Review: Dead in Tombstone (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Dead in Tombstone" (Quelle: Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „Dead in Tombstone“ (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: Guerrero (Danny Trejo, „BAD ASS“) ist ein Gesetzloser und Chef der gefürchteten Blackwater Gang. Gerade erst hat er seinen Halbbruder Red (Anthony Michael Hall, „Dead Zone“) vom Galgen gerettet, als dieser ihm einen interessanten Vorschlag macht: Er kennt eine Kleinstadt in Colorado, wo der Sheriff ganze Massen von Gold in seinem Safe aufbewahrt, bis umstrittene Schürfrechte geklärt sind. Kurzerhand zieht die Bande einen Überfall durch, der absolut glatt verläuft. Doch als Guerrero wieder verschwinden will, erklärt ihm Red von seinen Plänen, sich niederzulassen und die Stadt zu übernehmen. Danach erschießt er seinen älteren Bruder.

Doch das ist für Guerrero noch kein Grund aufzugeben. Nach einem Jahr in der Hölle überzeugt er den Teufel (Mickey Rourke, „Passion Play“) von einem Deal, der den Tausch seiner Seele gegen die von Red und den anderen Blackwater-Mitgliedern beinhaltet. Ihm bleiben 24 Stunden, um das blutige Geschäft abzuschließen. Unterstützung bekommt er dabei von der Dorfbewohnerin Calathea (Dina Meyer, „Saw“).

Kritik: Diese Story verspricht harte Kerle und derbe Action im Wildwest-Stil, mit einer ganzen Reihe sehenswerter Charaktere. Na gut, der niederländische Regisseur Roel Reiné hat mit den grundsoliden „Death Race 2“ und „Death Race 3: Inferno“ (beide nebenbei mit Danny Trejo) und dem schwer missglückten „The Scorpion King 3“ bislang wahrlich keine Bäume ausgerissen. Hier darf er mal eine eigenständige, durchaus vielversprechende Geschichte erzählen und noch einen mehr als passablen Cast in dem 5 Millionen US-Dollar teuren Projekt unterbringen. Nur leider macht der Regisseur handwerklich alles falsch, was falsch zu machen ist. Schon in der noch recht gelungenen Anfangsphase, setzt er Zeitlupen im Überfluss ein.

Mit weiterem Verlauf des Filmes wird der Einsatz dieses Stilmittels so inflationär, dass wahrscheinlich selbst Slow Motion-König Michael Bay genervt wäre. Hier dürfen die Schauspieler noch nicht einmal in normaler Geschwindigkeit eine Zigarette rauchen. Die Grenze zu gesundem Stilbewusstsein ist hier längst überschritten, wenn teilweise fünf oder mehr verlangsamte Sequenzen in einer Minute auftauchen.

Overacting im stylischen Low Budget-Wust

Danny Trejo sollte man nicht reizen (Quelle: Universal Pictures)

Danny Trejo sollte man nicht reizen (Quelle: Universal Pictures)

Fast genauso schlimm sind einige vollkommen bedeutungsfreie und viel zu lange Zwischenschnitte. Weshalb wir unbedingt eine halbe Minute Guerreros Schuhe beim Betreten eines Saloons sehen müssen, bevor dieser sich einen Drink bestellt? Eine von vielen Fragen, die sich der Regisseur gefallen lassen muss. Das auch die Schauspielerführung zu Wünschen übrig lässt, tut ihr übriges zu spektakulären Misslingen von „Dead in Tombstone“.

Der schlagkräftige Outlaw mit dem guten Kern ist im Prinzip eine Paraderolle für Danny Trejo. Leider bekommt er hier wenig anderes zu tun, als finster drein zu blicken, die recht hausbackenen Actionszenen herunterzuspielen und die noch hausbackeneren Dialoge herunterzusprechen. Es gibt im ganzen Film genau einen Moment, wo ich als Rezensent mit ihm mitfühlen konnte: Als er aus voller Inbrunst „Warum???“ brüllt.

