Review: Doctor Who: Der erste Doktor – Die Daleks (DVD)

Das DVD-Cover von "Der erste Doktor - Die Daleks" (© Polyband)

Das DVD-Cover von “Der erste Doktor – Die Daleks” (© Polyband)

Inhalt: Auf dem Planeten Skaro entdecken der Doktor (William Hartnell), seine Enkeltochter Susan (Carole Ann Ford) und ihre Begleiter Ian (William Russell) und Barbara (Jacqueline Hill) eine mysteriöse Geisterstadt. Als sie sich genauer umsehen wollen, werden sie von aggressiven Maschinen angegriffen und gefangen genommen. Wie sich herausstellt, stecken in den Maschinen Wesen namens Daleks, die auf dem Planet einen Krieg gegen die Thals – eine weitere Alien-Rasse – ausfechten. Im Gegensatz zu den Daleks möchten die Thals nur in Frieden leben. Als der Doktor und seine Unterstützer fliehen, setzen sie alles daran, einen finsteren Plan der Daleks zu stoppen.

 

Kritik: Als im Jahr 1963 der neue BBC-Programmchef Sydney Newman mit einer Science Fiction-Serie einen freien 30-Minuten-Slot füllen wollte und seine ehemalige Assistentin Verity Lambert – als erste Frau überhaupt bei dem traditionsreichen Sender – zur Produzentin gemacht hatte, war der Erfolg noch lange nicht in die Wiege gelegt. Nach der ersten Geschichte stand die Serie bereits vor dem Aus. Da setzte sich Lambert über den ausdrücklichen Wunsch von Newman hinweg, keine „glubschäugigen Aliens“ in der Serie erleben zu wollen. Tatsächlich entpuppte sich die Geburtsstunde der Daleks auch als eigentliche Geburtsstunde von „Doctor Who“. Über Nacht sorgten die mit Metall umhüllten Monster, die mit unangenehmen Stimmen („Eliminieren!“) und kühl berechnender Skrupellosigkeit auffielen, für einen nationalen Hype.

 

Der Beginn einer langen Feindschaft (© Polyband)

Der Beginn einer langen Feindschaft (© Polyband)

Die Qualität der Figuren kann schon dadurch festgemacht werden, dass sie auch 55 Jahre später ohne merkliche Veränderungen noch in verschiedenen Handlungsbögen zum Einsatz kommen. So sind diese sieben Episoden, die auf der DVD zu sehen sind, ein nicht unwesentlicher Teil britischer TV-Geschichte. Dabei fällt aber auf, dass es hauptsächlich die Daleks sind, die diesen Episoden Spannung und Unterhaltungswert verleihen. Fast immer wenn die Titelhelden dieser Storyline im Einsatz sind, funktioniert das Geschehen auch 2018 noch. Im Gegenzug kann Sequenzen, in denen die vier Hauptfiguren durch den deutlich unechten Studio-Dschungel marschieren, allenfalls nostalgischer Charme zugeschrieben werden. Die Euphorie, die Susan beim Anblick einer (Papier-)Blume bekommt, ist da fast schon der Höhepunkt der ersten Folge. Nur das charismatisch-exzentrische Auftreten von William Hartnell bleibt hier als beständige Größe.

Im Gegensatz zu den Daleks gehören die Thals weder für das Fernsehen im Allgemeinen, noch für „Doctor Who“ zu geschichtsträchtigen Erscheinungen. Die „menschenähnliche“, blondierte Rasse wirkt ziemlich altbacken und hat nicht sehr viel mehr zu tun, als naiv-pazifistische Slogans aufzusagen. Natürlich war das Erzähltempo zur damaligen Zeit noch ein wenig anders. Die arg zurückgenommene Geschwindigkeit wird aber auf die Spitze getrieben, wenn der Doktor, Begleiter und Thals eine Expedition in einer Höhle unternehmen. Hier wird in einer ganzen Folge nicht viel mehr unternommen, außer die Belegschaft über eine Schlucht klettern zu lassen. Solche – nach modernen Maßstäben – langweiligen Phasen können zumindest teilweise aufgefangen werden, wenn die Daleks wieder in Aktion treten.

Natürlich sind diese späten Veröffentlichungen der ersten Gehversuche der wohl langlebigsten TV-Figur überhaupt in erster Linie an echte Fans und Nostalgiker gerichtet. Für diese sollte „Doctor Who: Der erste Doktor – Die Daleks“ schon rein aus einem historischen Standpunkt äußerst interessant sein. Tatsächlich sind die Titelfiguren in den Jahrzehnten gut gealtert, was für die Handlung nur bedingt gilt. Obwohl Umschreibungen wie lahm, naiv und altbacken hier sicherlich nicht verfehlt sind, reichen William Hartnell und die Daleks aber immer noch aus, um die sieben Episoden auf insgesamt solides Niveau zu bringen.

Die Daleks schmeiden finstere Pläne (© Polyband)

Die Daleks schmeiden finstere Pläne (© Polyband)

Die Box ist ab dem 29.06.2018 auf DVD erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Wie schon beim Vorgänger sorgt das 55 Jahre alte Bildmaterial natürlich nicht für Freudensprünge. Die Bilder sind durchweg eher weich gezeichnet, unruhig und körnig. Während Schärfe und Detaildarstellung in den gut beleuchteten Momenten zumindest passabel sind, ist in den dunklen Szenen wieder kaum etwas zu erkennen. Kontraste und Schwarzwert sind ebenfalls gemessen an der Beleuchtung schwankend.

2 von 5 Punkten

Ton: Der frische deutsche und englische Dolby Digital 2.0-Ton sind im Rahmen der Möglichkeiten abermals absolut in Ordnung. Die Dialoge sind klar priorisiert, klingen recht sauber und sind immer gut zu verstehen. Musik und Hintergrundgeräusche sind ebenfalls ordentlich abgemischt worden. Viel mehr war nicht zu erwarten.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein achtseitiges Booklet, Audiokommentare zu den Episoden „Die Überlebenden“ (mit Verity Lambert und Christopher Barry), „Der Hinterhalt“ (mit Christopher Barry, Carole Ann Ford und William Russell) und „Die Rettung“ (mit Richard Martin, Carole Ann Ford und William Russell), ein Featurette „Creation of the Daleks“ (17 Minuten), Grußworte von Michael Schwarzmeier und Peter Lehn (1 Minute), eine Bildergalerie und ein paar Trailer komplettieren die Box.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, Leinwandreporter TV, YouTube

Doctor Who - Der Erste Doktor: Die Daleks

Originaltitel:Doctor Who - The Beginning (part two)
Regisseur:Waris Hussein
Darsteller:William Hartnell, William Russell, Jacqueline Hill, Carole Ann Ford
Genre:Science-Fiction-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 1963
Verleih:Polyband Medien
Länge:7 x 25 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 26.06.2018
Review: Doctor Who: Der erste Doktor – Die Daleks (DVD)

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