Review: Haus aus Sand und Nebel (Blu-ray)

Das Cover von "Haus aus Sand und Nebel" (© Studio Hamburg Enterprises)

Das Cover von “Haus aus Sand und Nebel” (© Studio Hamburg Enterprises)

Inhalt: Nachdem sie von ihrem Mann verlassen wurde, hat die Alkoholikerin Kathy Nicolo (Jennifer Connelly, „Shelter – Auf den Straßen von New York“) einen bislang erfolgreichen Versuch unternommen, trocken zu werden. Noch immer hat sie unter ihren Dämonen und der neuen Einsamkeit zu leiden. Der nächste Schicksalsschlag lässt aber nicht lange auf sich warten: wegen zweifelhafter, unverhältnismäßig geringer Steuerschulden wird ihr Haus gepfändet. Ehe sie sich zur Wehr setzen kann, wird ihr Zuhause auch schon an Massoud Behrani (Ben Kingsley, „Collide“), einen iranischen Ex-General, der in die USA flüchten musste, versteigert. Behrani sieht das Haus als Investition, mit der er seiner Familie eine neue Zukunft ermöglichen kann. Obwohl bald klar ist, dass Kathy Unrecht getan wurde, möchte der liebende Vater nicht so einfach auf die gerade gewonnene finanzielle Sicherheit verzichten. So entbrennt ein hitziger Streit, der sich in eine dramatische Richtung zuspitzt.

Kritik: Im Jahr 2003 verfilmte der gebürtige Ukrainer Vadim Perelman für sein Regie-Debüt den Roman „Haus aus Sand und Nebel“, mit dem Autor Andre Dubus III 1994 einen großen Erfolg gefeiert hatte. Der Film verdiente sich ähnliche Anerkennung und wurde unter anderem bei den Oscars für die Darsteller-Leistungen von Ben Kingsley und Shohreh Aghdashloo, sowie die Musik des bereits verstorbenen James Horner nominiert. Das Drama ist ein tieftrauriger Abgesang auf den amerikanischen Traum, wobei gerade die nachvollziehbare Einfachheit der Geschichte dafür sorgt, dass die Auswirkungen unter die Haut gehen. Obwohl der Film natürlich erwartet triste Töne anschlägt, läuft er als gut ausgearbeitetes Charakterstück nie Gefahr, dröge zu werden, oder auf billig-emotionale Tricks zurückgreifen zu müssen.

Massoud sieht in dem Haus eine große Möglichkeit (© Studio Hamburg Enterprises)

Massoud sieht in dem Haus eine große Möglichkeit (© Studio Hamburg Enterprises)

Hier entwickeln sich Figuren nachvollziehbar innerhalb einer viel zu realistischen Situation, die sich zu einer Abwärtsspirale entwickelt. Bei seinem Erstlingswerk kann sich Perelmann auf die Leistungsfähigkeit seiner herausragenden Darsteller verlassen, die durchweg auf der Höhe ihres Könnens agieren. Ben Kingsley, der in heutigen Filmen eher durch lustloses Chargieren auf sich aufmerksam macht, liefer als Vater, der seiner Familie um alle Macht ein sorgenfreies Leben bescheren möchte, einen absoluten Glanzpart. Jennifer Connelly, zu der Zeit gerade dank „A Beautiful Mind“ frischgebackene Oscar-Gewinnerin, agiert hier kaum weniger stark. Als vom Schicksal gebeutelte Kathy zeigt sie teils schmerzhaft intensiv, weswegen sie zu den besten Schauspielerinnen ihrer Generation gehört. Auch Shohreh Aghdashloo („Star Trek Beyond“) als einfühlsame Nadi, die sich mit kaum vorhandenen Englisch-Kenntnissen in den USA durchschlagen muss, liefert eine erinnerungswürdige Leistung.

„Haus aus Sand und Nebel“ ist einer dieser Filme, die im Zuschauer arbeiten müssen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Vadim Perelmann hat mit diesem zunächst unauffälligen, aber tatsächlich ausgesprochen fesselnden Drama einen starken Erstling hingelegt, der nicht nur wegen der starken Schauspieler auch 16 Jahre später noch gefragt ist.

Ein Streit, in dem es keine Gewinner geben kann (© Studio Hamburg Enterprises)

Ein Streit, in dem es keine Gewinner geben kann (© Studio Hamburg Enterprises)

Der Film ist ab dem 24.05.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der sehr triste (und auch teils neblige) Film hat einen atmosphärischen Look, wird aber auch in HD dadurch nicht zur strahlenden Schönheit. Schärfe und Detaildarstellung sind ordentlich, bauen aber in den dunklen Einstellungen ab. Die Farben sind natürlich größtenteils nicht besonders satt, wodurch die Hauttöne schon fast ein wenig hell wirken. Kontraste und Schwarzwert hinterlassen trotz kleinerer Unsauberkeiten einen ordentlichen Eindruck. Der Film ist allgemein recht körnig, was ins Gesamtbild passt.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Ton liegen in einer vollkommen ausreichenden Dolby Digital 5.1-Abmischung vor. Tatsächlich holt die Vertonung hier sehr viel aus den Gegebenheiten. Neben einer komplett problemfreien Dialogwiedergabe wird eine saubere und dynamische Abmischung der Hintergrund-Atmosphäre und der Musik geboten. Auch wenn es keine nennenswerten Effekte gibt, werden die äußeren Boxen regelmäßig gut mit eingebunden.

4 von 5 Punkten

Extras: Auf Bonusmaterial wurde leider verzichtet.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Moviedinho, YouTube

Haus aus Sand und Nebel

Originaltitel:House of Sand and Fog
Regie:Vadim Perelman
Darsteller:Jennifer Connelly, Ben Kingsley, Ron Eldard
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2003
Verleih:Studio Hamburg Enterprises
Länge:125 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Studio Hamburg Enterprises

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 24.05.2019
Review: Haus aus Sand und Nebel (Blu-ray)

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