Review: The Captive – Spurlos verschwunden (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Captive" (Quelle: Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von “The Captive” (Quelle: Ascot Elite)

Inhalt: Eigentlich will Matthew (Ryan Reynolds, „The Voices“) nur noch einen Kuchen holen und lässt seine Tochter Cassandra (Peyton Kennedy) nur kurz im Wagen sitzen. Als er wieder kommt, ist Cassandra verschwunden. Die Polizisten Jeffrey (Scott Speedman, „Good Neighbours“) und Nicole (Rosario Dawson, „Sin City 2 – A Dame To Kill For“) verdächtigen Matthew. Acht Jahre später ist Cassandra immer noch verschwunden und das Leben von Matthew und dessen entfremdeter Frau Tina (Mireille Enos, „The Killing“) ist seitdem nicht mehr wie es war. Noch ahnen sie nicht, dass ihre Tochter (nun Alexia Fast, „Jack Reacher“) noch am Leben ist und von der Flucht vor ihrem Entführer (Kevin Durand, „The Echo“) träumt. Doch der hat natürlich ganz andere Pläne.

Regie/Drehbuch: Der ägyptische Filmemacher Atom Egoyan wurde 1998 für seinen erfolgreichen Film „Das süße Jenseits“ gleich zwei Mal für einen Oscar nominiert. Spätestens seitdem hatte er einen guten Namen im Arthouse Bereich Hollywoods und legte beispielsweise „Wahre Lügen“ oder den Cannes-Gewinner „Simons Geheimnis“ nach. Seine letzten Filme „Chloe“ und „Devil’s Knot“ enttäuschten dagegen. „The Captive“ greift den inhaltlich ähnlich gelagerten „Prisoners“ auf und gibt der Geschichte seinen eigenen (künstlerischen) Ton. Dabei wechselt er häufig die Zeitebenen, was einiges an Aufmerksamkeit erfordert, schafft es aber nicht, das erzählerische Niveau seines Kollegen Denis Villeneuve zu erreichen. So entsteht eine dichte, recht spannende, aber etwas zu verworrene Erzählung, die nicht ganz ohne Klischees auskommt.

Matthew sucht verzweifelt nach seiner Tochter (Quelle: Ascot Elite)

Matthew sucht verzweifelt nach seiner Tochter (Quelle: Ascot Elite)

Look: Nicht nur aufgrund des Schnees hat „The Captive“ einen ausgesprochen kühlen, fast sterilen Look, der die Atmosphäre des Films mitbestimmt.

Reynolds als verzweifelter Vater – Durand gruselt

Schauspieler: Ryan Reynolds bewegt sich in letzter Zeit etwas weg von seinen Helden- und Hallodri-Rollen. So hat er in „Buried“ und dem im April erscheinenden „The Voices“ absolut beeindruckende Leistungen geliefert. An die kann er zwar nicht ganz anknöpfen, überzeugt aber dennoch als emotional geschundener und verzweifelter Vater. An seiner Seite ist es vor allem an der gewohnt guten Mireille Enos zu überzeugen. Scott Speedman und Rosario Dawson haben in ihren recht eindimensionalen Rollen als Polizisten weniger die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Kevin Durand ist eine Stammbesetzung, wenn es darum geht, fiese und miese Charaktere zu verkörpern. Sein Auftritt als Entführer Mika schreit schon optisch (mit blondiert, gegelten Haaren und Schnurrbart) nach Sonderling, weswegen seine Rolle hart an der Grenze zur Karikatur schrammt.

Auch bei der Polizei ist man sich nicht immer einig (Quelle: Ascot Elite)

Auch bei der Polizei ist man sich nicht immer einig (Quelle: Ascot Elite)

Spannung/Unterhaltungswert: Die vielen Wechsel zwischen den Zeitebenen machen den Film unnötig kompliziert. Dennoch schafft es Egoyan, eine spannende und atmosphärische Entführungsgeschichte zu erzählen, die vor allem in der letzten Phase merklich zulegt.

Drama: Die Hauptfiguren Matthew und Tina durchleben den Albtraum aller Eltern. Über Jahre hinweg haben sie keine Ahnung vom Aufenthalt ihrer Tochter, was dann vom Entführer noch auf die Spitze getrieben wird. Es gelingt problemlos, sich in die Gefühlswelt der Protagonisten einzudenken, was den Film so berührend macht.

Humor: Der düstere, kühle Thriller verzichtet auf ironische Momente.

Romantik/Liebe: Spielt nur unterschwellig eine Rolle im Film.

Fazit: „The Captive“ gehört sicherlich zu den besseren Filmen von Atom Egoyan aus den letzten Jahren. Dennoch schafft er es nicht ganz, das Potenzial für einen gradlinigen und spannenden Thriller voll auszunutzen, da er unnötig kompliziert erzählt und auch nicht ganz auf Klischees verzichtet. So bleibt am Ende nur eine künstlerisch angehauchte Light-Version von „The Prisoners“.

Wo ist Cassandra? (Quelle: Ascot Elite)

Wo ist Cassandra? (Quelle: Ascot Elite)

Der Film ist ab dem 27.01.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Das saubere Bild ist durchgängig recht scharf, hat aber bei den dunklen Szenen etwas Probleme mit der Detaildarstellung. Auch wegen des vielen Schnees sind die Farben allgemein ziemlich hell, wirken aber recht natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind solide. Bildfehler gibt es in dieser unspektakulären Präsentation keine.

3 von 5 Punkten

Ton: Die englische und die deutsche DTS-HD MA 5.1-Tonspuren vollbringen bei diesem eher ruhigen Film natürlich keine Wunderdinge, holen aber das Mögliche aus dem Ausgangsmaterial heraus. Die Dialoge sind immer gut verständlich und Sounds sowie kleine Effekte wurden gut auf die Boxen verteilt. Hier kommen sogar teilweise die Stimmen aus den Rear-Boxen, was ungewohnt aber in Ordnung ist.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Eine B-Roll (8 Minuten) und ein paar Interviews (26 Minuten) ergänzen zusätzlich zu einigen Trailern die Blu-ray.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, Leinwandreporter TV, YouTube

The Captive - Spurlos verschwunden

Originaltitel:The Captive
Regie:Atom Egoyan
Darsteller:Ryan Reynolds, Mireille Enos, Rosario Dawson, Scott Speedman
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Ascot Elite
Länge:112 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.01.2015
Review: The Captive – Spurlos verschwunden (Blu-ray)

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