Review: 7500 (Film Festival Cologne)

Das Hauptplakat von "7500" (© Universum Film)

Das Hauptplakat von „7500“ (© Universum Film)

Inhalt: Es ist ein Tag wie jeder andere – Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt, „Snowden“) betritt das Cockpit, um mit seiner Freundin, der Stewardess Gökce (Aylin Tezel, „Macho Man“), unter der Leitung von Flugkapitän Michael Lutzmann (Carlo Kitzlinger) von Berlin nach Paris zu fliegen. Kurz nach dem Start bricht plötzlich Unruhe aus. Es befindet sich eine Gruppe von Extremisten um den jungen Vedat (Omid Memar) an Bord, die das Flugzeug in ihre Gewalt bringen möchte. Schnell bricht ein verzweifelter Kampf zwischen den Entführern und der Besatzung aus. Bald ist klar, dass ein Blutvergießen unvermeidlich ist. Obwohl Ellis gerne eingreifen würde, muss er sich einer zentralen Regel beugen: Die Tür zum Cockpit muss in jedem Fall geschlossen bleiben.

 

Kritik: Als Langfilm-Regisseur ist Patrick Vollrath ein Branchen-Neuling. Dabei kann er schon auf zahlreiche Projekte zurückblicken. So schreibt und dreht er seit über zehn Jahren erfolgreich Kurzfilme, was 2015 in einer Oscar-Nominierung für „Alles wird gut“, den Abschlussfilm seines Studiums, gipfelte. Nun durfte er also erstmals ein Werk für die große Leinwand produzieren. Dabei ein handwerklich durchaus beeindruckender Fakt vorweg: Nach einem Prolog mit Sicherheitsaufnahmen vom Flughafen präsentiert Vollrath „7500“ (was nebenbei der Notfall-Code bei Flugzeug-Entführungen ist) als konsequentes Kammerspiel, das sich komplett in der Piloten-Kabine des Linien-Flugzeugs abspielt.

 

Tobias Ellis muss über Leben und Tod entscheiden (© Universum Film)

Tobias Ellis muss über Leben und Tod entscheiden (© Universum Film)

Trotz dieser räumlich komplexen Aufgabe entwickelt sich ein extrem spannender und angenehm unprätentiöser Film, der bis zum letzten Moment packende Unterhaltung liefert. Mit einem guten Blick für Details entpuppt sich „7500“ als authentisch anmutendes Werk, bei dem das Publikum komplett die Perspektive des Piloten einnimmt.

Hier ist Vollrath und seinem Team mit der Verpflichtung von Joseph Gordon-Levitt natürlich ein echter Coup gelungen. Der Hollywood-A-Lister, um den es in den vergangenen Jahren etwas stiller geworden ist, liefert eine spektakuläre One-Man-Show, die natürlich das emotionale Zentrum des Filmes ist. Carlo Kitzlinger, der vor seiner Schauspiel-Karriere als Flugkapitän aktiv war, gibt dem Geschehen zusätzliche Glaubwürdigkeit. Gordon-Levitt bekommt mit Omid Memar einen (Haupt-)Gegenspieler, dem glücklicherweise genug Freiraum eingeräumt wird, um einen nachvollziehbaren Part zu spielen. Obwohl sie nur begrenzte Spielzeit hat, schafft es Aylin Tezel, ihrer Figur Gewicht zu geben.

Mit „7500“ liefert Patrick Vollrath das vielleicht interessanteste Regie-Debüt aus einheimischen Gefilden in diesem Jahr. So entwickelt sich ein geschickt konstruiertes, atmosphärisches und höchst spannendes Kammerspiel, das nicht zuletzt wegen eines groß aufspielenden Joseph Gordon-Levitt durchweg überzeugende Genre-Unterhaltung bietet.

4 von 5 Punkten

Der Film lief im Programm des Film Festival Cologne 2019 und ist ab dem 05.06.2020 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich..


Quelle: Leonine Distribution, YouTube

7500

Originaltitel:7500
Regie:Patrick Vollrath
Schauspieler:Joseph Gordon-Levitt, Aylin Tezel, Murathan Muslu, Omid Memar
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2019
Verleih:Leonine Distribution (Universum Film)
Länge:92 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:26.12.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Leonine Distribution

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 04.05.2020
Review: 7500 (Film Festival Cologne)

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