Review: The Echo (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Echo" (Quelle: Pandastorm Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “The Echo” (Quelle: Pandastorm Pictures)

Inhalt: Nach einer langen Haftstrafe kommt Bobby Walker (Jesse Bradford, „Flags of our Fathers“) auf Bewährung frei und zieht in das Appartement seiner vor kurzem verstorbenen Mutter. Die neuen Nachbarn sind nicht gerade froh, einen Ex-Sträfling im Gebäude zu haben und meiden ihn deshalb. Auch ansonsten fällt es Bobby schwer, sich in dem heruntergekommenen Gebäude heimisch zu fühlen, da beunruhigende Geräusche, Schreie und Stimmen ihm in der Nacht den Schlaf rauben. Tagsüber versucht er, wieder Anschluss an sein altes Leben zu finden. Er nimmt wieder Kontakt mit seiner Ex-Freundin Alysa (Amelia Warner, „Æon Flux“) auf, die ihm gegenüber sehr misstrauisch ist und nur langsam wieder auf ihn eingeht. Währenddessen verdichten sich für Bobby die Anzeichen, dass der Tod seiner Mutter kein Unfall gewesen ist und eine mysteriöse Macht auf das Gebäude einwirkt. Inwieweit kann er seinen Sinnen noch trauen?

Kritik: Bereits im Jahr 2008 inszenierte Yam Laranas dieses amerikanische Remake seiner eigenen Vorlage „Sigaw“. Die Produzenten von überzeugenden Genre-Remakes wie „The Grudge“ und The Ring“ versprachen auch hier einen Schocker für Fans der Szene. Drei Jahre bevor Laranas mit dem Endzeit-Film „The Road“ brillieren konnte, schafft er es hier am Beginn des Filmes, sein Talent als Regisseur anzudeuten. In dem atmosphärisch-gruseligen Appartement zurren vor allem die Soundeffekte von defekten Halogen-Röhren und knarzenden Holzdielen an den Nerven des Zuschauers und versprechen einen spannenden Horrorfilm. Nach gelungenen ersten 30 Minuten geschieht aber nicht mehr viel und es wird streckenweise sogar langweilig. Leider kann die Drama-Ebene rund um den Ex-Gefangenen, der wieder seinen Platz im Leben sucht, zu keiner Zeit wirklich packen. Der Film bleibt bei der Figurenzeichnung zu vage, um wirkliches Identifikationspotenzial zu beinhalten.

Bobby mit Gestalt über ihm (Quelle: Pandastorm Pictures)

Bobby mit Gestalt über ihm (Quelle: Pandastorm Pictures)

Mäßiges Timing, wenige Ausreißer nach oben

Die auf die Einleitung folgenden Schockeffekte wirken häufig unmotiviert und werden nur noch selten effektiv platziert. Gerade die raren, wirklich gelungenen Sequenzen, bei denen der ein oder andere Zuschauer zusammen zuckt, sind Beweis für die Möglichkeiten, die in „The Echo“ gesteckt hätten. Als die Geschichte auf der Zielgeraden an Tempo aufnimmt, weckt sich die Hoffnung auf ein furioses Finale, die sich aber auch nicht erfüllt. In den letzten Zügen bricht der Gruseler dann mit jeglicher Logik und liefert mehr als hanebüchene Erklärungen.

Der Hauptdarsteller Jesse Bradford versucht mit aller Macht, dem Film Substanz zu geben, was ihm aber auch nur mit Abstrichen gelingt. Er kann den sensiblen und gebeutelten Bobby überzeugend verkörpern, schafft es aber auch nicht, den gänzlich fehlenden Tiefgang seiner Figur zu überdecken. Auch Amelia Warner gibt sich erkennbare Mühe, der ehemaligen Freundin Glaubwürdigkeit und Profil zu geben. Mit Kevin Durand („Real Steel“) als aggressivem Polizisten und Pruitt Taylor Vince („Identität“) als ruhigem Einsiedler sind noch zwei bekannte Gesichter unter Bobbys Nachbarn auszumachen, die aber nur wenig Screen-Time bekommen.

Alysa ist Bobbys einzige Bezugsperson (Quelle: Pandastorm Pictures)

Alysa ist Bobbys einzige Bezugsperson (Quelle: Pandastorm Pictures)

„The Echo“ hatte alle Anlagen, ein wirklich guter Horrorfilm zu werden. Nach einem gelungenen Start versumpft die Geschichte und krankt merklich an der überambitionierten Drama-Storyline. Auch wenn immer wieder ordentliche Momente zu finden sind, kann der Film vor allem wegen der komplett misslungenen Auflösung nicht überzeugen.

Ab dem 10.01.2013 ist der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Der Low Budget-Horror überrascht mit klarer Auflösung und kräftigen Kontrasten, die für eine tolle Tiefenschärfe sorgen. Die Aufnahmen sind stets detailliert und ein Filmkorn ist ebenfalls nicht zu erkennen. Einzig die sehr gelb- und braun-lastige Farbgebung muss negativ erwähnt werden.

4 von 5 Punkten

Ton: Bei einem Film, der so viel wert auf akustische Schockeffekte legt, wie es bei „The Echo“ der Fall ist, kann der Tontranfer essenziell für die Qualität des Endproduktes sein. Tatsächlich bietet Pandastorm Pictures sowohl bei der deutschen, als auch bei der englischen DTS-HD Master Audio 5.1-Tonspur absolute Top-Qualität. Neben den problemlos verständlichen Dialogen surrt und knarrt es immer verstörend und bei den Schockeffekten wird fast makellose Surround-Sound geboten, aus dem der Film fast seine ganze Spannung zieht. Leider kann der Rest des Filmes nicht mit diesem Klangerlebnis mithalten.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Leider gibt es außer einigen Trailern keine Extras.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Pandastorm Pictures, YouTube

The Echo

Originaltitel:The Echo
Regie: Yam Laranas
Darsteller:Jesse Bradford, Amelia Warner, Kevin Durand, Pruitt Taylor Vince
Genre:Horrorthriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2008
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:96 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.01.2013
The Echo (Blu-ray)

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