Review: Ali G in da House (Blu-ray Steelbook)

Das Steelbook-Artwork von "Ali G in da House" (Justbridge Entertainment)

Das Steelbook-Artwork von „Ali G in da House“ (Justbridge Entertainment)

Inhalt: Ali G (Sascha Baron Cohen, „Der Diktator“) wäre gerne der große Hip-Hop-King und gefürchtete Ghetto-Gangster. Doch statt für Angst sorgen er und seine Kumpels (u.a. Martin Freeman, „Sherlock“) in ihrer kleinen Heimatstadt in England bloß für Gelächter. Als der krankhaft ehrgeizige Finanzminister David Carlton (Charles Dance, „Game of Thrones“) Ali durch Zufall trifft, überzeugt er diesen von einem Einstieg in die Politik. Der Plan dahinter ist einfach: Mit fehlender Bildung und damit einhergehenden Fettnäpfchen soll Ali die aktuelle Regierung des amtierenden Premierminister (Michael Gambon, „Judy“) in den Abgrund stürzen und so den Weg für Carlton frei machen. Doch wider Erwarten kommt die unverblümte Art des kleinkriminellen Vorstädters bei den Wählern an. Ist Ali G die politische Zukunft Großbritanniens?

 

Kritik: Inzwischen ist der Londoner Komiker Sacha Baron Cohen längst ein fester Bestandteil Hollywoods. Vor runden 20 Jahren war er noch im einheimischen TV unterwegs und veräppelte in einer seiner schrägen und provokanten Kunstfiguren ahnungslose Passanten und Prominente. Eine seiner bekanntesten und beliebtesten Figuren war sicherlich der Möchtegern-Gangster-Rapper Alistair Leslie Graham, kurz Ali G. Dieser bekam dann im Jahr 2002 mit „Ali G in da House“ einen eigenen Langfilm spendiert. Wie es so oft bei der Übersetzung von Sketchen und Kurzfilmen auf die große Leinwand der Fall ist, funktioniert dieses Werk auch nur stellenweise. So bleibt die „Handlung“ ein loser Aufhänger für eine Reihe einzelner Scherze, die eben doch wieder das Niveau von Sketchen haben.

Ali zeigt der Politik die Richtung an (© Universal Pictures)

Ali zeigt der Politik die Richtung an (© Universal Pictures)

Wenn Cohen abseits jeglicher politischer Korrektheit Großmäuler und ein gekünsteltes Image-Bewusstsein in der Politik parodiert, produziert der Film ein paar aufrichtige Lacher. Viel zu oft beschränkt sich diese Komödie aber auf simpelsten Blödelklamauk und produziert innerhalb seiner eigenen Wortspielhölle (selbst in der ungleich besseren Originalversion) billigste Sexwitzchen oder baut ganze Szenen auf, um eine zumeist vorhersehbare und wenig lustige Pointe zu provozieren. Da freut man sich regelrecht, wenn die „harten Jungs“ von der „Westside“ von Staines ein Autorennen im Rahmen der Verkehrsregeln abhalten und sich dabei möglichst absurden Slang um die Ohren hauen.

Sascha Baron Cohen ist ein guter Komiker und Schauspieler. So zeigt er auch hier – wenn es sein Drehbuch zulässt – wie viel Spaß die Figur des grenzdebilen Ali G machen kann. An seiner Seite tobt sich ein damals noch recht unbekannter Martin Freeman als Vorzeigetrottel Ricky C. aus. Charles Dance in einer Paraderolle als skrupelloser Politiker, Rhona Mitra als dessen verführerische Assistentin und Michael Gambon als etwas zu netter Premierminister sind weitere erstaunlich große Namen in dem schrägen Treiben.

Mit seinem Nachfolgefilm „Borat“ gelang Cohen dann 2006 der Kinodurchbruch. „Ali G in da House“ bleibt ein zu selten wirklich lustiges und nur bedingt durchdachtes Produkt seiner Zeit, das ein paar nette Momente in einer zu großen Ansammlung flacher Albernheiten präsentiert.

Ali ist sein größter Fan (© Universal Pictures)

Ali ist sein größter Fan (© Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 22.05.2020 auf DVD und im Blu-ray-Futurepak erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Für einen inzwischen volljährigen Film sieht der Blu-ray-Transfer ziemlich gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind mit der Ausnahme von Kleinigkeiten überzeugend. Die Farbpalette ist kräftig und wirkt natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind zumeist ordentlich eingestellt. Ein leichtes Rauschen fällt kaum ins Gewicht.

4 von 5 Punkten

Ton: Während die deutsche Spur in DTS-HD MA 5.1 vorliegt, muss man sich bei der englischen Fassung mit Dolby Digital 5.1 begnügen. Die Unterschiede sind aber nur marginal. Gelegentlich sprechen Schusswechsel, Hintergrundgeräusche (z.B. im Parlament) und Musik die äußeren Boxen an. Der große Teil der Vertonung spielt sich aber im Zentrum ab, wo die (in der englischen Fassung zumindest vereinzelt pointierten) Dialoge problemlos verständlich sind.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar von Sacha Baron Cohen und Martin Freeman als Ali und Ricky, ein Videotagebuch (12 Minuten), ein paar entfernte Szenen (22 Minuten), ein Featurette und eine Fotogalerie komplettieren die Blu-ray.

3 von 5 Punkten
Gesamt: 3 von 5 Punkten



Quelle: YouTube

Ali G in da House

Originaltitel:Ali G indahouse
Regie:Mark Mylod
Darsteller:Sacha Baron Cohen, Michael Gambon, Charles Dance
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:UK/USA, 2002
Verleih:Justbridge Entertainment
Länge:87 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Justbridge Entertainment

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 22.05.2020
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