Review: Black Mass (Kino)

Das Kino-Plakat von "Black Mass" (© Warner Bros Pictures)

Das Kino-Plakat von “Black Mass” (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: In der Mitte der 70er-Jahre ist James „Whitey“ Bulger (Johnny Depp, „Into the Woods“) ein gefürchteter Gangster, während sein Bruder Billy (Benedict Cumberbatch, „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“) Staats-Senator ist. Als Whiteys früherer Kumpel John Connolly (Joel Edgerton, „Felony – Ein Moment kann alles verändern“) – inzwischen FBI-Agent – wieder in seinem alten Viertel auftaucht, kommt er mit einem attraktiven Vorschlag. Whitey soll helfen, gegen die italienische Mafia zu ermitteln und bekommt im Austausch mehr Freiheiten gegenüber des Gesetzes. Der clevere Verbrecher nutzt die Gunst der Stunde, um seine Konkurrenten von der Straße zu holen und mit Hilfe des FBI zum Chef der Bostoner Unterwelt aufzusteigen. Doch diese ungewöhnliche Allianz steht auf sehr wackeligen Beinen, weswegen eine Eskalation nur eine Frage der Zeit ist.

Kritik: Die Autoren Dick Lehr und Michael O’Neill verarbeiteten den wahren Fall in ihrem Bestseller „Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between the FBI and the Irish Mob“, der wiederum als Vorlage für diesen Film diente. Scott Cooper, der Jeff Bridges mit „Crazy Heart“ zu einem Oscar verholfen hatte, übernahm die Inszenierung. Diese zeigt die beiden typischen Eckpunkte eines Cooper-Filmes: Neben einer sehr guten Führung der Schauspieler tut sich der Regisseur auch hier schwer, eine flüssige Geschichte zu erzählen. Das Bemühen, auf möglichst wenig Fakten zu verzichten, sorgt dafür, dass der Film ziemlich distanziert bleibt. So können auch hoch emotionale Momente, wie ein familiärer Trauerfall Bulgers, nicht wirklich berühren. Wieder einmal hat der Regisseur alle Stücke in der Hand, schafft es aber nicht, diese zu einem wirklich exzellenten Gesamtbild umzusetzen.

Ein Cop und ein Gangster - keine gute Mischung (© Warner Bros Pictures)

Ein Cop und ein Gangster – keine gute Mischung (© Warner Bros Pictures)

Mit schicker Ausstattung und einer guten Kamera entsteht ein glaubhaftes 70er-Jahre-Setting, das mit einem fantastischen Soundtrack weiter betont wird. Hauptdarsteller Johnny Depp ist nach einigen eher schwachen Auftritten dann doch wieder einmal der fantastische Schauspieler, der zu Recht als Weltstar gilt. Mit Mut zur Hässlichkeit und einer tollen Maske ist Depp als Gangsterboss kaum wiederzuerkennen. Er nutzt die kalten, stahlblauen Kontaktlinsen, um Angst zu verbreiten. Mit jeder Faser taucht er in die berühmt-berüchtigte Figur ein. Besonders eine gemeinsame Szene mit der guten Julianne Nicholson („Im August in Osage County“), die als Connollys Ehefrau Marianne zu sehen ist, dürfte wohl jedem Kinozuschauer einen Schauer über den Rücken jagen. Im direkten Vergleich kann natürlich kein anderer Darsteller wirklich glänzen.

Whitey mit der Mutter seines Kindes (© Warner Bros Pictures)

Whitey mit der Mutter seines Kindes (© Warner Bros Pictures)

Dennoch liefern natürlich auch die anderen prominenten Cast-Mitglieder sehr brauchbare Leistungen. Gerade Joel Edgerton und Benedict Cumberbatch (abgesehen von der nicht wirklich vorhandenen Familien-Ähnlichkeit zu Depp) überzeugen hier. Kevin Bacon („Crazy, Stupid, Love.“), Dakota Johnson („Fifty Shades of Grey“) und Jesse Plemons („The Homesman“) haben ein paar schöne Momente, während so tolle Schauspieler wie Peter Sarsgaard („The Killing“), Corey Stoll („Ant-Man“) und Juno Temple („Schmerzensgeld“) etwas verschenkt werden.

So bleibt vor allem ein brillant-gruseliger Johnny Depp und ein gelungener Look, der bei „ Black Mass“ in Erinnerung bleibt. Es liegt an der etwas trockenen Erzählweise, dass hier ein guter, aber nie herausragender Film entstanden ist.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Black Mass - Der Pate von Boston

Originaltitel:Black Mass
Regie:Scott Cooper
Schauspieler: Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Dakota Johnson
Genre:Biographie, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Kinostart:15.10.2015
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:123 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Homepage des Films:Black Mass - Der Pate von Boston

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 12.10.2015

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