Review: Alex Cross (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Alex Cross" (Quelle: Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von “Alex Cross” (Quelle: Ascot Elite)

Als Polizei-Psychologe Alex Cross (Tyler Perry, „I Can Do Bad All by Myself“) zu einem Tatort gerufen wird, können er und seine Kollegen ihren Augen kaum trauen. Neben drei toten Leibwächtern finden sie eine brutal zu Tode gefolterte Konzern-Managerin. Alle Spuren deuten auf einen einzigen Täter hin, der als Signatur seiner Arbeit eine Zeichnung hinterlassen hat. Von nun ist „Picasso“ (Matthew Fox, „Lost“) das Hauptziel der Strafverfolgungsbehörden, was den Soziopathen aber nur zu noch perfideren Plänen motiviert. Er hat einige Taten im Auftrag übernommen und scheut vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Alex Cross und seine Kollegen heften sich mit aller Kraft an die Spur des Täters. Als Alex einen schwerwiegenden Fehler macht, dreht „Picasso“ den Spieß um und sorgt dafür, dass das Leben des Psychologen schlagartig verändert wird.

Im Jahr 1993 veröffentlichte Autor James Patterson mit “Along Came a Spider” den ersten Roman, in dem Alex Cross die zentrale Figur war. Weitere 18 Romane sollten bis heute folgen. Auch auf der Kinolandschaft ist die Figur Alex Cross bei weitem nicht neu. 1997 in „…denn zum Küssen sind sie da“ und 2001 in „Im Netz der Spinne“ übernahm Morgan Freeman („The Dark Knight Rises“) die Rolle des hochbegabten Ermittlers. Da Reboots momentan sehr im Trend sind, wird in diesem Film die tragische Vorgeschichte von Alex Cross erzählt. Für die Titelrolle war eigentlich Idris Elba vorgesehen, dessen ähnliche gelagerter Charakter „Luther“ ein ideales Bewerbungsschreiben abgab. Doch Elba lehnte ab, weswegen Komiker Tyler Perry den Part spielen durfte. Mit Rob Cohen („The Fast And The Furious“) übernahm ein routinierter, aber extrem konventioneller Regisseur die Inszenierung des Filmes. Leider wird schnell klar, dass der Thriller weder die Qualität von „Luther“ noch von den Morgan Freeman-Verfilmungen hat.

Alex Cross bei der Arbeit (Quelle: Ascot Elite)

Alex Cross bei der Arbeit (Quelle: Ascot Elite)

Zu glatte Inszenierung, zu platte Dialoge – aber ein genialer Bösewicht

Von Anfang an will keine wirkliche Spannung aufkommen, da die Dialoge äußerst uninspiriert wirken, was bei den gesprächigen Szenen sehr ermüdend wirkt. In vielen Fällen wird es so äußerst schwierig, den Phrasen-dreschenden Top-Ermittler wirklich ernst zu nehmen. Der Ablauf der Story ist genauso massentauglich, wie er voraussehbar ist: Ein überdurchschnittlicher Polizist trifft auf einen überdurchschnittlichen Psychopathen. Eine Gräueltat des Killers sorgt dafür, dass der Polizist seine Regeln über Bord wirft. Hier kommen weder Wendungen noch sonstige Überraschungen vor, die an diesem Grundgerüst rütteln. Cohen hat Glück, dass er sich zumindest auf seine Darsteller verlassen kann, die „Alex Cross“ deutlich sehenswerter machen. Tyler Perry gelingt es überraschend passabel, sich in einem vollkommen fremden Genre zu etablieren. Mit besseren Dialogen hätte er das Potenzial gehabt, hier vollkommen zu überzeugen, was so leider nicht möglich war.

Das Highlight von „Alex Cross“ ist aber Serien-Veteran Matthew Fox, der vollkommen ausgehungert, ohne Haare und stark trainiert kaum wiederzuerkennen ist. Das psychotische Glimmen in seinen Augen, seine Art zu reden und sich zu bewegen, seine enorme Präsenz: „Picasso“ ist einer der gruseligsten Monster, die das Thriller-Genre in letzter Zeit präsentiert hat. Matthew Fox zeigt die vielleicht beeindruckendste Performance seiner Karriere und beherrscht jede Szene nach Belieben. Edward Burns („Ein riskanter Plan“) und Rachel Nichols („Star Trek“) agieren als Partner von Cross ebenso ordentlich wie John C. McGinley („Scrubs – Die Anfänger“) als herrlich arroganter Polizei-Chef. Jean Reno („22 Bullets“) spielt in einem kleinen Part ein reiches, potenzielles Opfer von Picasso. Giancarlo Esposito („Breaking Bad“) komplettiert das Ensemble mit einem Auftritt als skrupelloser Gangsterboss.

"Picasso" prügelt sich (Quelle: Ascot Elite)

“Picasso” prügelt sich (Quelle: Ascot Elite)

„Alex Cross“ hätte ein durchaus starker Thriller auf dem Niveau der Morgan Freeman-Teile werden können. Leider lassen es Rob Cohen und die Autoren an Mut und Einfällen vermissen, weswegen nie wirkliche Spannung aufkommen will. In den USA konnte der Film noch nicht einmal seine Produktionskosten einspielen, weswegen in Deutschland komplett auf einen Kinostart verzichtet wurde. Es ist fast ausschließlich der grandiosen Leistung von Matthew Fox zu verdanken, dass dieser Film am Ende doch einige erinnerungswürdige Momente beinhaltet.

Ab dem 26.02.2013 ist der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Ein äußerst scharfes und detailreiches Bild mit lebendigen Farben kann durchgehend überzeugen. Die Kontraste und der gut gewählte Schwarzwert können ebenfalls gefallen. Nur in den dunklen Szenen ist das Bild aufgrund einer leichten Körnung etwas unruhig.

4 von 5 Punkten

Ton: Der verlustfreie DTS-HD MA 5.1-Ton ist sowohl bei der deutschen als auch bei der englischen Fassung das Highlight der Blu-ray. Die Dialoge sind selbst bei lauten Actionszenen perfekt verständlich, was auch an einer detaillierten Ausrichtung der Geräusche liegt. Die gut abgemischten Effekte sprechen die Anlage hervorragend an und die stark dosierten Bässe lassen die Heimkinoanlage erbeben.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Die Bonusmaterialien beschränken sich auf ein zwei Minuten langes Gespräch von James Patterson und ein paar Trailer.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle:Ascot Elite, YouTube

Alex Cross

Originaltitel:Alex Cross
Regie:Rob Cohen
Darsteller: Tyler Perry, Matthew Fox, Rachel Nichols
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2012
Verleih:Ascot Elite
Länge:101 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "Alex Cross"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 26.02.2013
Review: Alex Cross (Blu-ray)

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