Review: Bloody Mama (Mediabook)

Das Mediabook Artwork A von "Bloody Mama" (© 2020 Wicked Vision DIstribution GmbH. All Rights Reserved.)

Das Mediabook Artwork A von „Bloody Mama“ (© 2020 Wicked Vision DIstribution GmbH. All Rights Reserved.)

Inhalt: Kate „Ma“ Barker (Shelley Winters) ist Mutter aus Leidenschaft. Mit liebevoller Strenge erzieht sie ihre vier mehr oder weniger erwachsenen Söhne Herman (Don Stroud, „Django Unchained“), Arthur (Clint Kimbrough), Fred (Robert Walden) und Lloyd (Robert De Niro, „Angel Heart“), die sich gerne einmal austoben. Und wenn die Jungen dann mal rauben, vergewaltigen und morden, hat sich niemand von außerhalb damit zu befassen. Als die Polizei der Familienbande auf die Spur kommt, plant „Ma“ den großen Coup: Die Entführung des Millionärs Sam Adams Pendlebury (Pat Hingle) soll alle finanzielle Sorgen begraben. Das Chaos nimmt seinen Lauf.

 

Kritik: Auch wenn Roger Corman die A-Liste des Hollywood-Kinos allenfalls mit schauspielerischen Cameo-Auftritten gestreift hat, ist er als Low-Budget-Produzent, der es in fast 65 Arbeitsjahren auf über 400 Titel unter seiner Aufsicht geschafft hat, eine echte Legende. In seiner ersten Karriere-Hälfte war Corman auch als Regisseur ausgesprochen aktiv. 1970 inszenierte er „Bloody Mama“, der lose auf einer wahren Geschichte basiert. Der Film hat in keinster Weise den Anspruch, dokumentarisch auf Fakten einzugehen und sich tiefschürfend mit der psychischen Komponente des Geschehens auseinander zu setzen. Viel mehr entwickelt sich ein kleiner, bewusst etwas geschmackloser Reißer, der nicht viel mehr als schockende Unterhaltung liefern möchte. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt sicherlich einen der besseren B-Filme dieser Zeit zu sehen.

Ma kümmert sich um Lloyd (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Ma kümmert sich um Lloyd (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

In atmosphärischen, teils gnadenlosen Bildern taucht „Bloody Mama“ in eine Welt voller Inzest, Gewalt und Drogen ein, die in keinster Weise beschönigt wird. Auch wenn das Geschehen sehr trist bleibt, sind der Film und seine Figuren interessant genug, um ihnen 90 Minuten folgen zu wollen. Natürlich ergeben sich zynische bis sadistische Sequenzen. Roger Corman ist aber dazu in der Lage, dieses (emotional) schmerzhaft genug zu gestalten, um die Gewalt nicht zum reinen Selbstzweck verkommen zu lassen. Außerdem punktet ein durchaus eindrucksvoller Cast. Shelley Winters, zu diesem Zeitpunkt schon zweifache Oscar-Preisträgerin, ist als gleichermaßen herzliche und angsteinflößende „Ma“ Barker das Zentrum des Geschehens. Don Stroud und der blutjunge Robert De Niro deuten als brutale Söhne ihr großes Talent an. Bruce Dern reiht sich als Kumpel der Familie ein.

Selbst wenn es sicherlich noch spannendere und rundere Filme in Roger Cormans Biografie gibt, ist „Bloody Mama“ ein angemessen böser, überzeugend fotografierter Exploitation-Thriller, der dank starker Schauspieler überdurchschnittliches Genre-Futter bietet.

Ma und die Jungs machen Randale (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Ma und die Jungs machen Randale (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Der Film ist seit dem 04.12.2020 als 2-Disc Collector’s Edition im Mediabook erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Transfer sieht für einen 50 Jahre alten (B-)Film angenehm frisch und scharf aus. Bei Nahaufnahmen ist die Detaildarstellung wirklich gut, bei anderen Aufnahmen mindestens solide. Die Farbgebung ist ebenfalls (trotz gelegentlich vorherrschenden Rottönungen) überzeugend. Kontraste und Schwarzwert offenbaren keine großen Probleme. Ein paar kleinere Bildfehler und Unsauberkeiten mindern den positiven Gesamteindruck nur minimal.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Ton können leider nur auf mäßiges Ausgangsmaterial zurückgreifen. Die gerade im Englischen oft genuschelten Dialoge sind nicht immer gut zu verstehen. Große Dynamik liegt nicht vor. Die Abmischung von Hintergrundgeräuschen und Musik ist recht passabel ausgefallen. Auf der DVD liegen beide Tonspuren in Dolby Digital 2.0 vor.

3 von 5 Punkten

Extras: Das stabile Mediabook enthält ein 24-seitiges Booklet mit Filmbildern sowie Texten von David Renske. Auf den Discs sind ein Audiokommentar mit Corman-Experte Robert Zion, ein Interview mit Roger Corman (15 Minuten), das Featurette „Trailer from Hell“ mit Corman (2 Minuten), eine Slideshow und einige Trailer als Bonusmaterial vorhanden. Deutsche Untertitel zu den Extras liegen bei.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: James Banner, YouTube

Bloody Mama

Originaltitel:Bloody Mama
Regie:Roger Corman
Darsteller:Shelley Winters, Pat Hingle, Don Stroud, Diane Varsi
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 1970
Verleih:Wicked Vision
Länge:91 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked Vision

Verfasst von Thomas

Zuletzt geändert am 10.01.2021
Review: Bloody Mama (Mediabook)

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