Review: Backtrace (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Backtrace" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover von “Backtrace” (© Constantin Film)

Inhalt: Bei einem Raub hatte Macdonald (Matthew Modine, „47 Meters Down“) mit seinen Helfern fast 20 Millionen Dollar erbeutet. Viel Freude hatten sie aber nicht daran, da sie in eine Schießerei gerieten, an deren Ende Macdonald im Koma lag und seine Komplizen tot waren. Seit dieser Zeit versucht der Polizist Sykes (Sylvester Stallone, „Der Senkrechtstarter“), das verschwundene Geld wiederzufinden. Inzwischen sind sieben Jahre vergangen, der Drahtzieher leidet an Amnesie und sitzt im Gefängnis und von der Millionen-Beute fehlt immer noch jede Spur. Eines Tages wird Macdonald von Lucas (Ryan Guzman, „The Boy Next Door“) angesprochen, der ihm zur Flucht verhelfen und mit ihm das Geld finden will. Tatsächlich gelingt der Gefängnisausbruch. Mit Hilfe einer experimentellen Droge soll es dem Bankräuber gelingen, seine Schritte von damals nachzuverfolgen. Doch viel Zeit bleibt nicht, das Sykes bereits die Spur aufgenommen hat.

Kritik: Brian A. Miller hat seine Regie-Karriere bislang damit verbracht, recht prominente Darsteller in generisch-belanglosen Action-Thrillern zu inszenieren. Viel mehr als passable B-Ware ist bei seinen Werken noch nicht raus gekommen – dafür durfte er sich schon unansehbaren Schrott wie „VICE“ (nein, nicht den diesjährigen Oscarkandidat) in den Lebenslauf schreiben. Schnell wird klar, dass auch „Backtrace“ kein großer Schritt nach oben sein wird. Nach einer unübersichtlichen Einleitung sorgt eine uninspiriert vorgetragene und viel zu lange Schießerei dafür, dass sich erste Langeweile einstellt. In der Folge entwickelt sich ein unnötig komplizierter und nicht sonderlich sinniger Plot, der Cleverness und das Gespür für Spannung vermissen lässt.

Macdonald erforscht die eigene Vergangenheit (© Constantin Film)

Macdonald erforscht die eigene Vergangenheit (© Constantin Film)

So stolpert sich der Film von einer Szene zur nächsten und schafft es selten, seine solide Prämisse wirklich auszunutzen. Die Wendungen wirken völlig fehl am Platz und untergraben die instabile Logik des Films weiter. Dabei bleibt das vielleicht größte Problem von „Backtrace“, der eigentlich von der emotionalen Bindung zu den Figuren leben sollte, dass die Charakterzeichnung ähnlich hölzern ist wie die vorgetragenen Dialoge. Die bekannt Darsteller dienen eigentlich nur dem Verkaufswert, der durch ihre Namen auf dem Plakat steigt.

Am ehesten gelingt es noch Matthew Modine, seinen Bankräuber mit Amnesie zu einem brauchbaren Charakter zu machen. Sylvester Stallone ist das komplette Desinteresse am Film in jeder Szene anzumerken. Er versucht gar nicht, seiner Nebenrolle irgendeine Form von Leben zu geben. Regisseur Miller scheint glücklich genug zu sein, Stallone in seinem Film zu haben, weswegen er bei dessen ausdruckslosem Auftritt nicht eingreift. Weitere bekannte Darsteller wie Teenieschwarm Ryan Guzman oder auch Christopher McDonald („The Collection – The Collector 2“) bleiben komplett austauschbar.

Wer sich von dem „Stallone jagt Bankräuber ohne Gedächtnis“-Plot einfach nur leicht verdauliche B-Film-Unterhaltung erhofft hat, war eigentlich ein Realist. Leider erfüllt „Backtrace“ nicht einmal geringe Ansprüche. So bleibt ein konfuser Action-Thriller, der sich selbst viel zu ernst nimmt und von seinen furchtbaren und lustlos präsentierten Dialogen an den Rand des Erträglichen gebracht wird.

Sykes will seinen alten Fall endlich abschließen (© Constantin Film)

Sykes will seinen alten Fall endlich abschließen (© Constantin Film)

Der Film ist seit dem 21.03.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch schneidet der Film zumindest solide ab. Abgesehen von den etwas matschig wirkenden Flashback-Momenten sind Schärfe und Detaildarstellung meistens ordentlich – wobei die dunklen Szenen diesbezüglich etwas abbauen. Die Farben sind bewusst etwas entsättigt, wirken aber immer natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind ebenfalls zufriedenstellend. Bis auf ein leichtes Rauschen sind keine größeren Probleme aufgefallen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton sind verlustfrei, aber nicht sonderlich hervorstechend. Die Dialoge sind immer gut priorisiert und klar verständlich. Allerdings wirken sie in der Synchronfassung nicht immer komplett ins Geschehen eingebettet. Bei den Schießereien werden die äußeren Boxen mit eingebunden – dabei hätten die Effekte aber merklich kräftiger sein können. Hintergrundgeräusche und Score sorgen noch gelegentlich für weitere räumliche Aktivität.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kurzes Making of (6 Minuten) ist neben ein paar Trailern der einzige Bonus.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Constantin Film, YouTube

Backtrace

Originaltitel:Backtrace
Regie:Brian A. Miller
Darsteller:Sylvester Stallone, Matthew Modine, Ryan Guzman, Christopher McDonald, Meadow Williams
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Constantin Film
Länge:96 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Constantin Film

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 06.04.2019
Review: Backtrace (Blu-ray)

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