Review: Fast Convoy – Tödlicher Transport (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Fast Convoy" (© Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von „Fast Convoy“ (© Ascot Elite)

Inhalt: Sie haben die Tour zwar schon ein Dutzend mal gemacht, gehen aber immer wieder mit viel Respekt an den Job. Alex (Benoit Magimel, „Hass – La Haine“) und sechs Kollegen sollen in vier Autos über eine Tonne Cannabis und eine Tasche voller Koks von Malaga nach Paris schaffen. Auf dem Weg macht eine Polizeikontrolle dem reibungslosen Ablauf einen deutlichen Strich durch die Rechnung. Kurz darauf ist einer von ihnen tot, ein anderer schwer verletzt, ein Wagen ist verloren und eine Geisel (Reem Kherici) haben sie auch noch im Schlepptau. Dennoch müssen sie irgendwie ihre Reise fortsetzen, wenn sie es sich nicht mit ihren unnachgiebigen Chefs verscherzen wollen. Doch kaum ist der eine Schock verdaut, kündigt sich schon der nächste an: Es gibt noch jemanden außer der Polizei, der dem Konvoi zu folgen scheint. Bald geht es nur noch darum, diese Fahrt lebendig zu überstehen.

Kritik: Auf den ersten Blick liest sich der Film des Genre-erfahrenen Frédéric Schoendoerffer wie ein typisches Action-Werk. Wer sich aus diesem Grund auf eine Geschichte voller Schießereien, Stunts und Explosionen einrichtet, wird erst einmal überrascht. Der Film spielt sich die meiste Zeit innerhalb der Autos ab, wo sich die verschiedenen Charaktere den Kopf zerbrechen, ob diese Tour auch so gut geplant ist. Das Erstaunliche dabei: Dialoge und Figuren sind ziemlich ordentlich ausgearbeitet, so dass man tatsächlich schon Interesse hat und Sympathien hegt, wenn es zum ersten Zwischenfall kommt. Dieses Konzept geht sogar so weit, dass die Figuren die Grenze zur Geschwätzigkeit das eine oder andere mal überschreiten. Trotz ein paar Längen entwickelt sich eine wunderbar absurde Situation, die sich nach und nach weiter aufschaukelt. So diskutieren die Schmuggler über Frauen-Tipps und den sicheren Transport von Handgranaten, während der Zuschauer ihnen dabei zusieht, wie sie sehenden Auges immer weiter ins Verderben rasen.

Der Plan war irgendwie ein anderer (© Ascot Elite)

Der Plan war irgendwie ein anderer (© Ascot Elite)

Wenn Schoendoerffer dann die Pferde von der Leine lässt, zeigt er auch souverän, dass er gut Action inszenieren kann. Die einzige wirklich augenfällige Schwäche, die sich der Film erlaubt, sind die merkwürdigen, störenden Farbfilter (siehe Bild), die sogar vom Geschehen ablenken. Darstellerisch gibt es eine Sammlung von größtenteils unverbrauchten Charakterköpfen, die hier hervorragend besetzt wurden. Der einzige Darsteller, der als harter Gangster funktionieren muss, ist mit Benoit Magimel zugleich das Zugpferd des Filmes. Mit einer wortkargen, coolen Performance gibt er denjenigen, der in dem durchaus wendungsreichen Plot den Überblick behält.

Obwohl „Fast Convoy – Tödlicher Transport“ bei weitem nicht alles richtig macht, ist er doch so einfallsreich, dass er getrost als Heimkino-Entdeckung bezeichnet werden kann. Schoendoerffer und sein Team entwickeln aus einem total simplen Story-Gerüst eine spaßige Geschichte mit netten Dialogen und Charakteren. Mit ein wenig strafferer Hand im Schnittraum und einem besseren Look wäre hier sogar noch mehr möglich gewesen.

Jetzt muss Alex einen kühlen Kopf bewahren (© Ascot Elite)

Jetzt muss Alex einen kühlen Kopf bewahren (© Ascot Elite)

Der Film ist ab dem 22.07.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Optik des Filmes ist ausgesprochen eigenwillig. Durchgängig werden extrem starke Farbfilter verwendet, die den Film in ein schwüles Gelb und später in ein kühles Blau tauchen. Das ist weniger ein atmosphärisches Stilmittel, als einfach nur ziemlich hässlich. Von natürlich aussehenden Farben kann natürlich nicht mehr gesprochen werden. Die Bildschärfe ist sogar in den Nahaufnahmen maximal mittelprächtig und die Kontrastierung neigt wegen der Farbwahl dazu, etwas zu überstrahlen. Immerhin ist das Bild ansonsten sauber und ziemlich ruhig.

2,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die französische DTS-HD MA 5.1-Tonspur sind absolut eines Actionfilms würdig. Neben der sauberen Wiedergabe der Dialoge über den Center gibt es einiges an räumlicher Aktivität. Das Röhren der Motoren wird ebenso sauber über die Boxen verteilt wie der angemessene Soundtrack. Bei den Schusswechseln gibt es einige recht detaillierte Effekte.

4 von 5 Punkten

Extras: Neben einem recht ausführlichen Making of (25 Minuten) liegen nur noch ein paar Trailer als Bonus bei.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, Leinwandreporter TV, YouTube

Fast Convoy – Tödlicher Transport

Originaltitel:Le convoi
Regie: Frédéric Schoendoerffer
Darsteller:Benoît Magimel, Reem Kherici, Mahdi Belemlih
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:Frankreich, 2016
Verleih:Ascot Elite
Länge:103 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 19.07.2016
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