Review: Haunt – Das Böse erwacht (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Haunt" (Quelle: Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Haunt” (Quelle: Universum Film)

Inhalt: Der 18 Jahre alte Evan (Harrison Gilbertson , „Need for Speed“) ist nicht gerade begeistert, mit seiner Familie in ein recht einsames Haus in einem kleinen Dorf zu ziehen. Da Mann und Kinder der Vorbesitzerin Janet Morello (Jacki Weaver, „Silver Linings“) in dem Haus umgekommen sind, glauben viele Dorfbewohner an einen Fluch, der die neue Heimat Evans umgibt. Er lässt sich aber nicht stören und findet auch bald mehr Gefallen an seiner Situation, als er die hübsche, geheimnisvolle Samantha (Liana Liberato, „Trespass“) kennen lernt. Auf ihr Drängen beginnt er bald zu forschen, um mehr über die Geschichte des Hauses herauszufinden. Die beiden finden eine Box, mit der man angeblich Kontakt zu Geistern aus einer anderen Welt aufnehmen kann. Als sie diese austesten, ahnen sie noch nicht, was für finstere Mächte sie damit heraufbeschwören.

Kritik: Mit diesem klassischen Geisterhaus-Horror feierte Mac Carter im Jahr 2013 sein Regie-Debüt. Wie es schon anhand der Inhaltsangabe zu erwarten war, wird hier nicht gerade innovative Grusel-Unterhaltung geboten. Fast alles wirkt, wie schon einmal gesehen und in anderem Zusammenhang wieder aufgewärmt. Dennoch ist „Haunt – Das Böse erwacht“ kein schlechter Film. Das liegt zunächst einmal daran, dass sich Carter durchaus geschickt darauf versteht, die zunächst rar gesäten Schockmomente recht effektiv zu nutzen. Obwohl sich die Horrorfans auf absolut bekanntem Terrain bewegen, stellen sich so schon früh erste Gänsehautmomente ein. Außerdem gelingt es auch ordentlich, neben der Gruselgeschichte ein Jugenddrama zu erzählen. Zwar droht der Film stellenweise, zu ruhig zu werden, aber die sympathisch erzählte Außenseiter-Story wiegt hier einiges auf. Zum Finale erhöht das Werk merklich die Schlagzahl und schafft es dabei sogar, einige wirklich überraschende Akzente und Wendungen zu setzen. Daneben sind auch die Maske und die Tricktechnik zufriedenstellend.

Überdurchschnittliche Darsteller beleben das bekannte Geschehen

Evan und Samantha beschwören etwas Böses herauf (Quelle: Universum Film)

Evan und Samantha beschwören etwas Böses herauf (Quelle: Universum Film)

Eine große Schwäche vieler derartiger Werke sind die eindimensionalen, flach angelegten Charaktere, die nach und nach Opfer diverser Bösartigkeiten werden. Die Figuren sind auch hier nicht unbedingt atemberaubend gut gelungen, bieten aber immerhin genügend Qualität, damit die ordentlichen Hauptdarsteller hier sympathische Protagonisten schaffen können, bei denen der Zuschauer gerne mitfiebert. So liefert Harrison Gilbertson eine absolut runde Performance als stiller Grübler Evan. Er wird aber ausgestochen von der sichtlich sehr begabten Liana Liberato. Sie zeigt hier als Misshandlungsopfer Samantha eine interessante Balance zwischen gequälter Seele und jugendlichem Leichtsinn. Sie könnte man in der Zukunft noch häufiger zu Gesicht bekommen.Die deutlich bekannteste Darstellerin im Cast ist natürlich Jacki Weaver, die sich aber neben der Funktion der Erzählerin auf eine Nebenrolle beschränkt. Diese meistert sie natürlich wie immer makellos. Weitere Nebendarsteller wie Danielle Chuchran („SAGA“) als Evans Schwester komplettieren die recht kleine Besetzungsliste mit mindestens passablen Leistungen.

Sicher ist „Haunt – Das Böse erwacht“ kein revolutionärer Beitrag zum Genre. Dafür ist die Geschichte viel zu oft erzählt worden. Außerdem leistet sich der Film in nur 85 Minuten Spielzeit doch ein paar Durchhänger. Dennoch ist der Film ordentlich gespielt, relativ spannend, bis streckenweise erschreckend und punktet mit seinen cleveren Einfällen im Schlussdrittel. Das reicht dann am Ende aus, um einen gelungenen Video-Abend ohne großen Anspruch zu gewährleisten.

Der Film ist ab dem 27.06.2014 auf DVD und  Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Kein netter Zeitgenosse (Quelle: Universum Film)

Kein netter Zeitgenosse (Quelle: Universum Film)

Bild: Passend zur Stimmung des Filmes, ist das Bild selbst in den recht seltenen Tag-Szenen häufig in Grau-Blau-Tönen gehalten. Auch ansonsten sind die Farben in bewusst blassen Tönen gehalten worden. Schärfe und Detailzeichnung sind an den meisten Stellen. wirklich gut ausgefallen. Dafür gibt es bei Schwarzwert und Kontrasten leichte Schwächen, weswegen es hier und da zu Problemen bei der Durchzeichnung kommt. Bildrauschen, Artefakte oder ähnliches sind nicht zu entdecken gewesen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton werden den Anforderungen voll gerecht. Die Dialoge sind immer gut verständlich und speziell, wenn die Protagonisten mit der Geisterwelt in Kontakt treten, werden wirklich alle Boxen beansprucht. Einige Schocksequenzen funktionieren vor allem wegen der überzeugenden Sound-Effekte so gut. Insgesamt werden die Erwartungen für eine solche Low Budget Produktion recht deutlich übertroffen.

4 von 5 Punkten

Extras: Mit Ausnahme einiger Trailer gibt es leider keine Bonusmaterialien zum Film.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, LeinwandreporterTV, YouTube

Haunt - Das Böse erwacht

Originaltitel:Haunt
Regie:Mac Carter
Darsteller:Harrison Gilbertson, Jacki Weaver, Danielle Chuchran, Liana Liberato
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Horror
Länge:85 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.06.2014
Haunt – Das Böse erwacht (Blu-ray)

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