Review: The Nice Guys (Kino)

Das Kino-Plakat von "The Nice Guys" (© Concorde Film)

Das Kino-Plakat von “The Nice Guys” (© Concorde Film)

Inhalt: Los Angeles, im Jahr 1977: Jackson Healy (Russell Crowe, „Das Versprechen eines Lebens“) ist kein einfacher Zeitgenosse. Sein Geld verdient er damit, dass er im Auftrag von privaten Klienten andere Leute einschüchtert und verprügelt. Jetzt ist seine aktuellste Kundin Amelia (Margaret Qualley) verschwunden, die ihn aufgrund eines angeblichen Stalkers engagiert hatte. Deswegen spürt Healy ihren Verfolger, den alleinerziehenden Vater Holland March (Ryan Gosling, „The Place Beyond the Pines“) auf und unterzieht ihm einem äußerst schmerzhaften Verhör. Dabei stellt sich heraus, dass March ein Privatdetektiv ist, der seinerseits beauftragt wurde, Amelia zu finden. Um Judith Kutner (Kim Basinger, „Zwei vom alten Schlag“) – der Mutter der jungen Frau und zeitgleich oberste Richterin des Staates – zu helfen, rotten sich die beiden zusammen. Gemeinsam mit Marchs 13 Jahre alter Tochter Holly (Angourie Rice, „These Final Hours“) begeben sie sich auf die Suche quer durch die Stadt. Schon bald finden sie eine Verbindung zu einem dubiosen Pornofilm, bei dem Regisseur und Starlet (Murielle Telio) vor kurzem ums Leben gekommen sind. Das führt wiederum dazu, dass ein paar ausgesprochen unangenehme Charaktere wie der Auftragskiller Johnny-Boy (Matt Bomer) jetzt hinter dem Trio her sind. Es hat den Anschein, als ob der Fall deutlich größer ist, als es zunächst wirkte.

 

Kritik: Als Drehbuch-Autor ist Shane Black seit beinahe 30 Jahren eine feste Größe in Hollywood. Kultfilme wie „Lethal Weapon“ und „Last Boy Scout“ stammten aus seiner Feder. Im Jahr 2005 feierte er dann mit der Noir-Krimi-Komödie „Kiss Kiss Bang Bang“ sein meisterhaftes Regie-Debüt, welches auch bereits verdienten Kultstatus genießt. Nachdem er sich 2013 durchaus ordentlich mit „Iron Man 3“ am Popcorn-Kino versuchen durfte, kehrt er hier wieder ins Genre seines Regie-Erstlings zurück. Auch wenn der Film nicht ganz so rund geworden ist, beeindruckt auch hier das Ergebnis. Wie wohl aktuell kein zweiter Filmemacher versteht sich Black darauf, wirklich atmosphärisches Neo-Noir-Kino zu inszenieren, das trotz Stil-Bewusstsein den Fokus auf die Handlung legt. Diese ist ein buntes Potpourri aus charmanter Idiotie und einer erstaunlich harten Krimi-Geschichte. Tatsächlich gelingt es, eine homogene Mischung aus diesen beiden selten wirklich zueinander passenden Elementen zu bilden.

Amelia wird Healy noch eine Menge Arbeit machen (© Concorde Film)

Amelia wird Healy noch eine Menge Arbeit machen (© Concorde Film)

Der Krimi ist wendungsreich, intelligent und ausgesprochen spannend. Dabei geht der Film keinerlei Kompromisse ein und trifft auch einige harte Entscheidungen. Der Humor ist laut, aber nicht zu Slapstick-lastig. Die Blödeleien sind allesamt sinnvoll in die Handlung integriert und die pointierten Dialoge sind unglaublich komisch. Drei toll geschriebene und stark gespielte Hauptfiguren übernehmen beim Gelingen dieses Gebildes eine zentrale Rolle. Russell Crowe wirkte zuletzt nicht immer glücklich mit der Auswahl seiner Filme. Als bärbeißiger Auftragsschläger, der so gern einmal das Richtige tun würde, ist er eine Wucht und dabei überraschend lustig. Ryan Gosling will wohl endgültig weg von seinem Image des coolen Sexsymbols und gibt hier ungeniert den dem Alkohol etwas zu sehr zugetanen und alles andere als einfühlsamen Privatdetektiv. Eine herrliche – aus den Trailern bekannte – Toiletten-Szene (ja, so etwas geht tatsächlich lustig) ist hier nur ein Beispiel für den spaßigen Auftritt Goslings, Neben diesen Schwergewichten liefert aber auch der Kinderstar Angourie Rice einen tollen Part. Als moralische Instanz, die oft erwachsener als die beiden Erwachsenen ist, bringt sie alles mit, um eine große Karriere zu machen. Dazu kommen Nebendarsteller wie Kim Basinger, Keith David und Matt Bomer, die alle mit merklicher Freude an ihren kleinen Parts arbeiten.

Mit „The Nice Guys“ ist Shane Black der nächste kleine Geniestreich gelungen. Obwohl der Film sicher nicht fehlerlos ist, ist ihm ein packender Genre-Mix gelungen, der ebenso fesselnd wie amüsant die enormen Qualitäten seiner Darsteller voll ausnutzt.

4,5 von 5 Punkten


Quelle: Concorde Filmverleih, Leinwandreporter TV, YouTube

The Nice Guys

Originaltitel:The Nice Guys
Regie:Shane Black
Darsteller: Ryan Gosling, Russell Crowe, Margaret Qualley, Kim Basinger
Genre:Komödie, Krimi
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Concorde Film
Länge: 116 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 02.06.2016
Homepage: The Nice Guys

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.05.2016
Review: The Nice Guys (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen