Review: Puls (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Puls" (© Concorde Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von “Puls” (© Concorde Home Entertainment)

Inhalt: Und auf einmal war alles anders: Gerade noch hat Comiczeichner Clay Riddell (John Cusack, „Frozen Ground“) seinen Sohn angerufen und sich darüber geärgert, dass der leere Akku des Handys das Gespräch vorzeitig beendet hat, da bricht um ihn herum in einem Flughafen das Chaos aus. Menschen mutieren zu wilden Zombies und greifen sich gegenseitig an. Nur mit Glück können er und der Schaffner Tom McCourt (Samuel L. Jackson, „Django Unchained“) fliehen. Schnell müssen sie feststellen, dass überall die Menschen verwandelt worden sind. Alle aktiven Handys haben zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Signal ausgesandt, das das Gehirn der Menschen umgepolt hat. Nun will Clay von Boston nach Maine kommen, um seine Frau und sein Kind zu suchen. Gemeinsam mit Tom, der jungen Alice (Isabelle Fuhrmann) und weiteren Zufallsbekanntschaften macht er sich auf den Weg durch eine lebensgefährliche, neue Welt.

Kritik: Wirklich jeder Horrorfan dürfte den Bestseller-Autor Stephen King („Under the Dome“) kennen. Neben absoluten Klassikern wie „Es“ und „Shining“ veröffentlichte er auch einige Werke, die eher ein wenig unter dem Radar geflogen sind. „Puls“ kam im Jahre 2006 und wurde zu Kings erstem Ausflug in Zombie-Subgenre. Obwohl das Ende vielfach kritisiert wurde, war schnell klar, dass auch dieser Roman – wie die meisten Werke des Autors – verfilmt werden sollte. Schnell herrschte Einigkeit mit Eli Roth, der kurz nach dem Erfolg von „Hostel“ als der große neue Star des Horrorszene gehandelt wurde. Nach einiger Zeit wendete sich Roth doch wieder von dem Projekt ab, da er lieber eigene Geschichten umsetzen wollte. Im Jahr 2009 kamen dann Pläne ans Tageslicht, den Roman in eine Mini-Serie zu transferieren – was bei King-Werken nur bedingt eine gute Nachricht ist. Danach dauerte es noch sieben Jahre, bis „Paranormal Activity 2“-Regisseur Tod Williams dann tatsächlich eine Spielfilm-Version von „Puls“ bringen konnte. Stephen King höchstselbst schrieb sogar am Drehbuch mit.

Eine effektive Zweckgemeinschaft (© Concorde Home Entertainment)

Eine effektive Zweckgemeinschaft (© Concorde Home Entertainment)

Trotz der langen Vorbereitungsphase ist es aber nicht gelungen, einen wirklich überzeugenden Film zu inszenieren. Der vielversprechende Beginn im Flughafen ist leider schon der Höhepunkt einer relativ flachen Zombie-Hatz, die sich mit Verschnaufpausen, Logiklöchern und einigen unfreiwillig komischen Elementen selbst im Weg steht. Die Sozialkritik an der Social Media-Generation ist eine zeitgemäße Fortsetzung der Grundtöne von George Romero-Klassikern. Wenn dann aber Klingeltöne aus den Mündern der Zombies in die Nacht hallen, wirkt die Situation doch eher albern. Die durchgängigen Schockeffekte, die der Film aus der omnipräsenten Frage „Ist diese oder jene Person noch ein Mensch?“ zieht, nutzt sich relativ schnell ab. Was dem Film aber am meisten abgeht, sind die Figuren, mit denen der Zuschauer wirklich fühlen kann.

John Cusack wirkt in der Hauptrolle ziemlich unmotiviert. Sein Ziel ist zwar auf dem Papier nachvollziehbar, dafür hätte aber ein darstellerisches Bemühen um mehr emotionale Zugänglichkeit vorhanden sein müssen. Wie so oft in kleineren Filmen, läuft Samuel L. Jackson ziemlich auf Auto-Pilot und spult seine bekannte Routine ab. Die begabte Isabelle Fuhrmann hatte sich bereits in jungen Jahren mit dem bitterbösen Genre-Tipp „Orphan“ in den Fokus gespielt, wartet aber seitdem auf den Durchbruch. Sie scheint sichtbar bemüht, eine aufrichtige Performance zu liefern, wird von dem Skript aber immer wieder aufgehalten.

So werden sich viele nicht dem Eindruck erwehren können, dass der Film auf halber Strecke aufgegeben hat. Nach einem gelungenen Intro wird „Puls“ schnell belanglos und wirft gerade in einem konfusen Schlussdrittel alles über Bord, was diese Stephen King-Adaption wirklich brauchbar gemacht hätte.

Wer ist dieser putzige Zeitgenosse? (© Concorde Home Entertainment)

Wer ist dieser putzige Zeitgenosse? (© Concorde Home Entertainment)

Der Film ist ab dem 17.01.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Auch optisch gibt es bei „Puls“ kein Erlebnis-Kino. Schärfe und Detaildarstellung sind durchgängig höchstens mittelmäßig. Die Farben hätten zwar etwas satter ausfallen können, wirken aber durchaus natürlich. Dafür sind die Kontraste und der Schwarzwert ziemlich schwachbrüstig. Bei schnellen Bewegungen kommt es öfters zu deutlichen Unruhen im Bild. Ansonsten ist die Präsentation aber frei von erwähnenswerten Fehlern.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind verlustfrei, aber eher selten wirklich hervorstechend. Die Dialoge kommen gut priorisiert über den Center. Vielleicht am meisten räumliche Aktivität gibt es bei der überzeugenden Einleitungsszene am Flughafen. Die elektrostatischen Geräusche, mit denen die „Phoner“ neue Anhänger rekrutieren, sorgen für eine gelungen-fiese Geräuschkulisse. Dafür hätten die Effekte bei Schüssen und Explosionen deutlich mehr Wucht haben können.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein solider Behind the Scenes-Beitrag (12 Minuten) ist neben einer Reihe von Trailern der einzige Bonus auf der Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten

Quelle: Concorde Movie Lounge, YouTube

Puls

Originaltitel:Cell
Regie:Tod Williams
Darsteller:John Cusack, Samuel L. Jackson, Isabelle Fuhrman, Stacy Keach
Genre:Horror, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Concorde Home Entertainment
Länge:97 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Information gibt es auf der Seite von Concorde Home Entertainment

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 12.01.2017
Review: Puls (Blu-ray)

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