Review: Der Verdacht des Mr. Whicher (Der Mord von Road Hill House / Der Mord in der Angel Lane)

Das DVD-Cover von "Der Verdacht des Mr Whicher" (© Polyband)

Das DVD-Cover von “Der Verdacht des Mr Whicher” (© Polyband)

Inhalt: Mitte des 19 Jahrhunderts sind strafrechtliche Ermittlungen noch relatives Neuland. Möglichkeiten wie Kriminaltechnik existieren noch nicht. Da ist es um so wichtiger, eine gute Beobachtungsgabe und entsprechendes Einfühlungsvermögen zu besitzen. Der Londoner Ermittler Whicher (Paddy Considine, „The World’s End“) besitzt eine solche Gabe. Deswegen wird er auch in die Provinz gerufen, als im Herrenhaus des wohlhabenden Mr. Kent (Peter Capaldi, „Doctor Who“) dessen Sohn brutal und unter rätselhaften Umständen ermordet wird. Whicher findet heraus, dass der Täter von innerhalb des Hauses kommen muss. Doch selbst die örtliche Polizei unterstützt seine Theorie nicht.

Abseits seiner eigentlichen Arbeit rettet er die Lady Susan Spencer (Olivia Colman, „The Night Manager“) vor einem Überfall. Diese bittet ihn daraufhin, im Fall des Verschwindens ihrer Nichte zu helfen. Doch diese Unterstützung verwickelt Whicher in einen Mordfall und einen Konflikt mit dem Gesetz und einigen wichtigen Leuten.

Kritik: Basierend auf den Romanen von Kate Summerscale entstanden insgesamt vier Filme rund um den gewieften Ermittler Jack Whicher. Die ersten beiden – voneinander unabhängigen – Teile sind in dieser Box zu finden. Bei „Der Mord von Road Hill House“ stand ein realer Fall Pate. Die Erzählweise ist recht klassisch und gradlinig. Mit gemächlichem Tempo führen die Macher in die Arbeit des Ermittlers ein. Es entwickelt sich schon bald ein nettes Katz- und Mausspiel zwischen dem Protagonisten und der gefundenen Hauptverdächtigen (Alexandra Roach, „The Huntsman and the Ice Queen“). Hier erinnert das Geschehen in gewissem Rahmen an einen Inspektor Columbo mit besserer Kleidung und weniger Schrullen. Natürlich überschlägt sich die Episode so nicht vor Unterhaltungswert. Dafür bekommen die Zuschauer eine schicke Ausstattung, ordentliche Dialoge und eine überdurchschnittlich gute Besetzung geboten.

„Der Mord an der Angel Lane“ legt da noch einmal deutlich zu. Hier bekommen die Zuschauer eine durchaus spannende und auch wendungsreiche Geschichte zu sehen. Dabei gelingt es den Machern aber zu jederzeit, den altmodischen Geist der Erzählung beizubehalten. So ist diese Folge ihrem ordentlichen Vorgänger in fast allen Belangen überlegen. Allgemein ist Paddy Considine als integrer Detektiv eine gute Wahl für „Der Verdacht des Mr, Whicher“ gewesen. Mit Ausstrahlung und Intelligenz ist seine Darstellung jederzeit glaubwürdig. Der aktuelle „Doctor Who“ Peter Capaldi hat seine schauspielerischen Qualitäten schon oft genug unter Beweis gestellt. Hier gibt der Schotte als Mann, der seinen Sohn verloren hat, eine zurückhaltende, aber deswegen nicht weniger überzeugende Performance. Auch Alexandra Roach als undurchsichtige Tochter der Familie Kent reiht sich mit einer guten Leistung ein. In der „Angel Lane“-Episode wurde mit Olivia Colman die erwartet starke Besetzung gefunden. Sie ist als alternde Jungfer, deren letztes bisschen Familie auseinander zu brechen droht, gewohnt vielseitig und nuanciert.

Die Bestseller-Verfilmung um die Fälle des Privat-Ermittlers Mr. Whicher sind absolut ausgerichtet auf Fans altmodischer Krimi-Unterhaltung. Eine tolle Ausstattung und ein hochwertiger Cast rund um Paddy Considine sorgen für ein ziemlich hohes Maß an Grund-Qualität in der Produktion. An manchen Stellen (vor allem im „Road Hill House“-Fall) erscheint das Geschehen ein bisschen sehr ruhig, sodass für „Der Verdacht des Mr, Whicher“ dann doch etwas zum großen Wurf fehlt.

Die Box ist ab dem 29.04.2016 auf DVD erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

Bild: Optisch gibt es die erwartet solide Kost. Schärfe und Detaildarstellung sind immer ordentlich, erreichen aber keine Top-Werte. Die Farbtöne sind eher kühl ausgefallen, sehen aber immer realistisch aus. Die Kontraste hätten vielleicht etwas kräftiger sein dürfen. Dafür ist der Schwarzwert wirklich satt. Gelegentlich gibt es ein leichtes Korn zu sehen. Insgesamt ist das Bild aber ziemlich ruhig und ohne auffällige Fehler.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 5.1-Ton sind verlustlos, aber thematisch bedingt natürlich eher ruhig. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen und kommen sauber aus dem Center. Vereinzelt gibt es etwas räumliche Aktivität wegen Hintergrundgeräuschen (z.B. das Publikum im Gerichtssaal). Auch der Streicher-lastige Score wird auf die äußeren Boxen verteilt. Erwähnenswerte Effekte gibt es nicht.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Behind the Scenes-Featurette (13 Minuten) ergänzt die DVD.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, YouTube

Der Verdacht des Mr. Whicher (Der Mord von Road Hill House / Der Mord in der Angel Lane)

Originaltitel:The Suspicions of Mr Whicher
Showrunner:James Hawes
Darsteller:Paddy Considine, Peter Capaldi, Olivia Colman
Genre:Krimi, Mini-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 2015
Verleih:Polyband
Länge:2 Episoden zu je 90 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.05.2016
Review: Der Verdacht des Mr. Whicher (Der Mord von Road Hill House / Der Mord in der Angel Lane)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.
Consent Management Platform von Real Cookie Banner