Review: Best F(r)iends Vol. 1 (Kino)

Die beiden Protagonisten von "Best F(r)iends Vol. 1" (© 2018 Summit Pictures, Roguescots, VoVo Productions)

Die beiden Protagonisten von “Best F(r)iends Vol. 1” (© 2018 Summit Pictures, Roguescots, VoVo Productions)

Inhalt: Nach dem Verlust seiner Familie ist das Leben von Jon (Greg Sestero) in sich zusammengebrochen. Er wohnt auf der Straße und versucht verzweifelt, irgendwie über die Runden zu kommen. Eines Tages lernt er den sonderbaren Leichenbestatter Harvey (Tommy Wiseau) kennen, der ihm seine Hilfe anbietet. Die beiden Männer verstehen sich auf Anhieb und Jon beginnt, für Harvey zu arbeiten. Als Jon in einem Hinterraum des Instituts eine große Anzahl Goldzähne entdeckt, sieht er eine Möglichkeit, sich ein besseres Leben zu finanzieren. Schnell findet Harvey heraus, dass er von seinem Angestellten beklaut wurde. Statt ihn zu entlassen, überlegen sich die beiden, die Goldzähne für einen neuen Geschäftszweig zu verwenden. Mit immer größer werdenden Geldsummen steigt aber auch dass Misstrauen der Geschäftspartner. Können sich Jon und Harvey noch aufeinander verlassen, oder läuft die Situation auf eine Katastrophe hinaus?

Kritik: Fans von „So Bad, It’s Good“-Filmen dürften schnell ein Grinsen im Gesicht haben, wenn sie die Namen Tommy Wiseau und Greg Sestero hören. Im Jahr 2003 hatten die beiden gemeinsam den Film „The Room“ gedreht, der bis heute auf global beliebten Kino-Events gezeigt wird und längst ein Kultfilm ist. Sestero hatte daraufhin einen Roman über die Ereignisse hinter den Kulissen des Filmes geschrieben, der unlängst von James Franco (vielfach preisgekrönt) im gleichnamigen „The Disaster Artist“ verfilmt wurde. Nun feiert das Duo das gemeinsame Leinwand-Comeback. Doch während „The Room“ das geistige Kind von Tommy Wiseau war, steht hier hauptsächlich Greg Sestero als Autor und Produzent hinter dieser Thriller-Groteske, deren erster Teil jetzt im Prince Charles Cinema in London vorgestellt wurde (Teil 2 folgt in September diesen Jahres). Justin MacGregor hat bei dem Film die Regie übernommen.

Just a Regular Day in the Life of Tommy Wiseau (© 2018 Summit Pictures, Roguescots, VoVo Productions)

Just a Regular Day in the Life of Tommy Wiseau (© 2018 Summit Pictures, Roguescots, VoVo Productions)

Es dürfte wohl niemanden wundern, dass „Best F(r)iends Vol. 1“ aus tiefstem Herzen skurril ist. Tatsächlich ist der Film überraschend ordentlich gefilmt und wirkt handwerklich (größtenteils) professionell. Dennoch geht es um einen geschäftstüchtigen Obdachlosen und einen Leichenbestatter – der Schauspieler-Masken für Tote herstellt – die mit dem Verkauf von Goldzähnen reich werden wollen. So wird die Szenerie oftmals verstörend bizarr, sorgt dabei aber immer wieder für Lacher. Natürlich ist der Film gespickt mit „The Room“-Anspielungen, die größtenteils gut funktionieren. Hier muss Sestero hoch angerechnet werden, dass er nicht nur einen Trash-Film um des Trash-Willen geschrieben hat, sondern einen Film liefert, der trotz der zahlreichen Zitate eine eigene Welt aufbaut. So wird das sonderbare Abenteuer dieser zwei Freunde zeitweise in eine Richtung verschlagen, die getrost als lynchesk bezeichnet werden kann.

Schauspielerisch ist der Film erstaunlich brauchbar. Auch wenn die (selbst verfassten) Dialoge sicherlich nicht die starke Seite seines Drehbuchs sind, zeigt sich Greg Sestero als durchaus solider Darsteller. Gerade in der wortkargen Anfangsphase weist er nach, dass seine Karriere ohne „The Room“ auch in anderen Bahnen hätte verlaufen können. Der Auftritt von Tommy Wiseau ist natürlich die erwartete Kost. Der vollkommen durchgeknallte Part wurde ihm auf den Leib geschneidert und passt hier wunderbar in das schräge Treiben. Auch wenn sich seine „Schauspielerei“ nicht nach klassischen Maßstäben bewerten lässt, ist der Unterhaltungswert unfassbar hoch.<

Es ist davon auszugehen, dass der Film fast ausschließlich Zuschauer ansprechen wird, die die Namen der Protagonisten bereits kennen. Ein anderes Publikum dürfte bei Ansicht dieser trashig-durchgeknallten Groteske wohl nur irritiert sein. Für Fans dürfte es überraschend sein, wie ordentlich „Best F(r)iends Vol. 1“ tatsächlich geworden ist. Auch wenn mehr als einmal eine Anspielung an „The Room“ bemüht wird, ist die neue Kooperation skurril, temporeich und lustig genug, um eigenständig – auch als deutlich besserer Film – durchaus Kult-Potenzial mitzubringen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: ONE Media, YouTube

Best F(r)iends

Originaltitel:Best F(r)iends
Regie:Justin MacGregor
Darsteller:Greg Sestero, Tommy Wiseau, Kristen StephensonPino
Genre:Komödie, Thriller, Groteske
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:---
Länge:99 Minuten
FSK:---

Mehr Informationen findet ihr auf der Facebook-Seite des Films

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.02.2018
Review: Best F(r)iends Vol. 1 (Kino)

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