Review: Hangman – The Killing Game (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Hangman - The Killing Game" (© Concorde Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von „Hangman – The Killing Game“ (© Concorde Home Entertainment)

Inhalt: Seit einer privaten Tragödie ist Polizist Will Ruiney (Karl Urban, „Star Trek Beyond“) vom Zorn zerfressen. Da macht es seine Arbeit nicht einfacher, dass seine Vorgesetzte Captain Watson (Sarah Shahi) ihm die investigative Journalistin Christi Davies (Brittany Snow) an die Seite stellt. Davies möchte einen Artikel über die Arbeit eines Mordermittlers schreiben und hat dafür vom Polizeichef die Freigabe erhalten. Tatsächlich kann sie Ruiney bald bei der Arbeit beobachten: Eine entstellte und aufgehangene Leiche wird gefunden. Am Tatort finden sich die Dienstnummern von Ruiney und dem pensionierten Ex-Kollegen Ray Archer (Al Pacino, „Mr. Collins’ zweiter Frühling“). Dieser erklärt sich augenblicklich bereit, für den Fall zurückzukehren. Zwischen dem Killer, der alle 24 Stunden erneut zuschlägt, und den Ermittlern samt journalistischem Anhang entsteht ein gnadenloses Katz- und Mausspiel, das bald für alle lebensgefährlich wird.

 

Kritik: Eine große Zeit seiner´Karriere hat Johnny Martin als Stuntman verbracht. In den letzten Jahren war er aber auch immer wieder nebenbei als Second Unit Director tätig. Auch als Regisseur in Hauptverantwortung hat er mittlerweile ein paar Mal gearbeitet, wobei „Vengeance: A Love Story“ mit Nicolas Cage aus dem vergangenen Jahr seine bislang bekannteste Produktion war. Wer gehofft hat, von ihm eine Innovation im Serienmörder-Thriller zu sehen, wird hier nicht fündig. Nach einer unnötigen Einleitungssequenz entwickelt sich (wieder einmal) schnell ein Film, der merklich von „Sieben“ inspiriert worden ist. Auch wenn es an keiner Stelle wirklich schwach wird, ist „Hangman“ genau die schematische Mörderjagd, die die meisten Thriller-Fans so in den letzten Jahren schon zahlreiche Male gesehen haben. Optisch ist der kühl und dunkel eingefärbte Film ebenfalls äußerst konventionell ausgefallen. Die meisten Handlungselemente gehen auf, auch wenn die Motive der Figuren äußerst halbgar ausfallen.

Die Ermittler befragen eine Zeugin (© Concorde Home Entertainment)

Die Ermittler befragen eine Zeugin (© Concorde Home Entertainment)

Schauspielerisch wird ebenfalls ordentliche Qualität geboten, auch wenn die Charaktere fast kein Klischee auslassen. Al Pacino spielt den raubeinigen Ex-Cop, der für einen letzten Fall noch einmal Dienst schiebt. Obwohl die Figur genau so holzschnittartig ist, wie es auf dem Papier den Anschein macht, ist Pacino hier deutlich motivierter, als es in zahlreichen B-Produktionen der letzten Jahre der Fall war. Mit sichtlichem Spaß holt er das Optimum aus der Figur und spendiert Archer ein paar schöne Momente. Karl Urban kann vor allem als Nebendarsteller ganze Filme aufwerten. Leider geht ihm ein wenig das Charisma ab, um einen Film wirklich zu tragen. Sein Figuren-Prototyp – der zornige Mordermittler, der Vergeltung für einen Verlust sucht – ist natürlich ziemlich unergiebig. Er liefert einen soliden Auftritt, kann den Part aber nicht künstlich verbessern.

Die von Brittany Snow gespielte Journalistin Christie hätte mit minimalen Änderungen des Drehbuchs ohne merkliche Auswirkungen aus dem Film geschnitten werden können. Das spricht zum einen nur bedingt für das Skript, erklärt aber auch, weshalb Snows Auftritt derart unauffällig ist. Sarah Shahi darf als Captain Pacino und Urban ein wenig herumkommandieren, bekommt aber auch nicht wirklich etwas zu tun.

Auch wenn der Innovationsfaktor um den Nullpunkt kreist, die Schauspieler kaum gefordert sind und sich die Klischees stapeln, ist „Hangman – The Killing Game“ in allen Belangen solide genug, um den Freunden vergleichbarer Thriller meist passable Unterhaltung zu liefern.

Archer benötigt all seine Routine für den Fall (© Concorde Home Entertainment)

Archer benötigt all seine Routine für den Fall (© Concorde Home Entertainment)

Der Film ist ab dem 05.04.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Wie bei solchen Werken fast unvermeidlich, wurden auch hier meist düstere, in (aggressive) Blautöne getunkte Szenerien gewählt. Wenn die Beleuchtung einmal spürbar vorhanden und die Farbfilter nicht ganz so aktiv sind, können Schärfe und Detaildarstellung durchaus gefallen. Im Gegenzug müssen meistens dann doch Abstriche gemacht werden – ohne dass das Bild dabei zu viel verschlucken würde. Kontraste und Schwarzwert wurden ordentlich eingestellt. Bis auf ein typisches, leichtes Korn waren keine großen Fehler oder Unruhen zu sehen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind so verlustlos und unspektakulär ausgefallen, wie es die meisten Zuschauer von einem solchen Film erwarten dürften. Es gibt ein paar kleine Effekte bei Auto-Verfolgungsjagden und Schießereien. Eine Szene mit einem einfahrenden Zug ist hier der vielleicht auffälligste Moment. An den Tatorten werden ein paar typische Spielereien mit dem Sound geliefert. Dabei bleibt aber immer der Eindruck, dass die Effekte präziser und kräftiger möglich gewesen wären. Die Dialoge sind immer problemlos verständlich.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines Featurette über die Arbeit am Film (6 Minuten) ist neben einer Reihe von Trailern der einzige Bonus auf der Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Movielounge, YouTube

Hangman - The Killing Game

Originaltitel:Hangman - The Killing Game
Regie:Johnny Martin
Darsteller:Al Pacino, Karl Urban, Brittany Snow
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Concorde Home Entertainment
Länge:98 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Concorde Movielounge

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.04.2018
Review: Hangman – The Killing Game (Blu-ray)

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