Review: World War Z (Kino)

Das erste Plakat zu "World War Z" (Quelle: Paramount Pictures Germany)

Das erste Plakat zu “World War Z” (Quelle: Paramount Pictures Germany)

Inhalt: Innerhalb weniger Tage bricht auf dem ganzen Planeten eine Seuche aus, die die Menschen massenhaft in Zombies verwandelt. Regierungen und Wissenschaft stehen vor einem Rätsel. U.N.-Mitarbeiter Gerry Lane (Brad Pitt, „Killing them Softly“) befindet sich mit seiner Frau (Mireille Enos, „Gangster Squad“) und seinen Töchtern gerade in New York City, als sich die Epidemie ausbreitet und die Stadt binnen Minuten im Chaos versinkt. Gerry tut alles, um seine Familie vor den ungleich schnelleren und stärkeren Ungeheuern zu beschützen, bis sie von einem Rettungshubschrauber abgeholt werden können. Die Lanes kommen auf einen Flugzeugträger im Ozean, der fast aus seinen Nähten platzt. Gerry lässt sich auf einen Deal einen: Er kommt mit auf eine Suche nach einem Gegenmittel, wenn seine Familie bleiben darf. Für ihn beginnt ein Himmelfahrtskommando rund um den Globus, das ihn zu einem kleinen britischen Labor führt. Es bleiben nur wenige Tage, bis die komplette Menschheit keine Chance mehr hat.

Kritik: Der deutsche Regisseur Marc Forster („007 – Ein Quantum Trost“) wurde mit der Aufgabe betraut, den Bestseller „Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie“ von Max Brooks auf die Leinwand zu bringen. Bis auf die Ausgangsgeschichte ähnelt kaum etwas der Vorlage. Während der Dreharbeiten kam es immer wieder zu Chaos, Kreative wurden gefeuert und das Budget schnellte in die Höhe. Dafür ist der Film überraschend rund ausgefallen. Gerade in den intensiven Massenszenen kommt der 3D-Effekt sehr gut zum Einsatz, der den Zuschauer in die panische Meute versetzt. Die Szenen in New York und Jerusalem sind auch das beste, was die Endzeitgeschichte von Marc Forster zu bieten hat. Dank toller Aufnahmen erhalten die Sequenzen eine unvergleichliche Dynamik, die nur noch von einer beklemmenden Flugzeugszene übertroffen wird. Leider übertreibt er aber immer wieder den Einsatz von wackeligen Handkameras.

Spektakuläre Action ohne Blut und Co-Stars

Brad Pitt mit Familie auf der Flucht (Quelle: Paramount Pictures Germany)

Brad Pitt mit Familie auf der Flucht (Quelle: Paramount Pictures Germany)

Was sehr auffällig ist, sind die für einen Zombiefilm sehr untypischen wenigen Gewaltszenen in „World War Z“. Die Macher wollten unbedingt ein PG-13-Rating bekommen, weswegen jede harte Szene sehr früh beendet wird. In Ansicht der bedrückenden Ausgangslage schwächt die Inszenierung die Intensität des Filmes deutlich. Abgesehen davon geht es innerhalb von Minuten um den ganzen Globus, von Amerika über Südkorea und Israel nach Wales. Bei dem sehr hohen (fast schon zu hohen) Tempo und durchgehender Anspannung muss der Zuschauer aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren. Dafür findet das Finale in überraschend kleinem Rahmen statt. Die sterilen, engen Räume des Waliser Labors bieten einen angenehmen Kontrast zu den hektischen, gigantischen Massensequenzen.

Gerry verarztet eine verletzte Soldatin (Quelle: Paramount Pictures Germany)

Gerry verarztet eine verletzte Soldatin (Quelle: Paramount Pictures Germany)

Neben der Härte lässt es der Film aber auch an tiefgehenden Figuren vermissen. Alles dreht sich um den UN-Botschafter Gerry Lane, den Brad Pitt gewohnt souverän spielt, ohne dabei an seine Leistungsgrenze gehen zu müssen. Mireille Enos hat nach ihrem überzeugenden Auftritt in „Gangster Squad“ hier kaum Gelegenheit, in der Rolle der stets besorgten Ehefrau zu glänzen. Ähnliches gilt für Moritz Bleibtreu, der eine Nebenrolle als Wissenschaftler spielt. Matthew Fox („Alex Cross“) beschränkt sich auf einen Gastauftritt.

Auch wenn „World War Z“ deutliche Schwächen durch die fehlenden interessanten Charaktere und den arg gedrosselten Blutgehalt zeigt, punktet er mit einzigartigen Aufnahmen. Wenn die Zombies wortwörtlich eine Mauer überrennen oder Brad Pitt mit Familie in den Krankheitsausbruch in New York gerät, wirkt das atemberaubend. Gerüchteweise sollte das hier nur der Anfang einer Trilogie gewesen sein. Es wird wohl davon abhängen, ob der Film seine über 200 Millionen US-Dollar Produktionskosten wieder einspielt, was beim Genre „familientaugliche“ Zombie-Apokalypse nur schwer abzusehen ist.

3,5 von 5 Punkten

Quelle: Paramount Pictures, YouTube

World War Z

Originaltitel:World War Z
Regie:Marc Forster
Darsteller:Brad Pitt, Mireille Enos, David Morse
Genre:Science-Fiction-Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Paramount Pictures Germany
Länge:116 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:27.06.2013
Homepage:Der Internet-Auftritt von "World War Z"

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Paramount Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.06.2013
World War Z (Kino)

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