Der Teufel ist auf Jagd nach neuen Seelen (Quelle: Universal Pictures)

Der Teufel ist auf Jagd nach neuen Seelen (Quelle: Universal Pictures)

Anthony Michael Hall überrascht mit Vollbart und ungewohnt widerlichem Auftreten. Würde er nicht genötigt, die aalbernen Dialoge zu sprechen und dabei durchgängig verkniffen zu gucken, hätte das ein guter Auftritt werden können. Das Hall und Trejo nicht zwingend Familienähnlichkeit haben, sei so dahingestellt.

Mickey Rourke als Luzifer zu besetzen, hörte sich auch nach einer spaßigen Idee an. Wenn er aber nur in Zwischensequenzen (und teilweise mit verzerrter Stimme) Nichtigkeiten herausposaunen darf, ist es nachzuvollziehen, warum er so gelangweilt wirkt. Dina Meyer wurde wahrscheinlich besetzt, damit eine weibliche Figur im Film vorkommt. Eine tiefere Bedeutung ist ihrer Rolle nicht beizumessen. Die anderen Darsteller der harten Verbrecher der Blackwater Gang sehen mit kindlichen Gesichtern und Hipster-Bärtchen nicht zwingend passend aus.

Es ist immer ärgerlich, wenn ein Werk sein durchaus vorhandenes Potenzial verschenkt. Die Zeitlupenorgie „Dead in Tombstone“ ist schon so missglückt, dass es fast (aber auch nur fast) wieder unterhaltsam wird. Es wäre interessant gewesen, wie dieser Film bei einem Robert Rodriguez ausgesehen hätte. So bleibt nach ansehnlichen ersten Minuten leider nur diese handwerkliche Bankrotterklärung von Roel Reiné.

Der Film ist ab dem 17.10.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Red beherrscht Tombstone mit harter Hand (Quelle: Universal Pictures)

Red beherrscht Tombstone mit harter Hand (Quelle: Universal Pictures)

Bild: Wie meistens bei Universal Pictures wird auch hier wieder ein sehr plastischer und scharfer Bildtransfer geboten. Die Detailgenauigkeit ist vor allem bei den Nahaufnahmen auf hohem Niveau. Die Farbwahl ist schon ein bisschen zu kräftig ausgefallen, wodurch die Haut der Schauspieler etwas unnatürlich aussieht. Ein satter Schwarzwert fällt wiederum positiv auf. Leichte Schwächen gibt es bei den ohnehin billigen CGI-Effekten in der Hölle.

4 von 5 Punkten

Ton: Sowohl die englische, als auch die deutsche DTS-HD MA 5.1-Tonspur erreichen eine, für ein preiswertes B-Movie dieser Art, überdurchschnittliche Qualität. Die Dialoge sind immer verständlich. Die Hintergrundgeräusche in der Stadt wurden ebenso wie der solide Score angenehm räumlich. Bei den zahlreichen Schüssen und Explosionen kommt auch die Bassanlage gut zum Einsatz.

4 von 5 Punkten

Extras: Einige unveröffentlichte Szenen (insgesamt 16 Minuten) hätten den Film nur noch weiter aufgebläht. In einer Montage wird noch einmal ein „Best of“ (5 Minuten) dieser Szenen gezeigt. Im Making of (10 Minuten) wird einiges an Infos und einiges an (vollkommen ungerechtfertigtem) Eigenlob geliefert. Die kurzen Featurettes „Roel Reine: Anführer der Gang“ (4 Minuten), „Eine Stadt wird verwandelt“ (4 Minuten) und „Hölle auf Erden: Die visuellen Effekte“ (3 Minuten) sind ordentlich Standardkost. Ein Audiokommentar des Regisseurs rundet das Bonusmaterial gut ab.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Fresh Movie Trailers, YouTube

Dead in Tombstone

Originaltitel:Dead in Tombstone
Regie:Roel Reiné
Darsteller:Anthony Michael Hall, Mickey Rourke, Danny Trejo
Genre:Fantsy/Western
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Universal Pictures
Länge:100 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.10.2013
Dead in Tombstone (Blu-ray)

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