Review: Into the Blue (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Into the Blue" (© Capelight Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „Into the Blue“ (© Capelight Pictures)

Inhalt: Profi-Taucher Jared (Paul Walker, „Gangster Chronicles“) und Hai-Trainerin Sam (Jessica Alba, „Mechanic Resurrection“) leben auf den Bahamas scheinbar ihren Traum. Das Paar kann jeden Tag Sonne und Strand genießen und hat noch Zeit, sich den Zukunftswünschen hinzugeben. Da vor Jahrhunderten zahlreiche Schiffe in der Gegend versunken sind, tauchen die beiden fast täglich nach möglichen Schätzen. Bis es soweit ist, begnügen sich Jared und Sam mit einfachen Lebensbedingungen. Obwohl der erfolgreiche, mit besseren Geräten ausgestattete Bates (Josh Brolin, „Deadpool 2“) Jared gerne in seinem Such-Team hätte, möchte das Pärchen weiter auf eigene Faust suchen. Als ihr alter Kumpel Bryce (Scott Caan, „Rock the Kasbah“) und dessen neue Freundin Amanda (Ashley Scott) zu Besuch auf die Insel kommen, finden sie bei einem Schwimmausflug am Meeresboden ein altes Messer, das zu einem ominösen Schatz aus dem 18. Jahrhundert gehört. Während sie nach weiteren Bestandteilen eines möglichen Multi-Millionen-Funds suchen, finden sie ein anderes werthaltiges Wrack, das sie in große Gefahr bringt: ein Flugzeug voller Kokain.

Kritik: In den 80er- und 90er-Jahren war John Stockwell („Armed Response – Unsichtbarer Feind“) ein recht erfolgreicher Schauspieler, bis es ihn immer mehr hinter die Kamera verschlagen hat. Seine bekannteste Regie-Arbeit dürfte bis heute „Into the Blue“ gewesen sein, der sein 50 Millionen US-Dollar schweres Budget trotz vorhandener Star-Power an den Kinokassen nicht wieder einspielen konnte. Dafür wurde der Film ein recht erfolgreicher Heimkino-Release und bekam neben einer Direct-to-DVD-Fortsetzung auch ein indisches Remake mit dem Titel „Blue“ spendiert. Beim Film geht es natürlich in erster Linie um die Schauwerte. Zauberhafte Strände, schicke Unterwasserwelten und schöne Menschen in Bademode waren die Hauptbestandteile, auf die sich die Kinogänger beim Besuch des Filmes gefreut haben. In dieser Beziehung lässt das Action-Abenteuer auch keinerlei Raum für Kritik.

Ärger im Paradies (© Capelight Pictures)

Ärger im Paradies (© Capelight Pictures)

Leider kann die Immunität gegen Beschwerden nicht auf andere Bereiche des Werks übertragen werden. Es entwickelt sich ein konstruierter, stellenweise alberner Plot, durch den sich die Protagonisten in den 110 Minuten kämpfen müssen. Obwohl reiner Unterhaltungswert deutlich im Vordergrund steht, wirken manche Geschehnisse so konfus, dass einige Zuschauer sich geistig zumindest zeitweise verabschieden werden. Die Dialoge und bestenfalls zweidimensionale Charaktere sorgen auch nur sehr bedingt dafür, dass sich das Geschehen ändert.

Seit „The Fast And the Furious“ gehörte der 2013 bei einem Verkehrsunfall verstorbene Paul Walker zu den beliebtesten Mainstream-Darstellern seiner Altersklasse. Obwohl er nie den Sprung zum Charakter-Darsteller machte, sicherten ihm Charisma und sympathische Ausstrahlung eine Karriere. Hier bekommt er aber kaum darstellerische Möglichkeiten und muss sich darauf beschränken, in regelmäßigen Abständen sein Blend-a-met-Lächeln und den gestählten Oberkörper vorzuführen. Zur Zeit der Veröffentlichung hatte Jessica Alba gerade mit (dem wesentlich besseren) „Sin City“ ihren Status als Sexsymbol zementiert und darf sich hier darauf beschränken, ihren – durchaus eindrucksvollen – Körper mit möglichst wenig Textilien vorzuführen.

Obwohl er als schmieriger Anwalt/Frat Bro Bryce sicherlich keinen auch nur ansatzweise liebenswerten Charakter spielt, ist Scott Caan problemlos der beste Schauspieler unter den Protagonisten. Er versucht merklich, das Optimum aus dem mäßigen Material zu holen und gibt dem selbstgefälligen Fiesling ein paar Ecken und Kanten. Abgesehen von den optischen Vorzügen kann Ashley Scott nur zeigen, weshalb ihr eine nennenswerte Karriere verwehrt geblieben ist. Josh Brolin, dessen großer Durchbruch zwei Jahre später mit „No Country For Old Men“ kommen sollte, kann hier auch fast nichts von seinem schauspielerischen Talent zeigen.

„Into the Blue“ ist optisch starkes, inhaltlich hölzernes Popcorn-Kino, das trotz seiner augenfälligen Schwächen genug Kurzweil bietet, um insgesamt als passable Unterhaltung durchzugehen.

Dieser Fund setzt so einiges in Gang (© Capelight Pictures)

Dieser Fund setzt so einiges in Gang (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 31.08.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Natürlich lebt der Film von seinen satten, warmen Farben. Mit der Ausnahme von ein paar ziemlich weich gezeichneten Bildern sind Schärfe und Detaildarstellung auf gutem Niveau. Auch Kontraste und Schwarzwert sind ziemlich überzeugend. Bis auf eine leichte Körnung, die in dunkleren Szenen zu sehen ist, bleibt die Präsentation sauber und ruhig. Für einen Film, der schon zwölf Jahre auf dem Buckel hat, ist das Gesamtergebnis mehr als zufriedenstellend.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton erreichen zwar keine Topwerte, sind aber ebenfalls positiv zu bewerten. Motorengeräusche, Hintergrundatmosphäre am Strand, auf den Straßen und in Clubs, abgefeuerte Schüsse sowie der Soundtrack sorgen für eine regelmäßige, recht präzise Einbeziehung der äußeren Boxen. Die zentralen Unterwasser-Sequenzen bieten zwar auch räumlichen Klang, wirken aber deutlich weniger realistisch und lebendig. Dafür sind die Dialoge immer gut zu verstehen.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar von Regisseur John Stockwell, ein (SD-)Making of (21 Minuten), Probeaufnahmen der Darsteller (6 Minuten), ein paar entfallene Szenen (18 Minuten) und einige Trailer sind als Bonus auf der Blu-ray zu finden.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Into the Blue

Originaltitel:Into the Blue
Regie:John Stockwell
Darsteller:Paul Walker, Jessica Alba, Scott Caan, Josh Brolin
Genre:Thriller, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2005
Verleih:Capelight Pictures
Länge:110 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.08.2018
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