Review: Blade Runner 2049 (Kino)

Das Plakat zu "Blade Runner 2049" (© Sony Pictures)

Das Plakat zu “Blade Runner 2049” (© Sony Pictures)

Inhalt: Nach einigen Zwischenfällen wird im Jahr 2023 die Herstellung und der Einsatz von Replikanten verboten. Jahre später veröffentlicht der Entwickler und Geschäftsmann Wallace (Jared Leto, „Dallas Buyers Club“) eine neue Generation von Replikanten, die wiederum zugelassen wird. Um die alten Modelle aufzuspüren und aus dem Verkehr zu ziehen, werden wieder Blade Runner eingesetzt. Einer von ihnen ist K (Ryan Gosling, „La La Land“) – selbst ein Replikant der neuen Generation. Als er den lange vermissten Sapper (Dave Bautista, „Guardians of the Galaxy Vol. 2“) aufspürt, erfährt er von einem Geheimnis, dass die ganze Weltordnung neu gestalten könnte. Dabei dreht sich fast alles um einen Mann namens Rick Deckard (Harrison Ford, „Star Wars – Das Erwachen der Macht“), einem ehemaligen Blade Runner, der vor Jahrzehnten verschwunden ist. Während K selbst ins Fadenkreuz der Polizei gerät, versucht er, das Rätsel zu lösen.

Kritik: Im Jahr 1982 genoss Ridley Scott gerade den guten Ruf, den er sich durch „Alien“ erarbeitet hatte. Mit der Verfilmung eines Romans von Philip K. Dick wollte er an diesen Erfolg anknüpfen. Zwar entpuppte sich „Blade Runner“ zu Anfang nur bedingt als Hit, mittlerweile weiß aber jeder, dass aus diesem Werk ein stilbildender Klassiker geworden ist. Dementsprechend kompliziert war es, eine ansprechende Fortsetzung für den Film auf die Schienen zu bringen. Mit Denis Villeneuve wurde ein Regisseur verpflichtet, der mit „Arrival“ den vielleicht besten Science Fiction-Beitrag der vergangenen Jahre inszeniert hat. Ihm gelingt es, ein würdiges, aber keinesfalls problemloses Sequel zu liefern. Nach einer fantastischen Einleitungsszene, in der Dave Bautista wieder einmal seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis stellt, schlägt der Film eher ruhige Töne an.

Hier haben wir Fluch und Segen an „Blade Runner 2049“. In atemberaubenden, hypnotischen Bildern taucht Villeneuve in die Welt des Filmes ein und kreiert eine fast makellose Atmosphäre. Dabei dürften einige Zuschauer aber stellenweise das Gefühl haben, dass der Regisseur etwas zu begeistert von den eigenen handwerklichen Fähigkeiten ist. Endlose Kamerafahrten und zu lang gezogene, nicht sonderlich bedeutungsvolle Einzelszenen sorgen dafür, dass der Zuschauer jede der 163 Minuten des Filmes merklich spürt. Der trotz wenig Action intensiven Geschichte hätte hier an ein paar Stellen eine deutlich Straffung gutgetan. In der Rolle des wortkargen Vollstreckers, der in neonfarbenen Welten die eine oder andere Brutalität vollzieht, Ryan Gosling zu besetzen, ist natürlich ein No Brainer. Er erfüllt seine Aufgaben anstandslos, was aber nicht dafür sorgt, dass sich das Erzähltempo erhöhen würde.

Flirten im Zukunftstil (© Sony Pictures)

Flirten im Zukunftstil (© Sony Pictures)

Neben zahlreichen geschmackvollen Zitaten und Anspielungen kommt auch ein guter Teil der alten Besetzung wieder zum Einsatz. Harrison Ford darf den zornigen, deutlich gealterten Deckard geben, der nach einer gelungenen Einführung nicht mehr sonderlich viel zu tun bekommt. Edward James Olmos („Dexter“) bekommt einen ziemlich runden Cameo-Auftritt spendiert. Die vielleicht beste Nebenrolle geht an Ana de Armas („War Dogs“), die als bildschöne, loyale und sehr an „Her“ erinnernde Hologramm-Freundin von K so einige Szenen dominiert. Jared Leto darf mal wieder einen Bösewicht spielen, der mit wenigen Minuten Leinwand-Zeit abgespeist wird. Da liegt es eher an der Niederländerin Sylvia Hoeks („Vatertage – Opa über Nacht“), dem Protagonisten das Leben schwer zu machen. In weiteren Rollen tauchen unter anderem noch Robin Wright („Wonder Woman“), Mackenzie Davis („Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) und Carla Juri im Film auf.

Denis Villeneuve hat sich einer der schwierigsten Aufgaben der jüngeren Filmgeschichte verschrieben, ohne sich dabei zu verheben. „Blade Runner 2049“ ist visuell brillant, atmet die Luft seines Vorgängers und führt dessen Geschichte konsequent fort. Dabei scheint der Film von der eigenen Schönheit aber so begeistert zu sein, dass er das – ohnehin gemächlich erzählte – Geschehen das eine oder andere mal in den Pausenmodus versetzt. Auf diese Art wird ein wirklich guter Film zäher als nötig, was für einen unnötigen Beigeschmack sorgt.

4 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

Blade Runner 2049

Originaltitel:Blade Runner 2049
Regie:Denis Villeneuve
Darsteller:Ryan Gosling, Harrison Ford, Ana de Armas, Jared Leto, Sylvia Hoeks
Genre:Science Fiction
Produktionsland/-jahr:USA, 2017
Verleih:Sony Pictures
Länge: 163 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 05.10.2017

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.10.2017
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