Review: Sweetwater – Rache ist süß (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Sweetwater" (Quelle: Planet Media Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von „Sweetwater“ (Quelle: Planet Media Home Entertainment)

Im frühen 18. Jahrhundert leben die schwangere Sarah (January Jones, „X-Men: Erste Entscheidung“) und ihr Mann Miguel (Eduardo Noriega, „The Last Stand“) unter ärmlichen Voraussetzungen auf einer unwirtlichen Farm in Arizona. Direkt neben ihrem Grundstück lebt der Sektenführer Josiah (Jason Isaacs; „Harry Potter“) mit seinen fanatischen Anhängern. Der selbst ernannte Prophet ist paranoid, brutal und absolut skrupellos, wodurch er auch schon beim neuen Sheriff Jackson (Ed Harris, „Pain & Gain“) oben auf der Fahndungsliste steht. Mit kleinen Sticheleien versucht Josiah Sarah und Miguel zu vertreiben. Als es daraufhin zu einem Streit kommt, tötet er Miguel und setzt Sarah noch mehr unter Druck. Nach einiger Zeit in Einsamkeit hat Sarah genug: Sie packt ihr schickestes Kleid aus, kauft einige Schachteln Munition und begibt sich auf einen beispiellosen Rachefeldzug gegen den Propheten.

Logan Miller („Touching Home“) schrieb gemeinsam mit seinem Bruder Noah Miller das Drehbuch für diesen Neo-Western und übernahm noch mit ihm die Regie. In bunten Farben gedreht und mit schrägen Typen ausgestattet erinnert dieser Film streckenweise deutlich an Quentin Tarantino. Jedoch ist „Sweetwater“ nicht einfach nur ein schnöder Abklatsch, da er eigenständig gut funktioniert und in den meisten Sequenzen richtig Spaß macht. Der einzige massivere Kritikpunkt hier ist eine deutlich zu lang ausgefallene Phase, in der Sarah alleine auf der Farm lebt und auch sonst nicht wirklich viel passiert. Der gelungene Anfang und vor allem das aufgedrehte Schlusskapitel machen diesen Durchhänger aber problemlos wieder wett. Ansonsten wird hier B-Movie-Unterhaltung, wie sie sein sollte, geboten und durch die spektakulären Landschaften noch einmal untermalt.

Eine mehr als hübsche Killerin und ein wie aufgezogen spielender Ed Harris

Sarah auf Rachestreifzug (Quelle: Planet Media Home Entertainment)

Sarah auf Rachestreifzug (Quelle: Planet Media Home Entertainment)

Im Mittelpunkt dieses „Tarantino Light“-Filmes steht „Mad Men“-Star January Jones, die schon öfters bewiesen, das sie mehr zu bieten hat als ihr tolles Aussehen. Deswegen wird es ihr auch keineswegs gerecht, das im Vorfeld nur über eine „Oben ohne“-Szene von ihr gesprochen wurde. Sie spielt mit recht wenigen Worten eine starke Frau und schafft es, die grenzwertigen Handlungen ihrer Figur nicht zu sehr zu überzeichnen. An ihrer Seite darf man Ed Harris so amüsant wie fast noch nie erleben. Er tanzt und schießt durch die Gegend, demütigt scharfzüngig seine Gegenspieler und nimmt nie ein Blatt vor den Mund (sozusagen der Christoph Waltz dieses Films). Auch Jason Isaacs reiht sich mit einer guten Leistung ein. Er gibt hier einen schönen psychotischen Antagonisten. Obwohl sein Spiel teilweise etwas „Over the Top“ erscheint, gehört er zu diesen Bösewichtern, denen man als Zuschauer einfach gerne zusieht. Eduardo Noriega spielt solide, hat aber nicht den Raum um sich hier wirklich einzubringen. Ansonsten fällt beim Film noch das Casting der Nebenfiguren auf, die wohl zum großen Teil in die Kategorie Charakterköpfe eingeordnet werden können.

Insgesamt ist „Sweetwater“, der auch erst der zweite Film der Miller Brothers war, überraschend gut ausgefallen. Obwohl die eigentliche Rache-Tour der Protagonistin einen zeitlich relativ kleinen Raum einnimmt sorgen schräge Charaktere, gut aufgelegte Schauspieler und starke Bilder dafür, dass wohl die meisten Western-Fans auf ihre Kosten kommen werden.

Sheriff Jackson macht seine eigenen Gesetze (Quelle: Planet Media Home Entertainment)

Sheriff Jackson macht seine eigenen Gesetze (Quelle: Planet Media Home Entertainment)

Der Film ist ab dem 16.01.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die sehr stilbewusste Bildgebung wird gut aufs Blu-ray-Medium übertragen. Die bewusst starke Körnung passt einfach gut zum Genre. Trotzdem ist das Bild meistens scharf und verfügt außerdem über eine gute Detaildarstellung. Die Kontraste und der Schwarzwert wurden ebenfalls zufriedenstellend eingestellt. Die Farben sind häufig in sonnengetränkten Gelbtönen gehalten. Wenn der Regisseur dann Wert darauf legt sind die Farben einfach nur satt und natürlich.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und englische DTS-HD MA 5.1-Ton werden ebenfalls gehobenen HD-Ansprüchen gerecht. Die Dialoge klingen natürlich und sind immer gut verständlich. Hintergrundgeräusche und Score sorgen für eine dynamisch abgemischte Atmosphäre. Wenn es dann zu Schießereien kommt, darf die Anlage zeigen, was sie kann.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein solides Making of ist neben ein paar Trailer der einzige Bonus dieser Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, YouTube

Sweetwater - Blut schreit nach Blut

Originaltitel:Sweetwater
Regie:Logan Miller
Darsteller:Ed Harris, January Jones, Jason Isaacs
Genre:Western
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Planet Media
Länge:95 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.01.2014
Review: Sweetwater – Rache ist süß (Blu-ray)

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