Review: Serena (Kino)

Das Plakat von "Serena" (Quelle: StudioCanal)

Das Plakat von “Serena” (Quelle: StudioCanal)

Inhalt: Im Jahr 1929 lernt George Pemberton (Bradley Cooper), der Erbe eines großen Holzbau-Unternehmens, die intelligente und attraktive Serena (Jennifer Lawrence) kennen, die er kurz darauf heiratet. Kaum zurück in North Carolina übernimmt Serena immer mehr die Arbeit von George und versucht den Ertrag des Betriebs zu optimieren. Die beiden träumen davon, sich in Brasilien ein neues Leben aufzubauen. Doch schon bald kommt es zu massiven Problemen, als Shaw von einem Geschäftspartner hintergangen wird. George und Serena kennen keine Gnade mit denen, die sich ihnen und ihrem Traum in den Weg stellen. Der örtliche Sheriff (Toby Jones) hat das Ehepaar schon auf seinem Radar. Das private Glück der beiden scheint perfekt, als Serena schwanger wird. Als sie dann jedoch erfährt, dass George bereits ein uneheliches Kind hat, fasst sie rasend vor Eifersucht einen folgenschweren Entschluss.

Kritik: Bereits im Jahr 2011 fand der Dreh für diese Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ron Rash statt. Durch Schwierigkeiten in der Post-Produktion verzögerte sich der Release des Filmes erheblich. Das wird kombiniert mit einem recht unausgegorenen Drehbuch. Trotz einer preisgekrönten Regisseurin wie der Dänin Susanne Bier („Brothers“) und auch ansonsten guten Handwerkern war das leider auch für „Serena“ kein gutes Vorzeichen für die Qualität des Filmes. In den herrlich eingefangenen Landschaften von North Carolina erstickt der Film fast an Stilbewusstsein und behindert sich somit beim Erzählen einer wirklich packenden Geschichte (was durchaus möglich gewesen wäre). Auch weil das Thema Kinderwunsch/Geburt einen großen Platz im Film einnimmt, wird das interessante Setting zu Zeiten der großen Depression allenfalls am Rande behandelt und mit melodramatischem, teils gekünstelt wirkendem Herzschmerz ersetzt.

Lawrence und Cooper dieses Mal nicht im Oscar-Modus

Die Pembertons in gehobener Gesellschaft (Quelle: StudioCanal)

Die Pembertons in gehobener Gesellschaft (Quelle: StudioCanal)

So verschenkt der Film viel von seinem großen Potenzial und entwickelt sich zu ausgesprochen zäher Kost, die auch nicht ohne Klischees auskommt. Freut man sich zu Beginn noch über eine altmodische, aber ordentlich erzählte Liebesgeschichte, wird der Film nach und nach immer holpriger und die Handlungen der Figuren immer schlechter nachvollziehbar. Das wirkt sich natürlich auch auf die Schauspieler aus. Bei „American Hustle“ und „Silver Linings“, den beiden letzten Filmen von David O’Russell, standen Jennifer Lawrence und Bradley Cooper gemeinsam vor der Kamera.

Diese Kooperationen endete für Lawrence mit einem Oscar sowie einer Nominierung und für Cooper mit zwei Oscar-Nominierungen. Auch wenn beide hier wieder bestens harmonieren und sicherlich nicht schlecht spielen, dürften sie dieses Mal mit keiner großen Preisverleihung etwas zu tun haben. Über weite Strecken werden die Schauspieler unterfordert, in einzelnen Szenen überdrehen sie (vor allem Jennifer Lawrence) ein wenig. Rhys Ifans („Passion Play“) als wortkarger, loyaler Vorarbeiter der Pembertons spielt ebenfalls solide, aber unter seinen Möglichkeiten. Toby Jones („Captain America 2: The Return Of The First Avenger“) kann als Sheriff hingegen wirklich überzeugen.

Aufgrund der Verantwortlichen rund um den Film und die äußerst bekannte Romanvorlage waren die Erwartungen entsprechend hoch. Obwohl alles schön aussieht, fehlt hier einfach der letzte Funke, der nie wirklich überspringt. Die emotionale Geschichte um den Kinderwunsch Serenas, die gewohnt vielseitig aber etwas zu aufgekratzt von Jennifer Lawrence gespielt wird, berührt nur teilweise. Weshalb für dieses Melodrama – abgesehen von den unbestreitbaren Schauwerten – unbedingt ein aufwendiges 20er-Jahre Setting gebraucht, aber dann nicht mit zeitgenössischem Inhalt unterfüttert wurde, bleibt eine der offenen Fragen des Filmes. So wird „Serena“, auch wenn aus technischer Sicht das meiste in Ordnung ist, weder seiner Regisseurin noch seinen Hauptdarstellern gerecht.

2,5 von 5 Punkten

Quelle: Leinwandreporter TV, YouTube

Serena

Originaltitel:Serena
Regie:Susanne Bier
Darsteller:Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Rhys Ifans
Genre:Western, Liebesdrama
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:StudioCanal
Länge:109 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:18.12.2014

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.12.2014
Serena (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen