Review: Rosemary’s Baby (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Rosemary's Baby" (© StudioCanal)

Das Blu-ray-Cover von „Rosemary’s Baby“ (© StudioCanal)

Inhalt: Nach einer Fehlgeburt ziehen Rosemary (Zoe Saldana, „Blood Ties“) und Guy (Patrick J. Adams) nach Paris, um dort einen Neuanfang zu wagen. Nachdem dieser äußerst holprig beginnt, lernen sie eher zufällig das etwas ältere, wohlhabende Paar Roman (Jason Isaacs, „Sweetwater – Rache ist süß“) und Margaux (Carole Bouquet) kennen. Es entsteht eine spontane Freundschaft, die da drin gipfelt, dass Rosemary und Guy kostenlos in einem Luxus-Apartment im Haus von Roman und Margaux leben dürfen. Danach fasst Guy beruflich relativ schnell Fuß und Rosemary wird schwanger. Doch sie beginnt, dem Glück zu misstrauen, da sich die neuen Freunde doch reichlich merkwürdig verhalten. Sie fängt an, zu recherchieren und stößt auf teuflische Geheimnisse, die sie in höchste Gefahr bringen.

 

Kritik: Der dunkle, atmosphärische „Rosemary’s Baby“ von Roman Polanski setzte neue Maßstäbe des Abgründigen und wurde zum Klassiker. Nachdem bereits „Das Schweigen der Lämmer“ und „Psycho“ überraschend hochwertig zu Serien umgewandelt worden sind, bekam nun auch dieser Genre-Evergreen sein Update. Doch im Gegensatz zu „Bates Motel“ und „Hannibal“, die zwar im gleichen Universum wie die Filme spielen, aber einen deutlich anderen Ansatz wählen, bleiben die Macher hier recht nah am Original. Diese TV-Neuauflage von Regisseurin Agnieszka Holland wechselt den Ort nach Paris und verlegt das Geschehen in die Gegenwart. Ansonsten verdient sich der Mehrteiler redlich den Begriff Remake, da dramaturgisch herzlich wenig Neuerungen zu sehen sind.

Die neuen Darsteller von "Rosemary's Baby" (© StudioCanal)

Die neuen Darsteller von „Rosemary’s Baby“ (© StudioCanal)

Im Gegensatz zu Polanskis Film will hier nie wirkliche Atmosphäre entstehen. Die glatte Hochglanz-Optik, die von einigen – selten funktionierenden – Grusel-Zwischenschnitten unterbrochen wird, steht der unheilvollen Stimmung entgegen. So erweist sich diese Interpretation als zeitgemäß, indem sie von Anfang bis Ende deutlich an aktuelle Horror-Einheitsware erinnert. Dazu kommen ziemlich durchwachsene Dialoge, die ebenfalls nicht für eine besondere Daseinsberechtigung dieses Werks sorgen. Zumindest ist die Hauptdarstellerin Zoe Saldana einigermaßen gut gewählt. Sie interpretiert die Figur merklich anders als Mia Farrow und ist dabei wirklich die einzige Konstante, die für etwas emotionale Zugänglichkeit sorgt. Patrick J. Adams bleibt als ihr Ehemann Guy blass und wirkt ziemlich hölzern. Ex-Bondgirl Carole Bouquet und Dauer-Bösewicht Jason Isaacs bekommen außer sinisterem Grinsen keine erwähnenswerte Charakter-Eigenschaft.

Für sich genommen, ist „Rosemary’s Baby“ ein mittelmäßiger, psychologischer Horrorfilm, der mit 169 Minuten Gesamt-Spielzeit deutlich zu lange geworden ist. Die Macher suchen aber den Vergleich mit einem der großen Klassiker, der in allen Belangen deutlich besser ist. So bleibt ein überflüssiger Aufguss des tollen Materials, der als positiver Aspekt aber dafür sorgen könnte, dass viele Zuschauer dann doch wieder einmal den Polanski-Film ansehen.

Noch freuen sich Rosemary und Guy auf den Neuanfang (© StudioCanal)

Noch freuen sich Rosemary und Guy auf den Neuanfang (© StudioCanal)

Der Film ist ab dem 21.01.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Technisch gibt es an dieser Neuauflage nichts auszusetzen. Die Bilder sind scharf und ziemlich detailreich. Die Farben sind natürlich, kräftig und abwechslungsreich. Auch die Kontraste und der gelungene Schwarzwert sorgen für einen positiven Eindruck. Fehler gibt es in dem für die Stimmung schon zu sauberen Bild nicht.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind verlustlos, überzeugen aber nicht komplett. Die Dialoge sind in beiden Fassungen gut zu verstehen. Allerdings wirkt die deutsche Synchronisation nicht wirklich ins Geschehen eingebettet. Der passable Score und die ein oder anderen Effekte sprechen zwar auch die äußeren Boxen an, hätten aber noch etwas dynamischer sein können. So bleibt ein großer Teil der Aktivitäten im Frontbereich.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (12 Minuten) sowie das Featurette „Grand Guignol: Pariser Bühnenbild“ (7 Minuten) ergänzen die Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: StudioCanal, Leinwandreporter TV, YouTube

Rosemary's Baby

Originaltitel:Rosemary's Baby
Regie:Agnieszka Holland
Darsteller:Zoe Saldana, Patrick J. Adams, Carole Bouquet
Genre:Mini-Serie, Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:StudioCanal
Länge:2 Episoden zu je 84 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.01.2016
Review: Rosemary’s Baby (Blu-ray)

2 comments on “Review: Rosemary’s Baby (Blu-ray)”

  1. Conrad Markovich Antworten

    „1968 verarbeitete Roman Polanski in „Rosemary’s Baby“ den brutalen Mord an seiner schwangeren Frau Sharon Tate durch die Manson-Bande.“ , so der Verfasser Thomas in seinem Review. Tja. Das hat man nun vom Zeitalter des Internets – inzwischen fühlt sich jeder Amateur zum Filmkritiker berufen. Die Dreharbeiten zu „Rosemary’s Baby“ fanden 1967 statt, zwei Jahre später am 9. August 1969 wurde Sharon Tate ermordet. Meine Empfehlung an Thomas: zuerst recherchieren, dann erst losschreiben.

    • Thomas Antworten

      Oh ja…das ist tatsächlich ziemlich peinlich. Bin normalerweise schon etwas (sehr viel) ordentlicher als bei dem derben Fehltritt.
      Danke für den Hinweis.

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