Review: Die versunkene Stadt Z (Kino)

Das Hauptplakat von "Die versunkene Stadt Z" (© StudioCanal)

Das Hauptplakat von “Die versunkene Stadt Z” (© StudioCanal)

Inhalt: Im frühen 20. Jahrhundert arbeitet der ehrgeizige Major Percy Fawcett (Charlie Hunnam, „Crimson Peak“) für die britische Armee. Da sein Vater vor Jahren übel aufgefallen war, ist der Name Fawcett in der höheren Gesellschaft verbrannt und die Aufstiegschancen für Percy nur minimal. Deswegen zögert er auch nicht, als er von hoher Regierungsstelle die Aufgabe bekommt, den unwegsamen Dschungel von Bolivien zu erkunden, selbst wenn er dafür seine schwangere Frau Nina (Sienna Miller, „High-Rise“) für mehrere Jahre alleine lassen muss. Gemeinsam mit seinem Assistenten Henry Costin (Robert Pattinson, „The Childhood Of A Leader“) und einem kleinen Team macht er sich auf den Weg durch die lebensgefährliche Region am Amazonas. Auf der Reise entdeckt er Spuren einer alten Zivilisation und möchte der Legende einer alten Stadt mitten im Dschungel folgen, die er einfach nur „Z“ tauft. Obwohl er von Kollegen, Freunden und der Öffentlichkeit belächelt wird, glaubt er felsenfest an seine These. Um Beweise für die Existenz von „Z“ zu finden, muss er zurück nach Südamerika. Zwischen Anfeindungen für seine Art zu Denken, den Angriffen von Natur und Eingeborenen und dem Schmerz, seinen Nachwuchs nicht aufwachsen zu sehen, ordnet Percy alles dem Fund unter, der seiner Meinung nach die Menschheit verändern könnte.

Kritik: Basierend auf dem Buch „The Lost City of Z: A Tale of Deadly Obsession in the Amazon“ von David Grann, einem erfahrenen Journalisten des Magazins „The New Yorker“ verfilmte James Gray („The Immigrant“) die wahre Geschichte des Abenteurers Percy Fawcett, der mit der Entdeckung der geheimnisvollen Stadt Z die Welt verändern wollte. Gray entwickelt schnell ein wunderbar altmodisches Historiendrama, das in recht gemütlichem Erzähltempo in die Welten des Amazonas eintaucht. Auch wenn der Film im Ablauf sehr viel richtig macht, fällt doch bald auf, dass die vielen Ortswechsel zwischen England und Südamerika nicht ideal sind, um die Atmosphäre zu etablieren. So entwickelt sich eher eine Art Kurzgeschichten-Sammlung, in der der Protagonist selbst fast nur im ersten Drittel eine wirkliche Entwicklung durchlebt. Trotz toller Bilder und einer sehr verdichteten Handlung werden die 141 Minuten – obwohl es sehr spannende Episoden im Film gibt – auf diese Art nicht wirklich kurzweilig.

Percy findet am anderen Ende der Welt seine Lebensaufgabe (© StudioCanal)

Percy findet am anderen Ende der Welt seine Lebensaufgabe (© StudioCanal)

Visuell gibt es eigentlich alle Zutaten für sehr gutes Kino: Eine schicke Ausstattung, sensationelle Landschaften und mit Darius Khondji („Sieben“) einen Kameramann, der auch hier zeigt, wie gut er Bilder für die große Leinwand produzieren kann. Ein großes „Aber“ gibt es dann bei der Farbgebung. Statt die gefährlichen Abenteuer in satten Farben zu zeigen, ist fast der komplette Film in kränklichen gelb-grauen Tönen gehalten. Darstellerisch beweist Charlie Hunnam, dass er auch im Großformat dazu in der Lage ist, einen Film zu tragen. Oft eher still und nachdenklich, aber in der richtigen Momenten hart und wehrhaft (vor allem bei einer großartigen Rede nach seiner ersten Heimkehr) entwickelt er einen interessanten Charakter, dem man auf seinem langen Weg gerne folgt. Robert Pattinson ist mit zerzaustem Bart und Brille kaum zu erkennen und gibt als loyaler Mr. Costin den sympathischen Sidekick des Protagonisten. Sienna Miller spielt als emanzipierte Nina Fawcett, die ihrer Zeit merklich voraus war, einen spannenden Part, von dem man als Zuschauer sogar gerne noch mehr gesehen hätte. Der neue „Spiderman“ Tom Holland kommt als Sohn von Fawcett erst in der Schlussphase ein wenig zum Zug. Dazu gibt es in einer kleinen Rolle ein Wiedersehen mit „dem Imperator“ Ian McDarmid.

Am Ende hat „Die versunkene Stadt Z“ eigentlich an allen Ecken genug Potenzial, um zu wirklich exzellentem Kino zu werden. Leider werden bei Stil und Erzählung immer wieder falsche Entscheidungen getroffen, die das gesamte Erscheinungsbild dann doch etwas unrund wirken lassen. Dennoch gelingt es insgesamt ohne Probleme, ein schickes Historien-Abenteuer der alten Schule zu liefern.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, Leinwandreporter TV, YouTube

Die versunkene Stadt Z

Originaltitel:The Lost City of Z
Regie:James Gray
Darsteller:Charlie Hunnam, Sienna Miller, Robert Pattinson, Tom Holland
Genre:Drama, Abenteuer
Produktionsland/-jahr:UK, 2016
Verleih:StudioCanal
Länge: 141 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 30.03.2017
Homepage: Die versunkene Stadt Z

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.03.2017
Review: Die versunkene Stadt Z (Kino)

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