Review: Meister des Grauens (Mediabook)

Das Mediabook Cover C von "Meister des Grauens" (© Wicked-Vision Media)

Das Mediabook Cover C von „Meister des Grauens“ (© Wicked-Vision Media)

Inhalt: Im Jahr 1492 hält Großinquisitor Torquemada (Lance Henriksen, „Into the Badlands“) mit seinen Schergen Medoza (Mark Margolis, „Pi“) und Francesco (Jeffrey Combs, „Beyond Re-Animator“) Spanien fest im Griff. Als die junge Maria (Rona De Ricci) und ihr Mann Antonio (Jonathan Fuller) verhaftet werden und der sichere Tod schon wie eine Erlösung scheint, wenden sich auf einmal die Vorzeichen.

 

Kritik: Im Jahr 1842 veröffentlichte Edgar Allan Poe seine semihistorische Kurzgeschichte „Die Grube und das Pendel“, die bereits mehrfach als Grundlage für filmische Adaptionen diente. Hinter Roger Cormans 1961 entstandenem „Das Pendel des Todes“, bei dem Vincent Price die Hauptrolle spielte, dürfte Stuart Gordons („Fortress – Die Festung“) 30 Jahre später gedrehter „Meister des Grauens“ die bekannteste Variation des Stoffes sein. Weitere drei Jahrzehnte darauf – wenige Monate nach dem Tod des Regisseurs – hat der Film nun seine erste HD-Auswertung erfahren. Auch wenn es das Werk wohl kaum in eine Bestenliste des Machers schaffen wird, entbehrt das Gezeigte nicht eines morbiden Charmes. Auch im Universum von Low-Budget-Schmiede Full Moon Entertainment muss sich „Meister des Grauens“ nicht verstecken.

 

Maria wird verhaftet (© 1991 Full Moon Entertainment)

Maria wird verhaftet (© 1991 Full Moon Entertainment)

Das hat sicherlich mit dem Stilbewusstsein des Gordons zu tun, der mit kleinem Geld eine stimmige Gothic-Atmosphäre entwickelt hat. Inhaltlich ist es da deutlich holpriger. Zwischen Slapstick-Humor, Fantasy-Elementen und bewusst unangenehmer Brutalität trifft der Film nicht immer die richtigen Töne, wodurch auch keine wirkliche Spannung entstehen will. Dennoch hat „Meister des Grauens“ genug gelungene Einzelszenen und gut besetzte Schauspieler, um das mittelmäßige Material ordentlich zu nutzen.

Hauptdarstellerin Rona De Ricci, die danach in keiner Filmrolle mehr zu sehen war, funktioniert als verführerische Protagonistin, ohne wirklich bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Weit interessanter ist da B-Film-Allzweckwaffe Lance Henriksen, der als gnadenloser Torquemada, der aufrichtig an die Richtigkeit der eigenen Taten glaubt, wirklich angsteinflößend ist. Dabei wird er gut von den Charakterköpfen Jeffrey Combs und Mark Margolis ergänzt. Hollywood-Legende Oliver Reed ist außerdem in einem Gastauftritt zu sehen.

Selbst wenn zum großen Wurf an allen Ecken etwas fehlt, ist „Meister des Grauens“ eine atmosphärische und ordentlich gespielte Horror-Romanze, die für hartgesottene Zuschauer durchaus brauchbare Unterhaltung liefert.

Torquemada ist von der "Hexe" Maria fasziniert (© 1991 Full Moon Entertainment)

Torquemada ist von der „Hexe“ Maria fasziniert (© 1991 Full Moon Entertainment)

Der Film ist seit dem 31.08.2020 im Mediabook erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film kommt in einem angenehm filmischen Look mit einer leichten, angemessenen Körnung. Schärfe und Detaildarstellung sind solide ausgefallen. Die Farbpalette ist unspektakulär, passt aber zum Ton des Films. Der Schwarzwert ist nicht ideal und zeigt mehrfach Schwächen. Insgesamt ist der Transfer aber zufriedenstellend.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Ton sind zwar keinesfalls subtil abgemischt, erledigen ihren Job aber auf überzeugendem Level. Die Dialoge sind immer gut priorisiert. Musik und Hintergrundgeräusche in den Folterkammern der Inquisition klingen immer homogen, hätten aber wohl etwas abwechslungsreicher ausfallen können. Für große Effekte ist „Meister des Grauens“ nicht der richtige Film.

3,5 von 5 Punkten

 

Extras: Ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach und Filmstills im Inneren der stabilen Hülle, ein Vorwort von Charles Band (2 Minuten), das Featurette: „Behind The Pit & The Pendulum: The Inquisition of Stuart Gordon“ (8 Minuten), ein paar verpatzte Szenen (2 Minuten), der gewohnte „Videozone“-Clip in deutscher (14 Minuten) und englischer Variante (26 Minuten), der Originaltrailer, eine Bildergalerie und natürlich die original Soundtrack-CD in der autorisierten Expanded Edition mit 27 Tracks bieten einen reichhaltigen Mehrwert zum Film.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Wicked-Vision, YouTube

Meister des Grauens

Originaltitel:The Pit and the Pendulum
Regie:Stuart Gordon
Darsteller:Lance Henriksen, Jeffrey Combs, Oliver Reed, Jonathan Fuller, Rona De Ricci
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 1991
Verleih:Wicked-Vision
Länge:97 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked-Vision

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 21.09.2020
Review: Meister des Grauens (Mediabook)

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