Review: Crimson Peak (Kino)

Das Kino-Plakat von "Crimson Peak" (© Universal Pictures)

Das Kino-Plakat von „Crimson Peak“ (© Universal Pictures)

Inhalt: Edith Cushing (Mia Wasikowska, „Stoker“) musste schon in früher Kindheit am eigenen Leib erfahren, dass Geister sehr real sind, als ihr ihre verstorbene Mutter erschien. Seitdem schreibt sie an Romanen, die sich immer wieder auch um die Geisterwelt drehen. Während sie in der Firma ihres Vaters an der Vervollständigung des neuen Buches arbeitet, lernt sie den charmanten Geschäftsmann Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston, „Avengers“) kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Obwohl ihr Vater und der Kindergartenfreund Alan (Charlie Hunnam, „Cold Blood“) sie warnen, heiratet sie Tom und zieht mit ihm nach England. Dort leben sie gemeinsam mit Toms Schwester Lucille (Jessica Chastain, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) in einem baufälligen, riesigen Anwesen. Die Anweisungen, manche Räume nicht zu betreten und die manchmal übertriebene Fürsorglichkeit Lucilles verwundern Edith. Als sie dann in der Nacht düstere Gestalten auf den Gängen sieht, verfällt sie immer mehr in Panik.

 

Kritik: Guillermo del Toro gehört zu den optisch eindrucksvollsten Filmemachern der vergangenen Jahre. So wurden Filme wie „Pans Labyrinth“ zu jungen Klassikern. Auch wenn zuletzt „Pacific Rim“ ziemlich konventionell ausgefallen war, freute sich seine Fan-Gemeinde und die Filmlandschaft im allgemeinen auf seinen neuen Ansatz an einen altmodischen Gruselfilm. Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen. Mit einer tollen Ausstattung und fantastischen Locations hat der Film die optische Grundlage für eine Geistergeschichte von vor rund 100 Jahren. Auch mit den guten Dialogen gelingt eine glaubhafte Reise in die Zeit. Was allerdings überrascht: Die Geister selbst spielen dann doch eher eine untergeordnete Rolle in „Crimson Peak“, der sich hauptsächlich um Hingabe und Opferbereitschaft dreht. Dennoch entsteht eine atmosphärische, dunkle und vor allem kurzweilige Geschichte.

Rund um Edith geschehen merkwürdige Ereignisse (© Universal Pictures)

Rund um Edith geschehen merkwürdige Ereignisse (© Universal Pictures)

Das heruntergekommene britische Herrenhaus mit seinen langen Gängen entwickelt sich zu einem eigenen Charakter im Film. Mit langen Kamerafahrten durch die gigantische Flure nutzt del Toro die volle Bandbreite seines Hauptstandorts. Dabei gelingt noch ein genialer inhaltlicher und optischer Kniff. Das Haus sitzt auf einem Ton-Reservoir und sinkt immer weiter ab, weswegen die rote Masse öfters durch die Wände quillt. Ein viel gemeinerer Anblick wäre mit einfachen Mitteln wohl nicht drin gewesen. Es ist auch komplett zu verzeihen, dass die Handlung an sich relativ einfach gehalten ist. Der Trumpf eines Guillermo del Toro ist es natürlich, dass er sich mittlerweile die Darsteller fast komplett frei wählen kann und dabei fast immer ein gutes Gespür für Idealbesetzungen hat.

Sind Thomas und Lucille vertrauenswürdig? (© Universal Pictures)

Sind Thomas und Lucille vertrauenswürdig? (© Universal Pictures)

So ist Mia Wasikowska als intelligente, früh emanzipierte Frau, die dann doch wegen der Liebe ihr bekanntes Leben aufgibt, ein erneuter Hochgenuss. Auch Tom Hiddleston hätte als charismatischer, ehrgeiziger, ein wenig undurchschaubarer Unternehmer von altem Adel nicht besser besetzt werden können. Jessica Chastain ist als mysteriöse Lucille eine Naturgewalt. Sie ist anmutig, furchteinflößend, liebevoll und psychotisch. Im einen Moment ist sie weich und hingebungsvoll, nur um in der nächsten Sekunde kühl ihre Ziele zu verfolgen. Diese schwierige Figur so präzise auf die Leinwand zu bringen, ist große Kunst. Von den Nebendarstellern bekommen hauptsächlich noch Charlie Hunnam als alter Freund von Edith und Jim Beaver („Deadwood“) als strenger, intelligenter Vater, der alles für seine Tochter tun würde, einige schöne Momente.

Für seinen neuen Film erfindet Guillermo del Toro das dramaturgische Rad sicher nicht neu und dürfte den wirklichen Horror-Fans auch keine schlaflosen Nächte abverlangen. „Crimson Peak“ lebt von seinen tollen Bildern, der fantastischen Ausstattung, der gelungenen Inszenierung und den hochklassigen Schauspielleistungen. Mit diesen Mitteln entsteht wunderbar altmodisches Kino, bei dem der Regisseur sein handwerkliches Talent voll auslebt.

4 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Crimson Peak

Originaltitel:Crimson Peak
Regie:Guillermo del Toro
Schauspieler: Mia Wasikowska, Tom Hiddleston, Jessica Chastain, Charlie Hunnam
Genre:Biographie, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Kinostart:15.10.2015
Verleih:Universal Pictures
Länge:119 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Homepage des Films:Crimson Peak

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 14.10.2015
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