch wenn vieles nicht mehr ganz so spaßig wie im Debüt-Jahr von Peter Capaldi ist: Er als häufig mies gelaunter (und ideal besetzter) Doktor mit nicht immer idealen Manieren und Jenna Coleman als abenteuerlustige, immer hilfsbereite und ziemlich taffe Clara sind eine fantastische Kombination. Die gute Chemie der beiden Darsteller ist praktisch greifbar und trägt die Serie auch über schwächere Episoden hinweg. Nach einer konstant starken achten Staffel braucht diese Season von „Doctor Who“ etwas Anlaufzeit, bietet aber speziell im letzten Drittel einige denkwürdige Episoden, die zeigen, dass eine der langlebigsten Serien der Welt noch lange nicht am Ende angekommen ist.

Die Staffel ist seit dem 18.03.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Zwar nicht die Beatles, aber ähnlich kultig (© Polyband)

Zwar nicht die Beatles, aber ähnlich kultig (© Polyband)

Bild: Die Aufnahmen sind immer recht scharf und detailreich. Kleiner Schwächen gibt es bei den etwas durchwachsenen Effekten. Die Farben werden an manchen Stellen etwas gefiltert, sehen aber durchweg kräftig und natürlich aus. Kontraste und Schwarzwert sind ordentlich eingestellt. Auffällige Bildrauschen oder andere Fehler gibt es hier nicht.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 5.1-Ton sind gewohnt hochwertig. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen und die Hintergrundgeräusche wie Schüsse und das Surren der Maschinen werden überzeugend auf die Boxen verteilt. Auch der Score ist schön räumlich abgemischt. In Anbetracht dessen, dass es sich um einen DVD-Transfer einer TV-Serie handelt, ein starkes Ergebnis.

4 von 5 Punkten

Extras: Wie gewohnt ist auch diese Box mit einer Fülle von Bonusmaterial ausgestattet. Ein Rückblick auf Staffel 8 (4 Minuten), ein Prolog (2 Minuten) und ein Prequel (6 Minuten) für Staffel 9, Audio-Kommentare zu den Folgen 3, 4, 6, 9, entfernte Szenen (25 Minuten), Behind the Scenes-Beiträge (76 Minuten) zu allen Folgen, die Featurettes „Dalek Devotion“ (6 Minuten), „The Fan Show’s Finest“ (15 Minuten), „Writing Who“ (14 Minuten) „Clara’s Journey“ (18 Minuten), „Sublime Online“ (22 Minuten) und „The Adventures of River Song“ (10 Minuten), ein Interview mit Jenna Coleman und Peter Capaldi (40 Minuten) durch Wil Wheaton, ein Interview mit Jenna Coleman und Peter Capaldi (12 Minuten) und ein Setbesuch der Tardis (11 Minuten) und der Requisiten (2 Minuten) von RTL-Kinomann Parviz Khosrawi, das komplette Panel der San Diego Comic Con (59 Minuten), Trailer zur Staffel und zu jeder Episode sorgen für die äußerst vielseitige Unterhaltung abseits der eigentlichen Serie.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, Leinwandreporter TV, YouTube

Doctor Who - Season 9

Originaltitel:Doctor Who - Season 9
Showrunner:Steven Moffat
Darsteller:Peter Capaldi, Jenna Coleman, Maisie Williams
Genre:Science-Fiction-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 2015
Verleih:Polyband Medien
Länge:12 Episoden zu je 45 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.03.2016
Review: Doctor Who – Season 9 (DVD)

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