Review: Double Up Collection Die neun Pforten + Blow (Blu-ray)

Die neun Pforten

Das Cover der Double Up Collection (Quelle: StudioCanal)

Das Cover der Double Up Collection (Quelle: StudioCanal)

Der arrogante Dean Corso (Johnny Depp) verdient seinen Lebensunterhalt damit, die Herkunft rarer Bücher zu erforschen, um deren Echtheit zu bestätigen. Aus diesem Grund wird er von Boris Balkan (Frank Langella, „Robot & Frank“), einem Sammler seltener Bücher rund um das Thema Teufel, für einen brisanten Job angeheuert. Balkan besitzt seit neuestem eines von drei existierenden Ausgaben von „Die neun Pforten ins Reich der Schatten“, mit dem man angeblich Luzifer selbst beschwören kann. Dean soll nach Europa reisen, die anderen Exemplare überprüfen und so die Authentizität von Balkans Buch bestätigen. Aufgrund des finanziell äußerst lukrativen Angebotes, beginnt er, nachzuforschen. Dabei ist das Aufeinandertreffen mit der Witwe eines ehemaligen Besitzers des Buches (Lena Olin) nur das erste von zahlreichen merkwürdigen Ereignissen. Schon bald ist die Situation Dean komplett über den Kopf gewachsen und dieser muss einsehen, das es hier um viel mehr als nur ein seltenes Buch geht.

Spätestens seitdem seine Frau Sharon Tate in den 60er-Jahren ein Opfer der „Helter Skelter“-Morde wurde, ist Regie-Superstar Roman Polanski („Chinatown“) ein Fan des Mysteriösen und Diabolischen. So machte er die Thematik auch in diesem Psychothriller aus dem Jahr 1999 wieder geltend. Obwohl „Die neun Pforten“ sicherlich nicht zu Polanskis stärksten Filmen zählt, ist er deutlich besser als sein Ruf. Die wunderbar altmodische Inszenierung, die optisch und dramaturgisch eher an Filme aus den 1970er-Jahren erinnert, passt sehr gut zur einfachen aber effektiven Geschichte, die nach und nach immer verwobener wird.

In gewisser Weise macht sich der Regisseur sein eigenes Werk „Rosemary’s Baby“ zu Nutzen, auch wenn die Klasse dieses bahnbrechenden Genre-Filmes hier zu keiner Zeit erreicht wird. Hier beschränkt sich der Macher auf angenehm düstere Unterhaltung, die nach und nach immer intensiver wird. Leider wird der Film in der späten Phase schon etwas wirr, was einer der Hauptkritikpunkte an „Die neun Pforten“ ist.

Schauspielerisch ist der Film auf ordentlichem Niveau. Johnny Depp ist hier das unumstrittene Zentrum der Handlung, was er auch leistungsmäßig vollauf bestätigen kann. Nebendarsteller wie Frank Langella, Lena Olin oder auch Polanki-Ehefrau Emmanuelle Seigner haben deutlich weniger Spielzeit und arbeiten Depp die meiste Zeit einfach zu. Auch wenn „Die neun Pforten“ kein grandioses Machwerk ist, reicht es auch viele Jahre später noch aus, um 130 Minuten angenehme Grusel-Spannung zu erzeugen, wodurch die sichtbaren Schwächen fast aufgewogen werden.

3,5 von 5 Punkten

 

Blow

Johnny Depp in "Blow" (Quelle: StudioCanal)

Johnny Depp in “Blow” (Quelle: StudioCanal)

In seiner Kindheit musste George Jung (Johnny Depp) unter recht ärmlichen Verhältnissen leben. Schon früh nahm er sich vor, alles anders zu machen als sein Vater (Ray Liotta, „Killing the Softly“) und seine Mutter (Rachel Griffiths, „Six Feet Under“). Als er dann nach Kalifornien auswandert und Barbara (Franka Potente) kennen lernt, die ihm einige einflussreiche Leute vorstellt, geht alles sehr schnell. Er wird zu einem der gefragtesten Cannabis-Dealer des Landes, was ihm aber durch eine Unachtsamkeit eine Haftstrafe einbringt. Im Gefängnis trifft er dann auf Diego (Jordi Molla, „Riddick – Überleben ist seine Rache“), der ihn nach verbüßter Strafe ins Kokain-Geschäft einführt. Schon bald ist George der direkte Ansprechpartner von Pablo Escobar (Cliff Curtis), versorgt die halben USA mit Drogen und hortet die Millionen. Dazu heiratet er noch die betörende Mirtha (Penélope Cruz). Doch als seine Glückssträhne endet, ist der Fall umso tiefer.

Der kurze Zeit später verstorbene Ted Demme inszenierte im Jahr 2001 seinen erfolgreichsten und besten Film, in dem er die wahre Geschichte des Drogenbarons George Jung erzählt. Dabei konzentriert er sich über die volle Dauer auf das Lebenswerk seiner Hauptfigur, was den Film stellenweise etwas überfrachtet wirken lässt. Dennoch gelingt es ihm, die spannende Thematik mit Leben zu füllen, dabei aber immer die nötige Distanz zu waren. Vor allem aus Sicht des Drumherums ist „Blow“ ein Genie-Streich: Fantastische Drehorte, ein grandioser Soundtrack und vor allem die spektakuläre Garderobe und Maske machen die Zeitreise im Film ziemlich vergnüglich. Schauspielerisch zeigt sich Johnny Depp hier auf der Höhe seines Könnens, dominiert das Geschehen nach Belieben und lässt dabei fast seine gruseligen Haarschnitte vergessen. Daneben hinterlassen vor allem Ray Liotta als etwas verhärmter Vater und Jordi Molla als zwielichtiger Kumpane von George nachhaltige Eindrücke. Penélope Cruz bleibt während des ganzen Geschehens erschreckend blass.

