Review: John Wick – Kapitel 3 (Kino)

Das Hauptplakat von "John Wick - Kapitel 3" (© 2019 Concorde Filmverleih GmbH)

Das Hauptplakat von “John Wick – Kapitel 3” (© 2019 Concorde Filmverleih GmbH)

Inhalt: Nachdem sich John Wick (Keanu Reeves, „Destination Wedding“) mit den Obersten der Killerwelt angelegt und auch noch einen Mord auf dem neutralen Boden des Continental Hotels begangen hat, sieht es übel für ihn aus. Nur dank der Gnade des Hotelmanagers Winston (Ian McShane, „Hellboy – Call of Darkness“), der ihm eine Stunde geschenkt hat, ist er noch am Leben. Schnell heften sich zahlreiche Auftragsmörder an seine Fersen, die das luxuriöse Kopfgeld von 14 Millionen Dollar einstreichen wollen. Gerade der absolut tödliche Zero (Mark Dacascos) und seine Männer machen John das Leben schwer. Mit der Unterstützung von Leuten wie seiner alten Weggefährtin Sofia (Halle Berry, „Kings“) und seiner Ziehmutter (Anjelica Huston, „50/50 – Freunde fürs (Über)Leben“) taucht der legendärste aller Killer unter, um nach einem Ausweg aus seiner misslichen Situation zu suchen.

Kritik: Als im Jahr 2014 Keanu Reeves unter der Regie seines ehemaligen Stunt-Doubles Chad Stahelski als Profikiller „John Wick“ die Mörder seines Hundes zur Rechenschaft zog, erlebte die Action-Branche eine der größten Überraschungen seit längerer Zeit. In einer ganz eigenen, atmosphärischen, bewusst überspitzten Welt schoss und boxte sich der Kampfsport-erfahrene Reeves in stylischen, teils grandios choreographierten Sequenzen wieder ins Blickfeld vieler Kinogänger. Nach einer nicht minder unterhaltsamen Fortsetzung „John Wick – Kapitel 2“ aus dem Jahr 2017, an deren Ende die Hauptfigur zum Gejagten der gesamten Killerwelt wurde, durfte man sich nun auf ein drittes Abenteuer des tödlichen Tierfreunds freuen. Dabei sollte der Zusatztitel der englischen Fassung „Parabellum“, der von dem lateinischen Sprichwort „Si vis pacem para bellum“ („Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“) stammt, einen Hinweis darauf geben, dass John Wick keine stille Flucht plant.

Zwei alte Weggefährten und Hundenarren (© 2019 Concorde Filmverleih GmbH)

Zwei alte Weggefährten und Hundenarren (© 2019 Concorde Filmverleih GmbH)

In seiner Startphase legt „John Wick: Kapitel 3“ los wie die Feuerwehr. Schon in der ersten Kampfszene, in der der Titelheld zu einer äußerst kreativen Waffe greift, wird der Ton für einen abermals ausgesprochen stilbewussten, rabiaten und amüsanten Film festgelegt. In einer folgenden Gruppenszene in einem schmalen Flur, die zu den besten des bisherigen Franchises gehört, bekommen die Fans der Reihe kompromissloses Futter – und den abermaligen Beweis, wie viel effektiver handgemachte Action gegenüber dem zu verbreiteten Schnitt-Massaker ist. Im Mitteldrittel verflacht der Film leider ein wenig, was aber natürlich auch teilweise mit benötigtem dramaturgischen Aufbau zu tun hat. In einer etwas zu langgezogenen Sequenz, in der Reeves – die darstellerisch sehr ordentliche, physisch aber vergleichsweise limitierte – Halle Berry an seiner Seite hat, wirkt der Film erstmals ein wenig repetitiv. Im Schlussakt findet „John Wick: Kapitel 3“ dann zurück zu seiner Topform und liefert einfallsreiche, unterhaltsame und großartig anzusehende Szenarien.

Wer in dieser Filmwelt immer noch auf Realismus pocht, wird wohl Gründe zu meckern finden. Wie bei den Vorgängern hört auch dieser dritte Teil nur auf seine interne Logik – was auch prima so ist. Die Mischung aus alten und neuen Charakterköpfen geht ausnahmslos auf. Selbst wenn Keanu Reeves erkennbar nicht mehr jünger wird, setzt er mit Coolness und bewundernswerter Schlagkraft seinen neuen Parade-Part konsequent fort. Auch das charismatische Continental-Traumduo Ian McShane und Lance Reddick sowie Laurence Fishburne kehren gewohnt unterhaltsam zurück.

Wie sehr kann John noch auf seine alten Freunde zählen (© 2019 Concorde Filmverleih GmbH)

Wie sehr kann John noch auf seine alten Freunde zählen (© 2019 Concorde Filmverleih GmbH)

Von den neuen Darstellern muss vor allem B-Movie-Star Mark Dacascos hervorgehoben werden, der mit immer noch erstklassiger Kampftechnik, erstaunlicher Präsenz und dem gewissen Augenzwinkern für echte Highlights im Film sorgt. Für weitere Qualität in den Actionszenen sorgt „The Raid“-Bösewicht Yayan Ruhian. „Orange Is The New Black“-Star Asia Kate Dillon darf als gar nicht so unparteiischer, aber wunderbar unterkühlter Schiedsrichter zwischen den Parteien vermitteln. Der vielseitige Cast wird unter anderem von Jerome Flynn, Jason Mantzoukas, Robin Lord Taylor, Anjelica Houston und Basketball-Star Boban Marjanovic ergänzt.

Wer vorher noch kein Fan der Reihe war, wird es wohl jetzt auch nicht mehr werden. Für die anderen gelingt es auch mit „John Wick: Kapitel 3“, bekannte Qualitäten aufrecht zu halten, ohne dabei wie eine Kopie der Vorgänger zu wirken. Starke, aufrechte Action, die ein angenehmes Gegengewicht zu vielen hektisch-wackeligen Produktionen des modernen Kinos bietet, eine eigenwillig-spaßige Handlung und eine Fülle an gut aufgelegten Schauspielern sorgen dafür, dass in dieser Reihe noch lange keine Ermüdungserscheinungen erkennbar sind.

4 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Film, LeinwandreporterTV, YouTube

John Wick: Kapitel 3

Originaltitel:John Wick: Chapter 3
Regie:Chad Stahelski
Darsteller:Keanu Reeves, Halle Berry, Anjelica Huston, Ian McShane, Lance Reddick
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Concorde Film
Länge:131 Minuten
FSK:tba
Kinostart:23.05.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Facebook-Seite des Films

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 14.05.2019
Review: John Wick – Kapitel 3 (Kino)

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