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Review: The Grandmaster (Kino)

Das Kinoplakat von "The Grandmaster" (Quelle: Wild Bunch Germany)

Das Kinoplakat von „The Grandmaster“ (Quelle: Wild Bunch Germany)

Inhalt: Im Jahr 1936 lebt der finanziell gut gestellte Martial-Arts-Lehrer Ip Man (Tony Leung, „Infernal Affairs“) gemeinsam mit Frau und Kind im südchinesischen Foshan. Er kann sich nichts Schöneres vorstellen, als junge Leute in die Kunst des Kung Fu einzuweisen. Als eines Tages der Großmeister Gong Baosen (Wang Qingxiang) in die Stadt kommt, will sich dieser mit einer Zeremonie verabschieden und gegen den besten Kämpfer der Region kämpfen, um an diesen sein Vermächtnis zu übergeben. In seiner nordchinesischen Heimat hat Gong Baosen das Ritual bereits mit seinem Ziehkind Ma Shan (Zhang Jin) durchgeführt. Die Wahl fällt dieses Mal auf Ip Man, der den Meister sehr zum Missfallen von dessen Tochter Gong Er (Zhang Ziyi, „Tiger & Dragon“) tatsächlich schlägt. Gong Er sucht daraufhin den Kampf mit Ip Man. Kurze Zeit später bricht der Krieg aus und die Japaner erobern Foshan. Ip Man verliert Familie, Vermögen und Stellung und muss wieder ganz von vorne anfangen. Gong Er wird von einem Familienmitglied verraten und betrogen, woraufhin sie nur noch von Rachegefühlen getrieben ist. In den 50er-Jahren kreuzen sich die Wege der beiden noch einmal.

 

Kritik: Kar-Wai Wong gehört zu den bildgewaltigsten Filmemachern im asiatischen Kino,was auch seiner Detailverliebtheit zuzuschreiben ist. Bei seinem Werk „Die verlorene Zeit“ arbeitete er weitere 14 Jahre an einem Director’s Cut. Sein erster amerikanischer Film, das melancholische Drama „My Blueberry Nights“ (2007) mit Norah Jones, Jude Law und Natalie Portman hatte schnell eine durchaus große Fangemeinde. Für „The Grandmaster“ war eine Zeitspanne von fünf Jahren (!) notwendig, die zwischen dem Beginn der ersten Arbeiten und dem finalen Schnitt vergingen. Lange erwartet, feierte das ruhige Kung Fu-Drama auf der diesjährigen Berlinale Premiere. In Punkten von Stilistik und Ästhetik gelingt Wong einer der anspruchsvollsten Genrefilme der letzten Jahre, der selbst mit Meisterwerken wie „Tiger & Dragon“ oder „Hero“ mithalten kann.

Große Kunst bei durchwachsenem Drehbuch

Tony Leung als legendärer Ip Man (Quelle: Wildbunch Germany)

Tony Leung als legendärer Ip Man (Quelle: Wildbunch Germany)

Die Kameraarbeit von Philippe Le Sourd („Ein gutes Jahr“) ist herausragend. Jede Einstellung ist ebenso ideal gewählt wie die Farbkompositionen, die hier die Leinwand füllen. Die tollen Detailaufnahmen während der perfekt durchchoreografierten Kämpfe lassen das Geschehene wir optische Poesie wirken, die von der hoffnungslosen Romanze von Ip Man und Gong Er umrandet wird. Die Kampfsequenzen sind für sich einzigartig und einfach nur schön anzusehen. Tony Leung füllt die Rolle des geheimnisvollen Kung Fu-Genies Ip Man ebenso stark aus wie Zhang Ziyi, die sogar noch anmutiger und präsenter wirkt, als es bei „Tiger & Dragon“ der Fall war.

Leider muss auf das ganze Lob noch ein sehr großes ABER folgen. Vor lauter Stilbewusstsein scheint Wong vergessen zu haben, ein austariertes und wirklich packendes Drehbuch zu liefern. Die Geschichte von Hauptfigur Ip Man wird nicht durchgängig erzählt. Erst werden nur vereinzelte Fragmente seines Lebens genommen, die recht zusammenhanglos (und teilweise verwirrend) dem Zuschauer präsentiert werden. Im Mitteldrittel steht die Rache von der anderen Protagonistin Gong Er im Mittelpunkt, weswegen Ip Man fast vollkommen aus dem Film verschwindet und erst irgendwann später wieder auftaucht. Es wird deutlich, das der Regisseur zunächst einen vierstündigen Epos gedreht hatte, der dann herunter gekürzt werden musste, da man als Zuschauer stets das Gefühl hat, entscheidende Erklärungen verpasst zu haben. Manch andere Szenen scheinen überhaupt keinen tiefer gehenden Sinn in der Haupthandlung zu haben und nur der künstlerischen Präsentation Wongs zu dienen. Die Dialoge wirken zwar etwas gekünstelt, jedoch passt das gut zu den gezeigten Bildern.

Was lange währt…wird teilweise gut. Von Kampfkunst und Bildern gehört „The Grandmaster“ ohne Zweifel zu den besten Martial-Arts-Filmen der vergangenen zehn Jahre. Die erzählte Geschichte hat zu viele Schwächen vor allem in puncto Geradlinigkeit und Entwicklung der Figuren, um ganz zu überzeugen. Somit können sich die Zuschauer auf ein optisches Glanzstück einrichten, dessen inhaltlicher Unterhaltungswert aber eher begrenzt ausfällt.

3 von 5 Punkten


Quelle: Wild Bunch Germany, YouTube

The Grandmaster

Originaltitel:Yi dai zong shi
Regie:Kar Wai Wong
Darsteller:Ziyi Zhang, Tony Leung Chiu Wai, Chen Chang
Genre:Eastern, Drama
Produktionsland/-jahr:China/Hongkong, 2013
Verleih:Wild Bunch Germany
Länge:123 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:27.06.2013

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