Review: Doctor Who Staffel 4 (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Doctor Who Staffel 4" (© Polyband)

Das Blu-ray-Cover von “Doctor Who Staffel 4” (© Polyband)

Inhalt: Nachdem Martha Jones (Freema Agyeman) ihre Reisen mit dem Doktor (David Tennant, „Broadchurch“) beendet hat, verschlägt es den Time Lord zunächst alleine auf eine interstellare Titanic. Zurück auf der Erde, trifft er bei einem Fall rund um ein paar sehr merkwürdige Diätpillen eine alte Bekannte: Donna Noble (Catherine Tate), die es bereut, die Einladung von damals ausgeschlagen zu haben. Fortan unterstützt sie ihn als neue Begleiterin auf Reisen, die in Pompeji ihren Auftakt nehmen. Eine Rasse aus der Sklaverei zu befreien und ein Krimi-Rätsel mit Agatha Christie zu lösen, entpuppen sich dabei noch als leichtere Aufgaben, die Donna mit dem Doktor lösen muss.

Kritik: Im Jahr 2008 erschien diese vierte Staffel, die nach der Wiederbelebung des BBC-Klassikers „Doctor Who“ veröffentlicht wurde. Es sollte für Russell T. Davies – Showrunner seit dem Revival 2005 – das letzte Jahr in leitender Funktion sein. Ab der fünften Staffel durfte Steven Moffat das Zepter übernehmen. Der folgende Umbruch wurde hier auch inhaltlich entsprechend eingeleitet. So durfte Davies noch einmal auf fast das ganze Arsenal an Figuren zugreifen, das unter seiner Riege im Einsatz war. Im Weihnachts-Special „Reise der Verdammten“ muss der Titelheld zunächst einmal ohne Begleiterin auskommen, bekommt aber dafür den australischen Popstar Kylie Minogue an die Seite gestellt. Trotz der herrlich kuriosen Prämisse und einer erstaunlich charmanten Minogue ist hier eher keine Sonderfolge entstanden, die lange im Gedächtnis bleibt.

Gestatten, Agatha Christie (© Polyband)

Gestatten, Agatha Christie (© Polyband)

Nach ihrem Auftritt in der Weihnachts-Episode zwischen den Jahren 2 und 3 bekam Catherine Tate jetzt die Möglichkeit, dauerhaft als schroffe Stenotypistin Donna Noble die neue Begleiterin zu geben. Natürlich war und ist sie eine Figur, die polarisiert. So waren einige von ihrer lauten Art genervt, während andere Gefallen an dem unkonventionellen Charakter finden konnten. Die schauspielerische Qualität und auch die Chemie mit dem abermals hervorragenden David Tennant standen dabei außer Frage. Im Zentrum von „Es lebe das Fett“ steht natürlich der titelgebende Einfall, der eine solide Episode auf ein höheres Level hebt. Auch wenn „Die Feuer von Pompeji“ sicherlich nicht zu den Stärken dieser Staffel zählt, dürften – gerade zu heutigen Zeit – einige Zuschauer sehr angetan sein, da der spätere „Doctor Who“ Peter Capaldi hier in einer Gastrolle auftritt.

Die melancholische und recht politische Episode „Immer zu Diensten“ entpuppt sich als kleines Highlight. „Dicke Luft“ und „Mörderischer Himmel“ funktionieren als passables Weltuntergangsszenario, bleiben aber trotz der zeitweiligen Rückkehr von Freema Agyeman eher mittelmäßige Kost. Nach der eher sonderbaren Folge „Der Doktorvater“ entpuppt sich der „Whodunit“-Krimi „Das Einhorn und die Wespe“, in der Fenella Woolgar als Agatha Christie ermittelt und die blutjunge Felicity Jones („Rogue One – A Star Wars Story“) in einer Nebenrolle zu sehen ist, als großer Spaß. Wie es sich für einen angehenden Showrunner gehört, zeichnete sich Steven Moffat für die herausragende Doppelfolge „Tödliche Stille“ und „Wald der Toten“ verantwortlich. Die Geschichte funktioniert als clever verstrickter, packender Horror-Thriller, der fast beiläufig noch den ersten Auftritt von Alex Kingston als River Song beinhaltet.

Danach folgt mit dem kammerspielartigen „Geisterstunde“ eine ungewöhnliche, aber ausgesprochen spannende Episode. Zum Finale durfte Russell T. Davies noch einmal groß auffahren. So bilden „Reise rückwärts“, „Die gestohlene Erde“ und „Das Ende der Reise“ eine zusammenhängende Storyline, die zahlreiche Einfälle, ein hohes Tempo, bekannte Gegenspieler (allen voran die Daleks) und Co-Stars wie Billie Piper, John Barrowman, Elisabeth Sladen und Eve Myles bereit hält. Leider wirkt das Geschehen an manchen Stellen zu konstruiert, was das Vergnügen etwas mindert.

In „Doctor Who Staffel 4“ gibt es einige Episoden, die sicherlich zu den Höhepunkten des gesamten Serien-Revivals zählen. Dazu kommt ein spektakuläres – wenn auch nicht makelloses – Staffel-Finale, das allein schon wegen seiner Stars hervorsticht. Dennoch gönnt sich dieses Jahr zu viele durchschnittliche Folgen, die diesem Abschied teilweise einen etwas faden Beigeschmack geben.

Die Daleks sorgen mal wieder für Ärger (© Polyband)

Die Daleks sorgen mal wieder für Ärger (© Polyband)

Die Box ist ab dem 29.06.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Erneut erreichen Schärfe und Detaildarstellung keine ausgezeichneten, aber ordentliche Werte. Gerade die CGI-Effekte hätten diesbezüglich etwas knackiger sein können. Abgesehen von ein paar eingesetzten Stilmitteln ist die Farbgebung meistens recht gut gelungen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten können auch Kontraste und Schwarzwert überzeugen.In den dunkleren Szenen ist manchmal ein recht deutliches Rauschen zu erkennen. Dennoch ist die Präsentation insgesamt eher ruhig und sauber ausgefallen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton liefern abermals die erwartet solide Kost. Gerade in der Spätphase der Staffel gibt es ein paar brauchbare, räumliche Effekte bei Explosionen und Schüssen. Ansonsten kommt der Sound größtenteils aus dem Frontbereich. Die Dialoge sind immer gut priorisiert und problemlos verständlich. Musik und Hintergrundgeräusche binden die äußeren Boxen noch hier und da mit ein.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Booklet in der Hülle, „Doctor Who Confidential“-Beiträge zu allen Episoden (insgesamt 182 Minuten), zwei Videotagebücher (insgesamt 30 Minuten), Audiokommentare zu allen Episoden, die Beiträge „The Journey (So Far)“ (31 Minuten) und „Children in Need – Time Crash“ (8 Minuten), ein paar entfernte Szenen mit Kommentar von Russell T. Davies (39 Minuten), ein alternatives Ende (2 Minuten) und zahlreiche Teaser und Trailer liefern den gewohnt reichhaltigen Mehrwert zur Serie.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Gallifreyforever97, YouTube

Doctor Who - Staffel 4

Originaltitel:Doctor Who - Season 4
Showrunner:Russel T. Davies, Steven Moffat
Darsteller:David Tennant, Catherine Tate, John Simm
Genre:Science-Fiction-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 2007-2008
Verleih:Polyband Medien
Länge:13 Episoden zu je 45 Minuten + Weihnachts-Episode (60 Minuten)
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.07.2018
Review: Doctor Who Staffel 4 (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen