Review: Born To Kill (DVD)

Das DVD-Cover von "Born To Kill" (© Polyband)

Das DVD-Cover von “Born To Kill” (© Polyband)

Inhalt: Obwohl das Leben als alleinerziehende Mutter sicherlich nicht einfach ist, scheint es die Krankenschwester Jenny (Romola Garai, „Suffragette – Taten statt Worte“) recht gut getroffen zu haben. Ihr 16 Jahre alter Sohn Sam (Jack Rowan) ist höflich, hilft ehrenamtlich im Krankenhaus und ist bei Mitschülern und Lehrern beliebt. Mit Chrissy (Lara Peake) hat er seit kurzem sogar seine erste Freundin. Doch wenn Sam alleine ist, verändert er sich komplett: Der Teenager ist ein Psychopath, der alle Arten von Einfühlungsvermögen nur vortäuscht. Dabei wird in ihm der Drang, Menschen zu töten, immer stärker. Als er die wahre Geschichte vom Schicksal seines Vaters (Richard Coyle, „Hard Sun“) erfährt, eskaliert die Situation.

Kritik: Eigentlich wurde „Born To Kill“ von den Autorinnen Kate Ashfield und Tracey Malone für ein amerikanisches Setting geschrieben. Als der britische Kanal Channel 4 die Rechte an dem Material erwarb, machte auch die Geschichte einen Sprung über den großen Teich. Inszeniert von dem routinierten TV-Regisseur Bruce Goodison („Doctor Foster“) ist ein ungewöhnlicher, streckenweise unangenehmer Genre-Mix entstanden, der als eine Art „Dexter – Die jungen Jahre“ umschrieben werden könnte. Das Publikum lernt seine Figur kennen, kurz bevor er seinen dringenden Bedürfnissen folgt. Nach einer großartigen Einleitungssequenz nimmt sich die Serie Zeit, die beiden Protagonisten und ihren Alltag recht ausführlich einzuführen.

 

Das Verhältnis von Sam und Jenny wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt (© Polyband)

Das Verhältnis von Sam und Jenny wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt (© Polyband)

 

Selbst wenn das Geschehen nicht ohne Längen auskommt, sind die Macher hier deutlich mehr um Authentizität bemüht, als es beim (genannten) großen Bruder der Fall war. Neben dem soliden Thriller-Plot (wie weit kommt Sam? Wird er geschnappt?) ist es vor allem interessant, hier in die Welt eines nicht ausgereiften Psychopathen einzutauchen. Dabei geht der aufrichtige Ansatz, die emotionale Störung als Geisteskrankheit zu porträtieren, recht gut auf. Hauptdarsteller Jack Rowan ist hier eine echte Entdeckung. Die Mischung von charismatischem Jungen, dem seine Maskerade glaubhaft spielend gelingt und einem wahrlich verstörenden Individuum gelingt ihm beeindruckend gut. Auch Romola Garai in ungewohnter Rolle als überforderte Mutter zeigt eine erstklassige Vorstellung. Elemente wie das vorhandene Engagement und das einsetzende Entsetzen über die Natur ihres Kindes werden von ihr mit Leben gefühlt.

Leider bauen die Storylines, die sich nicht um die Figuren aufbauen, im Gegenzug ab. Das ist allein schon schade,weil Lara Peake als aufmüpfige Freundin von Sam und Daniel Mays („The Limehouse Golem“) in der Rolle ihres alleinerziehenden Vaters ebenfalls gute Auftritte liefern. Hier fehlt aber auch rein zeitlich der Raum, um den Geschichten wirklich Tiefgang zu geben. Das Finale der Mini-Serie ist vollkommen solide, was aber in gewissem Maße als Enttäuschung betrachtet werden kann, da die Entscheidungen in dieser Phase sehr konventionell ausfallen.

Obwohl sicherlich ein ganzes Stück zum großen Wurf fehlt, ist „Born To Kill“ ein hoch interessantes Thriller-Drama, das den Weg in die Verfassung eines Psychopathen etwas anders angeht. Nicht nur wegen der exzellenten Auftritte von Jack Rowan und Romola Garai bleibt trotz Durchhängern und einem etwas mauen Finale ein absolut sehenswerter Vierteiler.

Ein Besuch im Gefängnis - ein Blick in die Zukunft für Sam? (© Polyband)

Ein Besuch im Gefängnis – ein Blick in die Zukunft für Sam? (© Polyband)

Die Mini-Serie ist ab dem 31.08.2018 auf DVD erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Serie ist in einem atmosphärischen, von der Stimmung des Hauptdarstellers abhängigen Look gehalten. So sind seine positiven Außenauftritte in scharfen, hell beleuchteten Bildern gehalten, während seine eher psychotischen Episoden in zumeist gedimmtem, unheilvollem Licht stattfinden. Natürlich sind die hellen Phasen schärfer und sauberer. Die Farbgebung ist meistens recht stimmig. Kontraste und Schwarzwert sind nicht perfekt, aber ebenfalls zufriedenstellend.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 2.0-Ton reichen vollkommen aus, um den Inhalt der Serie ansprechend zu transportieren. Sicherlich wäre ein wenig Räumlichkeit beim Score und für die Hintergrund-Atmosphäre (beispielsweise im Krankenhaus) wünschenswert gewesen. Aber auch so wird immer eine saubere Abmischung mit klar priorisierten Dialogen und einem recht vollen Klang über den Center geliefert.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines Making of (6 Minuten) und Featurettes über das Casting von Romola Garai (4 Minuten) und Jack Rowan (5 Minuten) sind als Bonusmaterial auf der DVD zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, Leinwandreporter TV, YouTube

Born To Kill - Staffel 1

Originaltitel:Born to Kill - Season 1
Showrunner:Kate Ashfield, Tracey Malone
Darsteller:Jack Rowan, Romola Garai, Daniel Mays, Lara Peake
Genre:Thriller-Mini-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 2017
Verleih:Polyband Medien
Länge:4 x 48 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.08.2018
Review: Born To Kill (DVD)

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