Review: Die fantastische Reise des Doktor Dolittle (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Die fantastische Reise des Doktor Dolittle" (© 2020 Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „Die fantastische Reise des Doktor Dolittle“ (© 2020 Universal Pictures)

Inhalt: Eher zufällig lernt der gutmütige Tommy Stubbins (Harry Collett) im 19. Jahrhundert den exzentrischen Tierarzt Dr. John Dolittle (Robert Downey Jr., „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“) kennen, der eine ganz besondere Eigenschaft hat: Er kann mit Tieren sprechen. Als Queen Victoria (Jessie Buckley, „Chernobyl“) schwer erkrankt und ohne den Saft einer seltenen Frucht sterben müsste, soll Dolittle für die Lösung sorgen. Begleitet von Tommy und einem ganzen Geschwader eigenwilliger Tiere macht sich der Doktor auf die Reise. Dabei sorgen neben dem zwielichtigen Müdfly (Michael Sheen, „Norman“), der einen Erfolg der Reise mit allen Mitteln verhindern will, auch andere seltsame Gestalten wie der rachsüchtige Rassouli (Antonio Banderas, „Black Butterfly – Der Mörder in mir“) für arge Schwierigkeiten in dieser zeitdringlichen Angelegenheit.

 

Kritik: Im Kinderbuch „The Story of Doctor Dolittle“ von Hugh Lofting feierte der Tierarzt, der ein besonderes Verständnis für seine Patienten hat, seinen Einstand. Die 1967er-Adaption mit Rex Harrison in der Titelrolle ist längst ein Kultklassiker. Eine Neuauflage aus dem Jahr 1998, in der Eddie Murphy Dolittle verkörpert, ist sicherlich kein filmischer Meilenstein, brachte es aber auf zwei Fortsetzungen (+ zwei weitere Videotheken-Ableger). Nun war es mal wieder Zeit für eine weitere Interpretation. Und die Ausgangslage für „Die fantastische Reise des Doktor Dolittle“ war gut: Ein großes Budget, moderne Technik, Oscar-Preisträger Stephen Gaghan als Autor und Regisseur sowie der nominell ideale Robert Downey Jr. als Titelheld, der von seiner ersten Rolle nach dem MCU so überzeugt war, dass er den Film sogar mitproduzierte.

Doktor Dolittle muss die Queen retten (© 2020 Universal Pictures)

Doktor Dolittle muss die Queen retten (© 2020 Universal Pictures)

Das Endergebnis ist einigermaßen erschütternd. Ein vielfach überarbeitetes Drehbuch führte in eine Produktion, die wiederum exzessive Nachdrehs veranlasste. Gerade in der ersten Hälfte gibt es fast nur zusammenhanglose Szenen, in denen sich die (immerhin) hübsch animierten Tiere gegenseitig anbrüllen. Da es aus Sicht der Macher zu genügen scheint, dem jungen Zielpublikum laute, chaotische und bunte Sequenzen zur Unterhaltung mitzugeben, erschließt sich auch schnell der deplatzierte und fast peinliche Referenz-Humor (z.B. zu dem Kinderfilm-Klassiker „Der Pate“), für dessen Ausübung der komplette Film in den Pausenmodus schaltet. Die Grundgeschichte mitsamt den verschiedenen Herausforderungen ist belanglos, sprunghaft und dient eigentlich nur als Mittel für einen bis zum Ende kaum ersichtlichen Zweck.

Der Film wird in seiner zweiten Hälfte, in der die Figuren nur noch gelegentlich wild durcheinander plappern, deutlich erträglicher – trotz einer Furz-Witz-Compilation im Schlussakt. Auch Robert Downey Jr. ist nicht so überzeugend wie erwartet. Ein gelungener walisischer Akzent in der Originalfassung und sein natürlicher Charme reichen nicht aus, um „Die fantastische Reise des Doktor Dolittle“ auf den Schienen zu halten. Jungdarsteller Harry Collett, dessen Stubbins durchgängig verwundert wirkt, kann sich nicht für höhere Aufgaben empfehlen. Die chargierenden Michael Sheen und Antonio Banderas sorgen als Bösewichter noch für den größten Unterhaltungswert. In den Tier-Rollen sind im Original unter anderem Emma Thompson, Rami Malek, John Cena und Marion Cotillard zu hören – die sich allesamt über eine leicht verdienten Gehaltscheck freuen dürfen.

Selbst unter den Gesichtspunkten seichter Familienunterhaltung ist diese teure Neuauflage der altbekannten Geschichte misslungen. So bleibt „Die fantastische Reise des Doktor Dolittle“ ein hübsch bebildertes, unstrukturiertes, selten amüsantes und stellenweise wirklich anstrengendes Abenteuer, das weder Jung noch Alt gerecht wird.

Finstere Gestalten verkomplizieren die Reise (© 2020 Universal Pictures)

Finstere Gestalten verkomplizieren die Reise (© 2020 Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 11.06.2020 auf DVD, Blu-ray, 4K UHD Blu-ray und digital erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Zumindest optisch gibt es nur wenig zu kritisieren. Schärfe und Detaildarstellung sind exzellent. Die kräftige Farbpalette passt zum Genre und wirkt dabei natürlich. Kontraste und Schwarzwert wurden gut eingestellt. Ein gelegentliches Rauschen stört nur minimal.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Die Anwesenheit einer deutschen und einer englischen Dolby Atmos-Tonspur ist schon einmal Grund zur Freude. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, ohne Topwerte zu erreichen. Pfeifende Winde, spritzende Gewässer, abgefeuerte Kanonenschüsse und vergleichbare Sequenzen sorgen für gelegentliche Räumlichkeit. Auch die Musik sorgt ein wenig für akustische Action. Probleme bei der Dialogwiedergabe waren nicht zu hören.

4 von 5 Punkten

Extras: Sechs kleine Featurettes (insgesamt 22 Minuten) werfen einen soliden Blick hinter die Kulissen des Films.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Originaltitel:Dolittle
Regie:Stephen Gaghan
Darsteller:Robert Downey Jr., Antonio Banderas, Jessie Buckley
Genre:Komödie, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Universal Pictures
Länge:101 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 09.06.2020
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