Review: Flatliners (Kino)

Das Hauptplakat von "Flatliners" (© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Das Hauptplakat von „Flatliners“ (© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Inhalt: Fünf Medizinstudenten einer Elite-Universität haben genug von ihren Alltagsaufgaben. Als Courtney (Ellen Page, „Into the Forest“) die Idee hat, das Leben nach dem Tod zu erforschen, sind ihre Kommilitonen Ray (Diego Luna, „Rogue One – A Star Wars Story“), Jamie (James Norton, „Krieg und Frieden“), Sophia (Kiersey Clemons, „Bad Neighbors 2“) und Marlo (Nina Dobrev, „xXx – Die Rückkehr des Xander Cage“) erst einmal irritiert. Doch dann lassen sie sich davon überzeugen, Courtneys Herz zu stoppen, um sie ein paar Minuten später ins Leben zurück zu holen. Die Ergebnisse sind faszinierend. Courtney wirkt wie ein neuer Mensch und kann auf einmal Dinge, zu denen sie vorher nicht fähig war. In den Tagen darauf begeben sich auch die anderen an die Schwelle zum Jenseits. Doch die Euphorie hält nur kurz an. Schon bald machen die Studenten ganz andere Erfahrungen, die weit schwieriger als die Bedienung eines Defibrillator zu meistern sind.

 

Kritik: Im Jahr 1990 veröffentlichte Joel Schumacher seinen Thriller „Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben“. Obwohl der Film reichlich versponnen und weit entfernt von Perfektion war, sorgten der reine Unterhaltungswert, die tolle Besetzung um Julia Roberts, Kiefer Sutherland und Kevin Bacon, sowie die tolle Prämisse dafür, dass der Film einen beachtlichen Fan-Kreis für sich gewinnen konnte. Über ein Vierteljahrhundert später wurde die Geschichte nun wieder aufgelegt. Bis zuletzt wurde noch spekuliert, ob hier eine Fortsetzung entsteht. Tatsächlich hat Niels Arden Oplev aber ein Remake (beziehungsweise Reboot) gedreht. Auf den ersten Blick ist dieser Ansatz nachvollziehbar, da noch mehr Potenzial in der Ausgangsidee steckte, als tatsächlich im 1990er-Film auf der Leinwand zu sehen war.

Das würde aber Kreativität und wirkliche Arbeit voraussetzen. Der neue „Flatliners“ wirkt eher wie ein Film, der auf die Schnelle gedreht wurde, um Verwertungsrechte nicht auslaufen zu lassen. Daneben wird es auch sehr offensichtlich, dass es wohl deutliche Probleme während der Produktion gegeben hat. Das komplett uninspirierte Skript von Ben Ripley – der immerhin auch „Source Code“ geschrieben hatte – liegt bleiern schwer über den 110 Minuten. Wer auf inhaltliche Konsistenz wert legt, wird bei der spektakulär sprunghaften Geschichte an die Grenze zur Verzweiflung geführt: Eine philosophisch angehauchte Leben nach dem Tod-Story, Teenie-Jumpscare-Horror, überdrehter Partyfilm und ein Schuld und Sühne-Drama werden zu einer erstaunlich zähen Mischung zusammengeführt. Wirkliche Ideen scheint der Film gar nicht aufbringen zu wollen.

Die Studenten bereiten ihr gefährliches Experiment vor (© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Die Studenten bereiten ihr gefährliches Experiment vor (© 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Niels Arden Oplev hat als Regisseur des originalen „Verblendung“ bereits bewiesen, dass er ein guter Filmemacher sein kann. Sowohl die erstaunlich einfallslose Optik, als auch die Schauspielerführung lassen hier ernsthafte Zweifel an seinem Talent aufkommen. Von den – zugegebenermaßen undankbaren – Hauptfiguren kann noch am ehesten Ellen Page überzeugen. Sie gibt ihrer Figur noch ein gewisses Maß an Hintergründigkeit und wirkt so wenigstens zeitweise interessant. Diego Luna hat zumindest ein paar Momente, in denen er seinen Charme andeuten kann. Nina Dobrev, James Norton und Kiersey Clemons wirken in ihren eindimensionalen und ziemlich unsympathischen Rollen hölzern. Es liegt aber auch an den teils hanebüchenen Dialogen (Beispiel: „Sie hat uns aber nie gesagt, dass Flatlining auch Nachteile haben kann.“), dass hier nur geringe Erfolgsaussichten für gute Darstellerleistungen waren.

Die mit Spannung erwartete Rolle von Kiefer Sutherland ist eine weitere große Enttäuschung in dem Film. So darf er weder seinen Part aus dem Vorgänger fortsetzen, noch eine Relevanz für die Geschichte übernehmen. Es dürften hier wohl nicht viele mit einem wirklich exzellenten Film gerechnet haben. Das lieblose Ergebnis ist dennoch eine ziemlich Ernüchterung. Weder optisch noch inhaltlich interessant, dafür äußerst holprig, voller Klischees und mit fast ausnahmslos schwachen Charakteren ist „Flatliners“ meilenweit davon entfernt, der spannenden Prämisse neue Aspekte abzugewinnen.

1,5 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures Deutschland, Leinwandreporter TV, YouTube

Flatliners

Originaltitel:Flatliners
Regie:Niels Arden Oplev
Sprecher:Ellen Page, Diego Luna, Nina Dobrev
Genre:Horror, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Sony Pictures Germany
Länge: 110 MinutenFSK: ab 12 Jahren
Kinostart:30.11.2017

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.11.2017
Review: Flatliners (Kino)

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