Review: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (Kino)

Das Hauptplakat von "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" (© Universum Film)

Das Hauptplakat von “Valerian – Die Stadt der tausend Planeten” (© Universum Film)

Inhalt: In ferner Zukunft sind Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne, „Margos Spuren“) das Top-Duo einer Sondereinheit, die in der Galaxie für Recht und Ordnung sorgen. Eines Tages bekommt Valerian eine merkwürdige Nachricht, die er zunächst nicht zuordnen kann. Sobald das Duo auf die gigantische Raumstation Alpha gerufen wird, in der zahllose Spezies nebeneinander leben, bekommt alles plötzlich einen Sinn. Besonders ein seltener Konverter, den die beiden im Auftrag von Commander Arun Filitt (Clive Owen, „Hautnah“) besorgen sollten, spielt eine wichtige Rolle. Noch ehe sie allem auf den Grund gehen können, überschlagen sich die Ereignisse. Bald stellt sich heraus, dass das gemeinschaftliche Leben auf der Raumstation doch nicht so einfach ist, wie es scheint und einige mächtige Bewohner Pläne schmieden, die die komplette Zukunft der Galaxie nachhaltig verändern könnten. Gemeinsam mit Weggefährten wie der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna) versuchen sie, eine finstere Zukunft abzuwenden und dabei heil aus der Situation zu kommen.

Kritik: Basierend auf der Comic-Reihe „Valérian et Laureline“ inszenierte die Regie-Ikone Luc Besson den mit etwa 200 Millionen US-Dollar Budget teuersten französischen Film aller Zeiten. In einer überraschend ruhigen, aber dennoch großartigen Einleitungssequenz, in der Kult-Star Rutger Hauer einen Cameo-Auftritt hat, kündigt sich an, dass das Geld gut investiert wurde. Während die meisten Zuschauer inzwischen daran gewöhnt sein dürften, recht schematische Weltraum-Abenteuer zu erleben, entwickelt „Valerian“ schnell ein abwechslungsreiches, eigenes Universum, dass vor schrägen Kreaturen und tollen Einfällen wie einer skurrilen Tarnvorrichtung nur so strotzt. Selbstverständlich werden vereinzelt Erinnerungen an „Das fünfte Element“ wach. Dabei ist Bessons neuer Film aber so eigenständig, dass hieraus wahrlich kein Problem entsteht. Auch wenn sich der Film in seinen 138 Minuten Spielzeit an manchen Szenarien etwas zu sehr ergötzt, wird beständig spannende und durchaus clevere Unterhaltung geboten.

Valerian und Laureline haben Ärger  (© Universum Film)

Valerian und Laureline haben Ärger (© Universum Film)

Dankenswerterweise wird dem Zuschauer auch zugetraut, um ein paar Ecken zu denken und vorab gelieferte Handlungsteile zu einem funktionierenden Puzzle zusammenzufügen. Dazu kommt, dass der Film mit unaufdringlichen und vor allem nicht aufgesetzt wirkenden Humorelementen immer wieder für augenzwinkernde Entlastung sorgt. Ein durchaus hohes Risiko ist Luc Besson bei der Besetzung eingegangen, da beide Hauptdarsteller doch ein Stück von der A-Liste Hollywoods entfernt sind. Hinzu kommt, dass Titelheld Dane DeHaan nicht wirklich wie der große Actionheld wirkt. Mit ordentlicher Präsenz und einer Menge Charme gelingt es ihm aber, alle Sorgen im Keim zu ersticken. Die große Entdeckung des Filmes ist aber Cara Delevingne. Nach einigen unauffälligen Parts und der mehr als undankbaren Rolle in „Suicide Squad“ hatten nicht wenige dem britischen Model schon die Fähigkeit zur Schauspielerei abgesprochen. Hier straft sie alle ihre Kritiker ab. Als taffe Agentin Laureline ist sie cool, charismatisch, witzig und auch in den emotionaleren Momenten recht glaubhaft. Hinzu kommt, dass gerade ihre nonverbalen Reaktionen in den meisten Momenten absolut auf den Punkt treffen.

Namhafte Darsteller wie Clive Owen und Ethan Hawke („Die glorreichen Sieben“) halten sich hier eher im Hintergrund, auch wenn sie natürlich auf ordentlichem Niveau liefern. Rihanna, die bislang auch nur bedingt als große Charakterdarstellerin aufgefallen ist, wird zunächst mit einer Szene eingeführt, in der sie sich voll ausleben kann. Doch auch danach zeigt sie einen absolut brauchbaren Auftritt.

Es darf mit Spannung erwartet werde, wie sich dieser Film – der doch ein paar schwierige Wege geht – an den Kinokassen schlägt. Davon abgesehen ist „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ ein zutiefst kreativer Science Fictioner, der mit sympathischen Figuren und erfrischenden Effekten, zwei überzeugenden Hauptdarstellern sowie einem etwas ausufernden aber ziemlich runden Plot zeigt, wozu Luc Besson in guter Form im Stande ist.

4 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

Originaltitel:Valerian and the City of a Thousand Planets
Regie:Luc Besson
Darsteller:Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Rihanna, Ethan Hawke
Genre:Science Fiction
Produktionsland/-jahr:Frankreich, 2017
Verleih:Universum Film
Länge: 138 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 20.07.2017
Homepage: Valerian

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 11.07.2017
Review: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (Kino)

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