Review: Jungle

Das Blu-ray-Cover von "Jungle" (© Splendid Film)

Das Blu-ray-Cover von “Jungle” (© Splendid Film)

Inhalt: Der Israeli Yossi Ghinsberg (Daniel Radcliffe, „Swiss Army Man“) kann sich noch nicht vorstellen, die Wünsche seines Vaters zu erfüllen und zu studieren. Deswegen nimmt er ein Jahr Auszeit uns reist quer durch Lateinamerika. In Bolivien lernt er die Kumpels Marcus Stamm (Joel Jackson) und Kevin Gale (Alex Russell, „Carrie“) kennen, mit denen er sich auf Anhieb gut versteht. Gemeinsam entschließen sie sich dazu, an einer Dschungelführung des Aussteigers Karl Ruprechter (Thomas Kretschmann, „Open Grave“) teilzunehmen. Der verspricht dem Trio, sie in unberührte Gebiete zu bringen. Zunächst ist der Abenteuer-Trip faszinierend und das erhoffte Erlebnis. Doch nach einem Streit trennt sich die Gruppe. Kevin und Yossi versuchen, mit einem selbstgebauten Floß ihr Ziel zu erreichen. Nach einem Unfall werden aber auch die beiden voneinander getrennt. Während Kevin bald gefunden wird, muss sich Yossi in den Untiefen des Dschungels zurecht finden. Es beginnt ein nahezu unmöglicher Überlebenskampf.

Kritik: Yossi Ghinsberg hat ein Leben gelebt, was sich wohl kaum jemand vorstellen kann. Gerade ein paar Wochen im Jahr 1981 hätte fast niemand so überstanden, wie es ihm gelungen ist. In seinem Buch „Back from Tuichi“ hat er die unglaublichen Erlebnisse verarbeitet. Der Bestseller diente nun als Vorlage für diese Mischung von Abenteuerfilm und Thriller, die von Greg McLean („Wolf Creek“) inszeniert wurde. Herausgekommen ist ein ungewöhnliches Werk, was zwischen wunderschönen Naturaufnahmen mit fast unvermeidlichem Fernweh, Hochspannung und Beklemmung eigentlich alles mitbringt, was einen Kinostart gerechtfertigt hätte. Auch wenn sich ein großer Teil der Zuschauer mit dem kleinen Bildschirm begnügen muss, versteht es „Jungle“, sein Setting gut auszunutzen.

Abenteuer-Urlaub macht Spaß, haben sie gesagt... (© Splendid Film)

Abenteuer-Urlaub macht Spaß, haben sie gesagt… (© Splendid Film)

Beinahe jeder dürfte schon einmal den Freiheitsdrang verspürt haben, von dem Ghinsberg nach Bolivien gespült wurde. Die drei positiv verrückten Protagonisten, die sich etwas naiv und voller kindlicher Neugier von Ruprechter für die Dschungeltour begeistern lassen, sind von Grund auf sympathische und nachvollziehbare Charaktere. Während der Film in der ersten Hälfte schon funktioniert, macht die Handlung noch einmal einen Qualitätssprung, sobald Ghinsberg alleine im Dschungel bestehen muss. Gerade in dieser Phase wird offensichtlich, was für ein intelligenter und reifer Schauspieler Daniel Radcliffe inzwischen ist. Er gibt der Figur auch ohne große Worte eine Tiefe und Glaubwürdigkeit, die dem Film noch einmal eine andere Intensität verleiht.

Auch Thomas Kretschmann zeigt erneut, warum er einer der erfolgreichsten Hollywood-Exporte Deutschlands ist. Als etwas zwielichtiges Raubein holt auch er das Mögliche aus seinem Part heraus. Hinzu kommen Alex Russell als zunächst arg selbstgefälliger Überlebenskünstler und Joel Jackson als netter Kerl, der für derart anstrengende Erlebnisse doch nicht ganz ausgestattet ist.

Viele werden bei der Handlung natürlich an „Die versunkene Stadt Z“ denken, die unlängst im Kino gelaufen ist. Tatsächlich entpuppt sich „Jungle“ als packender und unterhaltsamer, weswegen ein wenig mehr Zutrauen des Verleihs in den Film schön gewesen wäre. Was bleibt, ist ein spannender, spektakulär bebilderter und stark gespielter Thriller, der wohl bei einigen Zuschauern die Erwartungen übertreffen wird.

4 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2017 und erscheint am 27.10.2017 bei Splendid Film auf DVD und Blu-ray.


Quelle: Movieclips Trailers, YouTube

Jungle

Originaltitel:Jungle
Regie:Greg McLean
Darsteller:Daniel Radcliffe, Alex Russell, Thomas Kretschmann
Genre:Thriller, Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA/Australien, 2017
Verleih:Splendid Film
Länge:115 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Splendid Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.10.2017
Review: Jungle

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