Review: M3gan (Kino)

Das Plakat von "M3gan" (© 2022 Universal Studios. All Rights Reserved.)

Das Plakat von “M3gan” (© 2022 Universal Studios. All Rights Reserved.)

Inhalt: Bei einem Autounfall verliert die kleine Cady (Violet McGraw) beide Eltern. Ihre Tante Gemma (Allison Williams), eine brillante, aber mit wenig mütterlichen Instinkten gesegnete KI-Entwicklerin, nimmt das Mädchen bei sich auf. Nach sehr schleppendem Einstieg hat Gemma die Idee, ihrer Ziehtochter den Prototyp M3GAN (Amie Donald) vorzuführen. M3gan ist eine hochentwickelte KI, die als Spielkamerad für Kinder dienen und sie vor gesundheitlichen und äußeren Gefahren schützen soll. Tatsächlich blüht Cady in Gegenwart der elektronischen Freundin auf. Alle sind beeindruckt von der visionären Technik von Gemmas Entwicklung. Erst viel zu spät wird klar, wie gefährlich der sich weiterentwickelnde Beschützerinstinkt M3gans für die Leute in ihrem Umfeld sein kann.

 

Kritik: Eine mörderische KI-Puppe, die zur Erfüllung ihrer programmierten Ziele eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Die Idee zu dieser Mischung von „Chucky“ und „Black Mirror“ stammt von Szene-Star James Wan. Das Drehbuch verfasste Akela Cooper, dem schon zuletzt bei „Malignant“ eine äußerst unterhaltsame Kooperation mit Wan gelang. Hinter der Kamera kam Gerard Johnstone zum Einsatz, dessen 2014er-Debüt „Housebound“ zum echten Geheimtipp avancierte. Diese geballte Horrorkompetenz weckte nicht umsonst Erwartungen. Das Endergebnis fällt dann aber nur passabel aus. Gerade dramaturgisch geht „M3gan“ den einfachen Weg. Ein generischer und ziemlich gemächlicher Einstieg liefert die Grundlagenarbeit von traumatisiertem Kind und Killer-Roboter. Auch danach bleibt der Film relativ vorhersehbar, was für einen ziemlich gemäßigten Spannungsbogen sorgt.

Ein fast normales Familiendinner (© 2022 Universal Studios. All Rights Reserved.)

Ein fast normales Familiendinner (© 2022 Universal Studios. All Rights Reserved.)

Dennoch ist das Gezeigte ziemlich kurzweilig. Das liegt sicherlich an einer Titelheldin, die so tief unten aus dem Uncanny Valley stammt, dass man als Zuschauer unweigerlich das Schaudern bekommt – ganz im Gegensatz zu Cady. Hinzu kommen ein paar fiese und schwarzhumorige Sequenzen, die „M3gan“ sicherlich zu einem gewissen Maß an Berühmtheit (auch in den sozialen Medien) verhelfen werden. Dabei sticht ein Ausflug in den Wald heraus, bei dem die KI ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen darf. Ein Sonderlob verdient sich der schräge Soundtrack, der von einem David-Guetta-Schlaflied bis zum besten Einsatz des Martika-Evergreens „Toy Soldiers“ in der jüngeren Filmgeschichte reicht.

Allison Williams, die beim Blumhouse-Horror „Get Out“ den Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere erleben durfte, ist hier neben ihrer erwartbar ordentlichen Hauptrolle auch noch als Executive Producer aktiv gewesen. Die speziell in Genrewerken schon erstaunlich erfahrene Violet McGraw ist der (zweite) Dreh- und Angelpunkt des Films. Ein weiterer Pluspunkt war die Entscheidung, die Puppe mit möglichst wenig CGI agieren zu lassen und stattdessen die (äußerst bewegliche) Tänzerin Amie Donald zum Einsatz zu bringen. Der restliche Cast um „Herr der Ringe“-Veteranin Lori Dungey ist zweckdienliches Beiwerk.

Auch wenn wohl bei vielen Zuschauern das Gefühl bleiben dürfte, dass die Macher mit ein bisschen mehr Kreativität und Detailliebe einen deutlich besseren Film verpasst haben, liefert „M3gan“ nach einem arg zurückgenommenen Start amüsant-morbiden Technik-Grusel, bei dem die positiven Aspekte überwiegen.

 

3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

M3gan

Originaltitel:M3gan
Regie:Gerard Johnstone
Darsteller:Allison Williams, Violet McGraw, Ronny Chieng
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2023
Verleih:Universal Pictures
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 12.01.2023

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.01.2023
Review: M3gan (Kino)

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