Review: Die Toten von Marnow (Serie)

Das Artwork von "Die Toten von Marnow" (© NDR/ARD Degeto)

Das Artwork von “Die Toten von Marnow” (© NDR/ARD Degeto)

Inhalt: Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Männer, die scheinbar keine Gemeinsamkeit haben, auf brutale, sehr ähnliche Weise ermordet. Die einzige Spur führt die Kommissare Lona Mendt (Petra Schmidt-Schaller, „Stereo“) und Frank Elling (Sascha Alexander Gersak, „Die Mitte der Welt“) an die mecklenburgische Seenplatte auf den Campingplatz Marnow. Da sich mehrere zwielichtige Gestalten wie Ex-Stasi-Mitglied und LKA-Ermittler Peters (Jörg Schüttauf, „Der gleiche Himmel“) einmischen und ein großes Pharmaunternehmen Interesse an dem Fall zeigt, merken die Polizisten, dass ein weiterführendes Motiv hinter dem Fall stecken könnte. Mendts Affäre mit dem jüngeren Kollegen Sören Jasper (Anton Rubtsov) und Ellings finanzielle Nöte, die mächtigen Leuten bekannt sind, gestalten die Situation zusätzlich komplizierter. Die beiden Kommissare müssen über ihre Grenzen hinaus gehen, um das Verbrechen umfassend aufzuklären.

 

Kritik: Der Trend zur „Langform der Erzählung“, wie es Regie-Legende Uli Edel so treffend ausdrückte, hat sich spätestens seit dem Aufstieg verschiedener Streaming-Plattformen längst etabliert. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich inzwischen angeschlossen und liefern in schöner Regelmäßigkeit recht aufwändige Serien-Produktionen. Basierend auf einem gleichnamigen Roman von Holger Karsten Schmidt haben NDR und ARD jetzt eine Mischung von Krimi und Verschwörungs-Thriller produziert. Zunächst offenbaren sich ein paar Anlaufschwierigkeiten: In gemächlichem Tempo folgen „Die Toten von Marnow“ der Unmode, ihre Kommissare als mehrfach gebrochene Charaktere mit verschiedenen Affären und zahlreichen Traumata einzuführen. Trotz Tempo-Schwierigkeiten und Klischees lässt die Serie aber schon in der Anfangsphase Potenzial erkennen.

Mendt und Elling rätseln über die Beweggründe hinter den Morden (© NDR/ARD Degeto)

Mendt und Elling rätseln über die Beweggründe hinter den Morden (© NDR/ARD Degeto)

Die durchaus fühlbare Atmosphäre und die Qualitäten der zentralen Handlung rücken glücklicherweise immer mehr in den Mittelpunkt. Spätestens zur Halbzeit, wenn ein paar clevere, überraschende Wendungen zünden und die Geschichte immer mehr ins Thriller-Metier rückt, sind die Kinderkrankheiten von „Die Toten von Marnow“ vergessen. Zwischen politischen Verstrickungen, Mordermittlungen und einem (inzwischen) gut funktionierenden Ermittlerpaar verschwinden die überfrachteten Handlungselemente und kleineren Schwächen immer mehr im Hintergrund. Obwohl die Figuren ein paar Schwierigkeiten zu viel aufgeladen werden, harmonieren Petra Schmidt-Schaller und Sascha Alexander Gersak hervorragend und punkten mit vielseitigen Darstellerleistungen. Auch Michael Mendl als finsterer Gegenspieler und ein wunderbar schmieriger Jörg Schüttauf verdienen sich hier ein Sonderlob.

Nach verhaltenem, nur bedingt überzeugendem Start entwickelt sich „Die Toten von Marnow“ zu spannender und wendungsreicher Genrekost, die schlussendlich absolut sehenswert ist und Lust auf weitere Geschichten rund um das Protagonisten-Duo macht.

3,5 von 5 Punkten

Die Serie ist seit dem 06.03.2021 (bis zum 06.06.2021) in der ARD Mediathek zu sehen. Außerdem läuft die Reihe am 13.03.2021 (Folge 1 und 2), 17.03.2021 (Folge 3) und 18.03.2021 (Folge 4) jeweils um 20.15 Uhr in der ARD.


Quelle: Das Erste

Die Toten von Marnow

Originaltitel:Die Toten von Marnow
Regisseur:Andreas Herzog
Schauspieler:Petra Schmidt-Schaller, Sascha Alexander Gersak, Jörg Schüttauf
Genre:Serie, Krimi, Thriller
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2021
Verleih:NDR/ARD Degeto
Länge:4 x 90 Minuten (bzw. 8 x 45 Minuten in der Mediathek)
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite der ARD

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.03.2021
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