Review: Outcast – Die letzten Tempelritter (3D Blu-ray)

Das 3D-Blu-ray-Cover von "Outcast - Die letzten Tempelritter" (Quelle: Universum Film)

Das 3D-Blu-ray-Cover von “Outcast – Die letzten Tempelritter” (Quelle: Universum Film)

Inhalt: Durch den Mord an seinem eigenen Vater hat sich Shing (Andy On, „Blackhat“) den chinesischen Thron gesichert. Um die Konkurrenz auszuschalten, eröffnet er die Jagd auf seine Geschwister Qiang (Lixin Zhao) und Lian (Yifei Liu). Diese suchen Hilfe bei Jacob (Hayden Christensen), einem erfahrenen Soldaten, der wegen der erlebten Gräueltaten während der Kreuzzüge mit einer Drogensucht zu kämpfen hat. Gefolgt von der Leibwache Shings schlägt sich das Trio quer durchs Land. Unterstützung erhalten sie von Gallain (Nicolas Cage, „Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals“) einem ehemaligen Weggefährten von Jacob, der inzwischen als Bandit sein Geld verdient. Kann diese kleine Truppe gegen Shing bestehen und das Land in eine bessere Zukunft führen?

Kritik: Nicolas Cage und Hayden Christensen in einem asiatischen 3D-Mittelalter-Abenteuer. Diese Prämisse hört sich erst einmal schwer vorstellbar ein. Doch dieses Werk vom langjährigen Stuntman und Regie-Debütanten Nick Powell setzt genau das um. Ob er einen guten Film machen wollte, ist nicht klar. Solide Action-Szenen und Landschaftsaufnahmen, die die Qualitäten des 3D ausnutzen, sind auf jeden Fall die Stärken des Historien-Abenteuers (der etwas wacklige 3D-Effekt in den Kampf-Sequenzen mal außen vor). Zu Anfang bekommen die Zuschauer erst einmal – mit Zeitlupen unterfüttert – Jacob und Gallain mitten in den Kreuzzügen zu sehen, die beide so traumatisiert haben. Das wir hier überhaupt keine Ahnung haben, was eigentlich geschieht, soll nicht weiter von Belang sein. Die darauf folgende, gefühlt endlose Dialogsequenz des Königs mit seinen Kindern ist der vielleicht schwächste Teil des Filmes, da hier noch nicht einmal unfreiwillige Komik geboten wird. Zum Glück feiern wir bald ein Wiedersehen mit Hayden Christensen, der neben Jar Jar Binks wohl verhasstesten Person im gigantischen Kreis der „Star Wars“-Fans. Als drogensüchtige Kampfmaschine mit einer lachhaft modernen Frisur und Mänteln aus dem Jedi-Requisiten-Shop macht sich Christensen gewohnt eindimensional an die Arbeit.

Gallain und Jacob in der Schlacht (Quelle: Universum Film)

Gallain und Jacob in der Schlacht (Quelle: Universum Film)

Auch wenn die folgende Zusammenstellung von albernen Dialogen, schönen Landschaftsaufnahmen, grausigen Rückblenden, Klischees wie einer vollkommen blödsinnigen Liebesgeschichte und netten Kampfszenen sicherlich nicht gut ist, hat sie doch einen hohen Unterhaltungswert. Leider dauert es fast eine Stunde, bis Nicholas Cage eine wirkliche Rolle in dem Film spielt. Mit verkniffenem Gesicht und einer ganzen Menge Wut (wahrscheinlich auch auf seinen Agenten) bekommen die Zuschauer die volle Dröhnung Nicholas Cage-Wahnsinn zu spüren, für die allein sich der Film rentiert. Allerdings sei hier angemerkt, dass sowohl das deutsche Artwork, bei dem Cage im Zentrum steht, als auch der Zusatztitel „Die letzten Tempelritter“, der bewusst an die bekannte Cage-Filmreihe erinnert, den Zuschauer in die Irre führen. Nicholas Cage hat eine spaßige Nebenrolle, die recht weit davon entfernt ist, im Mittelpunkt der Handlung zu stehen.

So entwickelt sich die Geschichte frei von Überraschungen bis hin zum erwarteten Finale. Die Action und der 3D-Einsatz sind ordentlich, was den Film davor bewahrt, ein Fehlschlag zu werden. Dennoch bleibt „Outcast – Die letzten Tempelritter“ ein auf vielen Ebenen missglücktes Werk, welches hauptsächlich wegen unfreiwillig lustigen Momenten und einem wieder einmal aufgedrehten Nicholas Cage nette Unterhaltung für zwischendurch liefert.

Mit seinem Schwert ist Jacob eine Macht (Quelle: Universum Film)

Mit seinem Schwert ist Jacob eine Macht (Quelle: Universum Film)

Der Film ist ab dem 17.04.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Das Bild an sich und der 3D-Effekt sehen ziemlich gut aus. Die Aufnahmen sind scharf und recht detailreich. In den ruhigen Szenen sorgt das 3D für eine exzellente Tiefenschärfe. Bei den schnellen Sequenzen verzerrt das Bild manchmal etwas. Die Farben sind knackig und wirken natürlich. Schwarzwert und Kontraste wurden gut eingestellt. Wirkliche Bildfehler sind bei den sauberen Aufnahmen nicht zu erkennen.

4 von 5 Punkten

Ton: Die englische und die deutsche DTS-HD 5.1-Tonspur wurden nicht ganz optimal abgemischt, da die Dialoge im Kontrast zu den Effekten in den Kampfszenen etwas zu ruhig sind. Ansonsten sind Effekte und Hintergrundgeräusche aber gut auf die verschiedenen Boxen verteilt und es kommen ein paar nette Bässe zum Einsatz.

3 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (9 Minuten), ein kurzes Featurette (3 Minuten), eine B-Roll (3 Minuten) und ein paar überraschend ausführliche Interviews (78 Minuten) ergänzen neben einigen Trailern die Blu-ray.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten



Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Outcast - Die letzten Tempelritter

Originaltitel:Outcast
Regie:Nick Powell
Darsteller:Nicolas Cage, Hayden Christensen, Andy On
Genre:Historien-Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universum Film
Länge:99 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.04.2015

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