Review: Chappie (Kino)

Das Kino-Plakat von "Chappie" (Quelle: Sony Pictures Germany)

Das Kino-Plakat von “Chappie” (Quelle: Sony Pictures Germany)

Inhalt: In naher Zukunft hat die Polizei von Johannesburg den Dienst an eine private Sicherheitsfirma überstellt, die „Scouts“, äußerst effiziente Roboter auf Verbrecherjagd schickt. Ihr Erfinder Deon (Dev Patel) ist zum Superstar der Branche aufgestiegen, was seinem Kollegen Vincent (Hugh Jackman, „Prisoners“), dessen Erfindung ausrangiert wurde, alles andere als behagt. Privat arbeitet Deon seit Jahren an einer künstlichen Intelligenz, die jetzt endlich zu funktionieren scheint. Da niemand in seiner Firma an einem denkenden Roboter interessiert zu sein scheint, stiehlt Deon ein ausrangiertes Modell, um zu experimentieren. Kaum aus der Firma raus, wird er von den Gangstern Yolandi (Yo-Landi Visser), Ninja (Ninja) und Amerika (Jose Pablo Cantillo) entführt, die den Roboter gern für eigene Zwecke missbrauchen wollen. Doch der junge Chappie (Sharlto Copley, „Open Grave“) muss erst einmal die Welt kennen lernen. So arbeiten die Gangster und der Wissenschaftler zusammen, während sich andere Mächte sammeln, um die intelligente Maschine aus dem Weg zu räumen.

Hintergrund: Jo-Landi Visser und Ninja sind Teil der südafrikanischen Rap-Kombo „Die Antwoord“, von denen Blomkamp ein großer Fan ist. Seit einigen Jahren arbeitete er an einem Film, indem die Trash-Musiker ein Alien aufziehen. Diese Vision durfte er in „Chappie“ tatsächlich umsetzen.

Drehbuch: Wie schon bei „District 9“ teilte sich Blomkamp das Skript mit Terri Tatchell. Herausgekommen ist eine Geschichte, die in den gemeinsamen Szenen von den Rappern und dem Roboter witzig ist, aber bei der Rahmenhandlung schematisch und ein wenig ziellos bekannte Genre-Werke wie „I Robot“, „Mad Max“ und „RoboCop“ mischt.

Deon und Vince kommen nicht so gut miteinander klar (Quelle: Sony Pictures Germany)

Deon und Vince kommen nicht so gut miteinander klar (Quelle: Sony Pictures Germany)

Regie: Mit seinen Qualitäten in der Inszenierung von rauen Science Fiction-Filmen hat sich Neill Blomkamp („Elysium“) mit Recht den Regie-Stuhl für den neuen „Alien“-Film gesichert. Bei „Chappie“ scheint es ihm mehr um seine Grundidee, als um eine wirklich spannende Geschichte gegangen zu sein. So ist der Film gut, wenn er seine Gangster aufs Korn nimmt. Ansonsten ist der Science Fiction eher träge Unterhaltung von der Stange, die etwas zu kindgerecht für Action-Fans und zu brutal für Familienkino ist.

Look: Ein sattes Budget wurde in die guten Motion Capture-Aufnahmen und Effekte gesteckt. Ansonsten sieht der Film (typisch Blomkamp) eher dreckig und sandig aus. Sehr auffällig sind die Frisuren der Bösewichter, die in ihrer Abscheulichkeit klar an die 80er-Jahre-Dystopien angelehnt sind.

Witzige Rapper – fremder Copley

Chappie schließt schnell Freundschaften (Quelle: Sony Pictures Germany)

Chappie schließt schnell Freundschaften (Quelle: Sony Pictures Germany)

Schauspieler: Obwohl Dev Patel als Hauptfigur eingeführt wird, genießt sein etwas naiver, gutherziger Wissenschaftler nicht gerade Priorität. Ninja und Jo-Landi Vasser bestimmen da mit ihren „Over the Top“-Performances eher das geschehen. Unterstützung bekommen sie dabei von Jose Pablo Cantillo, der seinen gewohnten Gangster-Part souverän herunterspielt. Hugh Jackman hat als „Böser“ bislang noch nicht so viel Erfahrung. Hier darf er sich mit Fokuhila-Frisur (!!!) von seiner dunklen Seite zeigen und hat dabei ein paar gute Szenen. Sigourney Weaver („Exodus: Götter und Könige“) bleibt als Chefin von Deon eher im Hintergund. Blomkamps Haus und Hof-Schauspieler Sharlto Copley ist bei diesem Film als Motion Capture-Darsteller und Stimme von Chappie dabei.

Unterhaltungswert/Spannung: Wie bereits erwähnt, ist der Film am besten, wenn er sich als Gangster-Parodie versucht. Die weiteren Szenen und gerade das explosive Finale funktionieren auch auf der reinen Unterhaltungsebene nicht immer, da man vieles einfach schon einmal gesehen hat.

Drama: In seinem Herz ist „Chappie“ eine Außenseiter-Geschichte, die wirklich sympathische Momente hat. Sozialkritische Momente, wie man sie von Blomkamp gewohnt ist, gehen unter.

Humor: Schießübungen, Sprach-Training für Gangster und das Kapern von Autos sind in diesem Film tatsächlich witzig und sorgen dafür, dass „Chappie“ zumindest teilweise sehenswert ist.

Liebe/Romantik: Spielt hier keine große Rolle.

Fazit: Insgesamt ist „Chappie“ eher als Enttäuschung zu werten. Obwohl der Film ein paar herrliche Momente hat, fehlen einfach eigene Ideen, um ein schlüssiges Ganzes zu erhalten. So bleibt der bislang deutlich schwächste Film von Neill Blomkamp.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures Germany, YouTube

Chappie

Originaltitel:Chappie
Regie:Neill Blomkamp
Darsteller:Sharlto Copley, Hugh Jackman, Dev Patel, Sigourney Weaver
Genre:Science Fiction, Action
Produktionsland/-jahr:USA/Mexiko, 2014
Kinostart:05.03.2015
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge:120 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.03.2015
Review: Chappie (Kino)

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