Review: The East (Kino)

Das Teaser-Poster von "The East" (Quelle: Fox Searchlight Pictures)

Das Teaser-Poster von “The East” (Quelle: Fox Searchlight Pictures)

Inhalt: Die ehemalige FBI-Agentin Jane (Brit Marling, „Arbitrage“) arbeitet inzwischen bei der Detektei Hiller Brood, wo sie für finanziell potente Klienten wichtige Fälle löst. Bei ihrer Undercover-Arbeit, bei der sie auf den Namen Sarah hört, sorgt sie dafür, dass der gute Name der Klienten auf keinen Fall beschädigt wird. Nun bekommt sie von ihrer Chefin Sharon (Patricia Clarkson, „Shutter Island“) einen besonders begehrten Auftrag: Sie soll die militante Gruppe „The East“ infiltrieren, die ihre Aktionen gegen die Pharmaindustrie richtet. Mit Geschick, Einfallsreichtum und etwas Glück verschafft sie sich Zugang zu der Gruppe, die unter der Leitung ihres wortgewandten Anführers Benji (Alexander Skarsgard, „Melancholia“) in einer Waldhütte wohnt. Schnell fühlt sich „Sarah“ im Schoß von „The East“ heimisch und nimmt an Aktionen teil. Bald ist sie sich unschlüssig, ob sie weiter ihren Auftrag erledigen kann, da sie immer mehr Verständnis für die Ideale von Benji und den anderen entwickelt.

Kritik: Im Jahr 2009 lernten sich Brit Marling und Zal Batmanglij auf der Georgetown University kennen und wurden Freunde. Lange bevor sie 2011 mit ihrem gemeinsamen Erstling „Sound of my Voice“ beim Sundance Festival für Furore sorgten recherchierten die beiden im Metier von Konsumverzicht, Freeganern und Anarchismus. Für einen ganzen Sommer lebten die Studenten nur mit Rucksack und Isomatte ausgestattet, reisten in Güterwaggons, schliefen in Bauruinen und ernährten sich von weggeworfener Nahrung. Für beide war diese Zeit so prägend, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Los Angeles gemeinsam ein Drehbuch begannen, aus dem später „The East“ werden sollte. Aufgrund des Erfolges ihres Erstlings bekam das Duo unter anderem Ridley Scott und seinen 2012 verstorbenen Bruder Tony ins Team der Produzenten.

Ein Öko-Antikonsum-Wirtschaftsthriller

Sarah geht nur mit der nötigsten Ausstattung auf Tour (Quelle: Fox Searchlight Pictures)

Sarah geht nur mit der nötigsten Ausstattung auf Tour (Quelle: Fox Searchlight Pictures)

Die Wirtschafts- und Umweltkatastrophen der letzten Jahre spielen neben dem Konsumprotest eine ebenfalls große Rolle, was das ambitionierte Arthouse-Projekt so brandaktuell macht. Die Hauptfigur Jane/Sarah, die zwischen den Leben in den zwei von Grund auf unterschiedlichen Gesellschaften wechselt, bildet dabei den idealen Fixpunkt. Eine große Stärke des Filmes ist, dass hier weder Gut noch Böse klar festgelegt sind und auch den Anarchisten einige mehr als fragwürdige Charakterzüge zugestanden werden. Allerdings entpuppt sich die Handlung an einigen Stellen als eher zähflüssig. Darüber hinaus wird in einigen Sequenzen doch die moralische Holzhammermethode verwendet, wenn beispielsweise ein umstrittenes Medikament bei jedem Konsument fatale Nebenwirkungen hervorruft. Trotzdem bietet die souveräne Inszenierung Batmanglijs hauptsächlich positive Erlebnisse.

 

 

Sarah, Doc und Benji (v.l.) bei einer ihrer Aktionen (Quelle: Fox Searchlight Pictures)

Sarah, Doc und Benji (v.l.) bei einer ihrer Aktionen (Quelle: Fox Searchlight Pictures)

Brit Marling spielt eine starke und authentische Hauptfigur. Der ehemaligen New Yorker Brokerin merkt der Zuschauer deutlich die Kenntnisse aus beiden Lagern an. Seit seinem Durchbruch in der HBO-Serie „True Blood“, in der Alexander Skarsgard ab Juni im sechsten Jahr als Vampir Eric zu sehen ist, wird er regelmäßig als charismatischer Anführertyp besetzt, weswegen er seine Paraderolle auch hier mühelos meistert. Ellen Page ist hier als verbissene Freiheitskämpferin Izzy zu sehen. Auch ihr Auftritt gehört zu den Höhepunkten des Filmes. Toby Kebbell („Gefährten“), Shiloh Fernandez („Evil Dead“), Aldis Hodge („Leverage“), Danielle Macdonald und Hillary Baack komplettieren mit durchgängig ordentlichen Leistungen die Aufständischen. Die gewohnt starke Patricia Clarkson als Chefin und Jason Ritter („The Event“) als Lebensgefährte agieren als Janes Verbindungen zu ihrem normalen Leben.

Auch wenn „The East“ an manchen Stellen zu aufdringlich und an manchen Stellen etwas langatmig ist, darf Batmanglijs und Marlings thematisch mutiges Projekt als gelungen bezeichnet werden. Diejenigen, die die notwendige Geduld mitbringen, werden hier mit einigen interessanten Denkanstößen belohnt.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Fox Searchlight Pictures, YouTube

The East

Originaltitel:The East
Regie:Zal Batmanglij
Darsteller:Brit Marling, Alexander Skarsgard, Ellen Page, Patricia Clarkson
Genre:Öko-Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Fox Searchlight Pictures
Länge:116 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:18.07.2013
Homepage:Der Internetauftritt-Auftritt von "The East"

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