Auch wenn „Blow“ nicht das herausragende Glanzstück ist, was einige in ihm sehen, ist es immer noch ein sehr guter Film. Weswegen es für die Maske des Drogen-Dramas keine größeren Filmpreise gab, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

4 von 5 Punkten

Die Box ist ab dem 08.05.2014 auf Blu-ray erhältlich.

 

Bild:

Johnny Depp in "Die neun Pforten" (Quelle: StudioCanal)

Johnny Depp in “Die neun Pforten” (Quelle: StudioCanal)

Die neun Pforten: Die Überarbeitung des Bildes ist ordentlich, aber bei weitem nicht makellos ausgefallen, da immer wieder kleine Bildfehler zu sehen sind. Die Schärfe der Aufnahmen und ihre Detailzeichnung ist vor allem bei Close Ups wirklich herausragend. Dagegen zeigen die Panorama diesbezüglich an manchen Stellen Schwächen. Da die Bilder an manchen Stellen zu weich gezeichnet sind, gehen hier auch ein paar Details verloren. Die bewusst matten Farben passen perfekt zum Ton des Filmes. Der Schwarzwert wurde nahezu makellos umgesetzt. Insgesamt eine ganz klare Steigerung zum SD-Ausgangsmaterial.

3,5 von 5 Punkten

Blow: Grundsätzlich wird auch hier ein gutes HD-Bild geboten. Die Aufnahmen sind meistens scharf, plastisch und verfügen über eine gute Detaildarstellung. Die Kontraste wurden bis auf kleine Ausnahmen sehr ordentlich eingestellt. Der Schwarzwert ebenfalls auf gutem Niveau und die Farben werden sehr natürlich wiedergegeben. Negativ fallen vor allem die teilweise zu starken Doppelkonturen und ein paar zu weich gezeichnete Szenen ins Gewicht. Ein leichtes Filmkorn sowie kleine Bildfehler führen zusätzlich zu kleinen Abzügen.

3,5 von 5 Punkten

 

Ton:

Die neun Pforten: Die englische und die deutsche Tonspur in DTS-HD MA 5.1 sind frei von Kompressionen und bieten jederzeit eine sehr gute Verständlichkeit von Dialogen. Hintergrundgeräusche und Score wurden dynamisch abgemischt und werden von ein paar ordentlichen Bässen unterstützt. Insgesamt ist die englische Version ein wenig kraftvoller, was aber nichts an der hohen Qualität der deutschen Fassung ändert.

4 von 5 Punkten

Blow: Die deutsche und die englische DTS-HD HR 5.1-Fassung leben hauptsächlich von der gelungenen und stets natürlich wirkenden Dialogwiedergabe. Score und einige Hintergrundgeräusche wurden darüber hinaus sehr sauber abgemischt. Kein Transfer, der die Anlage vor große Aufgaben stellen würde, aber trotzdem ein rundes Ergebnis.

3,5 von 5 Punkten

 

Extras:

Die neun Pforten: Das Mini-„Making of“ (2 Minuten) wäre durchaus verzichtbar gewesen. Ein untertitelter Audiokommentar von Roman Polanski gibt einige Zusatz-Infos zum Film. Das Featurette „Im Gespräch mit Roman Polanski“ (7 Minuten) ist wie das Making of nur in SD und kratzt die Themen des Filmes nur an. In „Inside Roman Polanski“ steht der Regisseur recht ausführlich (31 Minuten) Rede und Antwort. Außerdem gibt es noch kleine Interviews mit Cast & Crew (10 Minuten). Einige Trailer runden die Bonusmaterialien ab.

3 von 5 Punkten

Blow: Neben einer interaktiven Filmversion, die eine nette Spielerei ist, gibt es noch reich lohnende Bonusmaterialien. Der Audiokommentar von Regisseur Ted Demme und dem echten George Jung ist ein Highlight der Blu-ray. Dazu gibt es einige kleine Interviews mit George Jung (16 Minuten), die Dokumentationen „Verlorenes Paradies – Die Auswirkungen des Kokains auf Kolumbien“ (23 Minuten) und „Sucht – Körper und Seele“ (6 Minuten), einige geschnittene Szenen (30 Minuten), Outtakes (10 Minuten), ein Produktionstagebuch (18 Minuten), ein Musikvideo (4 Minuten) sowie einige Trailer. Besonders weil einige Extras eher nicht dem durchschnittlichen Featurette-Standard entsprechen, gibt es hier einen hohen Mehrwert zu bestaunen.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle:StudioCanal, YouTube

Double Up Collection "Die neun Pforten", "Blow"

Originaltitel:"The Ninth Gate", "Blow"
Regie:Roman Polanski/Ted Demme
Darsteller:Johnny Depp, Frank Langella, Lena Olin,Penélope Cruz, Franka Potente
Genre:Thriller/Biografie
Produktionsland/-jahr:USA/Frankreich/Spanien, 1999/2001
Verleih:StudioCanal
Länge:133 Minuten/124 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 17.05.2014
Double Up Collection Die neun Pforten + Blow (Blu-ray)

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