Review: Standoff – Die einzige Zeugin (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Standoff" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Standoff” (© Universum Film)

Inhalt: Der ehemalige Soldat Carter (Thomas Jane, „Wie ein weißer Vogel im Schneesturm“) trauert um den Verlust seines Sohnes und trinkt sich auf seiner Farm langsam zu Tode. Die 12 Jahre alte Bird (Ella Ballentine) hat früh ihre Eltern verloren und möchte an ihrem Todestag nur deren Grab besuchen. Auf dem Friedhof wird sie Zeugin eines unfassbaren Verbrechens: Ein maskierter, schwer bewaffneter Man (Laurence Fishburne, „Hannibal“) beginnt, die Trauernden-Gemeinde einer Beerdigung scheinbar wahllos abzuschlachten. Als er nach getanem Tagwerk bemerkt, dass das junge Mädchen ihn gesehen hat, nimmt er die Verfolgung auf. Panisch und mit letzter Kraft flüchtet sie zum Haus von Carter, der ihr Unterschlupf gibt und verspricht, sie zu beschützen. Schon bald stürmt der Killer das Haus, weswegen sich Carter mit dem Mädchen im oberen Stockwerk verschanzt. Es beginnt ein perfides Psychospiel, das sicher nicht jeder heil übersteht.

Kritik: Der Name Adam Alleca ist in Hollywood bislang noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Bislang dürfte sein Drehbuch zur (recht gelungenen) Neuauflage von „The Last House on the Left“ der bekannteste Beitrag in seinem Lebenslauf gewesen sein. Nachdem er einige Zeit um die Finanzierung kämpfen musste, durfte er bei „Standoff“ sein eigenes Skript auch als Regisseur umsetzen. Die minimalistische Story ließ nicht ganz zu Unrecht die typische B-Ware eines Debüt-Filmers erwarten, entpuppt sich aber als angenehme Abwechslung. Nach wenigen Minuten Einleitung führt Alleca bereits auf den Friedhof, wo Killer Sade ein Blutbad hinterlässt. Hintergründe der Charaktere und Motive für die Tat sind hier erst einmal zweitrangig. In höchstem Tempo geht es weiter zum Haus von Carter, das zu Hauptschauplatz des Geschehens wird. Fortan belauern sich zwei harte, düstere Männer, die um das Schicksal des zierlichen Mädchens kämpfen.

Carter ist kein besonderer Freund von Gesellschaft (© Universum Film)

Carter ist kein besonderer Freund von Gesellschaft (© Universum Film)

Im Prinzip wirkt der Film wie ein klassischer Western, der nur zufällig in der aktuellen Zeit spielt. Das Duell der beiden „Cowboys“ reicht aber in jedem Fall, um bestens zu unterhalten: Es wird provoziert, beleidigt und sich so gut es geht überlistet. Dank cleverer Einfälle ist das einfach gestrickte Szenario dabei auch noch durchgängig spannend. Dabei bleibt Alleca fast durchgängig auf dem Grundstück von Carter. Leider bricht er mit seiner Konsequenz, als er eine weitere Figur einführt, die zeitweise vom Zentrum der Handlung wegführt. Diese Randgeschichte mag nötig gewesen sein, um den Film auf seine ohnehin nur 86 Minuten Spielzeit zu bringen, ein Stilbruch ist dieses Vorgehen aber dennoch. Das bleibt aber auch das einzige Problem, das man dem Film vorwerfen kann. Thomas Jane und Laurence Fishburne sind schon länger nicht mehr wirklich in der A-Liste Hollywoods zu finden, was aber keinesfalls bedeutet, dass sie die Schauspielerei verlernt hätten.

Thomas Jane spielt den vom Leben enttäuschten Alkoholiker und Ex-Soldaten Carter, der mit der Rettung von Bird seine Chance sieht, Fehler aus der Vergangenheit wieder auszubügeln. Zwischen Tragik, Zynismus und Kampfgeist entwickelt Jane hier einen erstaunlich nachvollziehbaren Anti-Helden. Laurence Fishburne ist nicht unbedingt bekannt dafür, regelmäßig Fieslinge zu spielen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Zuschauer hier seine Spielfreude fast schmecken kann. Als Auftragskiller Sade ist er immer ein wenig „Over the Top“, was den Unterhaltungswert eigentlich nur steigert. Ihm gelingt es dabei aber auch, die nötige Bedrohlichkeit auszustrahlen, die der Film benötigt hat, damit seine Prämisse funktioniert. Die junge Ella Ballentine macht sicherlich einen ordentlichen Job, steht bei diesem Testosteron-schwangeren Duell aber klar im Hintergrund.

...und Sade ist sicher nicht die Gesellschaft, die man gerne um sich hat (© Universum Film)

…und Sade ist sicher nicht die Gesellschaft, die man gerne um sich hat (© Universum Film)

Adam Alleca hat mit seinem Regie-Erstling „Standoff – Die einzige Zeugin“ angedeutet, dass durchaus noch mehr von ihm kommen kann. Mit recht geringen Mitteln kreiert er einen fesselnden Plot, der trotz kleiner Fehler zu durchgängig vergnüglicher Thriller-Unterhaltung wird.

Der Film ist ab dem 26.02.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Dieser kleine Film sieht ziemlich gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind vollkommen überzeugend, lassen nur in den dunkleren Szenen etwas nach. Auch wenn das Farbspektrum im Film nicht besonders weit geht, sind die Farben stets sauber, kräftig und natürlich. Die Kontraste wurden inklusive sattem Schwarzwert gut eingestellt. Nur in den etwas hektischeren Momenten gibt es leichte Unruhen im Bild, ansonsten wird eine gelungene, fehlerfreie Präsentation geboten.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind komplett verlustfrei. Die Dialogwiedergabe ist jederzeit problemlos und sauber. Der solide Score wird räumlich und dynamisch wiedergegeben. Wirklich zu Hochform fährt der Ton auf, wenn hier Schüsse fallen. Diese kommen präzise und mit Wucht und sind das Highlight dieses ansonsten soliden Transfers.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kurzes Making of (7 Minuten) bleibt neben ein paar Trailern der einzige Bonus auf der Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Standoff - Die einzige Zeugin

Originaltitel:Standoff
Regie:Adam Alleca
Darsteller: Thomas Jane, Laurence Fishburne, Ella Ballentine
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Universum Film
Länge:86 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.02.2016
Review: Standoff – Die einzige Zeugin (Blu-ray)

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