Review: Art Of Revenge – Mein Körper gehört mir

Das internationale Plakat zu "M.F.A." (© Meteor Film)

Das internationale Plakat zu “Art Of Revenge – Mein Körper gehört mir” (© Meteor Film)

Inhalt: Noelle (Francesca Eastwood) ist eine talentierte und ehrgeizige Kunststudentin, der aber ein wenig Mut und Kreativität abgeht. Eines Tages lernt sie auf dem Campus den charmanten Kommilitonen Luke (Peter Vack, „Mozart in the Jungle“) kennen, der sie sofort auf eine Party einlädt. Voller Hoffnung nimmt Noelle die Einladung an. Tatsächlich verbringen die beiden einen schönen Abend, der aber ausartet, als Luke ihr näher kommen will. Obwohl sich Noelle wehrt, muss sie eine Vergewaltigung über sich ergehen lassen. Als sie kurz darauf allen Mut zusammennimmt, um ihren Peiniger zur Rede zu stellen, tötet sie ihn im Eifer des Gefechts. Obwohl sie nur knapp dem misstrauischen Detective Kennedy (Clifton Collins Jr., „Man Down“) ausweichen kann, beschert ihr das Ereignis eine neue Lebensaufgabe: Sie möchte alle Vergewaltiger zur Rechenschaft ziehen, die dem Gesetz bislang entkommen sind. Das gibt ihr ganz beiläufig auch die kreative Inspiration, die sie für ihre Arbeit so dringend benötigt hat.

 

Kritik: Der Rape-and-Revenge-Thriller hat inzwischen eine erstaunlich lange Tradition, die ihre Ursprünge im Exploitation-Kino der 70er-Jahre hat. Damals waren es Werke wie „The Last House On The Left“ oder „I Spit On Your Grave“, die misshandelten Frauen (oder deren Familien) die Möglichkeit zu einer blutrünstigen Rache spendierten. Zwischen Anrüchigkeit und Voyeurismus, aber auch der Verarbeitung schrecklicher Erlebnisse gab es über die Jahrzehnte zahlreiche unterschiedliche Ansätze an das Subgenre – von denen aber nur die wenigsten wirklich sehenswert sind. Die brasilianische Regisseurin Natalia Leite hat für ihren zweiten Langfilm eine offen feministische Perspektive gewählt. Nicht nur wegen des Original-Titels “M.F.A”. (= Master of Fine Arts) geht der Film auch eher in eine leicht künstlerische Richtung, was stellenweise interessant ist, aber dabei auch gerne ziemlich eigenartig wirkt.

Noelle "unterhält" sich mit einem Kommilitonen (© Meteor Film)

Noelle “unterhält” sich mit einem Kommilitonen (© Meteor Film)

Dabei fehlt dem Film dann aber doch ein wenig die Ausgewogenheit. Natürlich ist es wichtig und dabei ziemlich unangenehm, Männer und Frauen zu zeigen, die dem Thema Vergewaltigung mit einer alltäglichen Gleichgültigkeit begegnen. In der Welt von „Art Of Revenge – Mein Körper gehört mir“ scheinen aber Herren in der Minderheit zu sein, die nicht ständig auf der Jagd nach neuen Vergewaltigungsopfern sind. Hinzu kommt, dass der Film trotz vorhandener Inhalte seltsam distanziert wird. Dazu ist der Rachefeldzug der Protagonistin zwar recht unterhaltsam, bleibt aber unblutig und unspektakulär. Wie Noelle durch ihre Bluttaten künstlerisch beflügelt wird, ist ebenso unglaubwürdig wie amüsant. Der Hauptgrund, weshalb „Art Of Revenge – Mein Körper gehört mir“ dennoch sehenswert ist, kann schnell ausgemacht werden: Francesca Eastwood. Die junge Tochter von Hollywood-Legende Clint Eastwood hat eine natürlich Leinwand-Präsenz, die ihre Figur unglaublich einnehmend macht. Psychotisch, charmant und voller eigenwilligem Sex-Appeal schultert sie die durchwachsene Geschichte und bringt das Geschehen auf ein anderes Level.

Leah McKendrick („Bad Moms“), die auch das Drehbuch geschrieben hat, spielt als beste Freundin die naive Stimme der Vernunft. Clifton Collins Jr. dürfte das bekannteste Gesicht in der Besetzung sein. Als stoischer Polizist, der sich nur langsam einen Reim auf die Geschehnisse machen kann, wird er aber nicht wirklich gefordert.

Es ist absolut anerkennenswert, dass „Art Of Revenge – Mein Körper gehört mir“ die ausgetretenen Weg des Rape-and-Revenge-Genres ein wenig anders gehen will. Dafür hätte die Geschichte aber noch ein wenig ausgereifter sein dürfen. So bleibt ein (etwas zu extrem) feministischer Thriller, der mit seinen merkwürdig gemischten Themen nur bedingt funktioniert, aber von einer faszinierenden Francesca Eastwood gerettet wird.

3 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2017 und und wird von Meteor Film auf DVD und Blu-ray veröffentlicht.


Quelle: Meteor Film, YouTube

M. F. A.

Originaltitel:M. F. A.
Regie:Natalia Leite
Darsteller:Francesca Eastwood, Clifton Collins Jr., Michael Welch
Genre:Drama, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Meteor Film
Länge:95 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Meteor Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.09.2017
Review: Art Of Revenge – Mein Körper gehört mir

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